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Gruppenausstellung: HOLZEIS / PLESCHBERGER (vorbei)

7 März 2010 bis 11 April 2010
  HOLZEIS / PLESCHBERGER
Christoph Holzeis, "swamp", 2009, Öl auf Leinwand, 160 x 120cm
 
  galerie gölles

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Augasse 4
A-8280 Fürstenfeld
Österreich (Stadtplan)

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tel +43 (0)33 82 - 54 509
www.golles.at


HOLZEIS / PLESCHBERGER

Vernissage: Samstag, 6. März 2010 um 17:00 Uhr

Einführung durch Frau Mag. Anke Orgel, Neue Galerie am Universalmuseum Joanneum Graz


Christoph Holzeis rückt in seinen aktuellen Bildern das Bild als Informationsträger und Abbild der komplexen Vorgänge im Zuge seiner Entstehung in den Mittelpunkt des Interesses.

Information umschreibt dabei einerseits analytisch das Vorhandensein von Spuren verschiedener Arbeits- und Gedankenprozesse im Bild, die selbst bei Löschung bzw. Übermalung einzelner Motive im Fortgang der Arbeit am Bild erhalten bleiben, andererseits werden mit dem Begriff der Information auch Projektionen und inhaltliche Aufladungen von Rezipientenseite, zu der auch der Künstler selbst zu zählen ist, bezeichnet.

Dies präsentiert sich nun, vor allem in den spontaneren kleinformatigen Arbeiten, in einer freien Motivfindung, die formal gesehen zwischen gegenständlich und abstrakt changiert. Die größeren Formate sind durch ein ständiges Wechselspiel von Aktion und Reaktion, Intuition und Kalkül charakterisiert, wobei die Bildebenen wie auch das Sujet meist mehrmals gebrochen werden. Diese Brüche bewirken meist eine merkliche, räumliche Irritation über ein Innen und Außen, über Oberfläche und Tiefe. Einzelne Motive wie u.a. Wespennester, Frösche, Glühbirnen oder Perücken werden als verfügbare Bildelemente räumlich innerhalb der Leinwand verortet, bilden Pseudo-Szenerien und erwecken in ihrem Zusammenklang narrative Assoziationen.

Jedes Bild tritt damit als dynamisches, originäres Gebilde in Erscheinung, das von der mehr oder weniger ausgeprägten Unsichtbarkeit allen Beginnens und der Fortsetzungen als Folge von Entscheidungen und Reflexionen auf Ebene eines Selbstbeobachtens durch den Maler spricht. Objekt und Erzeugungsprozeß sind somit nicht unterscheidbar, treten innerhalb der gemalten Arbeiten tagebuchartig als zeitliche Fixierung in Erscheinung.

Anja Werkl


the extended ornament nennt Raimund Pleschberger seine jüngste Serie von Objekten:

den Eiszapfen, der an einer Gebäudeecke mitten in Los Angeles beiläufig befestigt ist, und die Abgüsse von an die Wand geworfenen Tomaten. Es sind keine klassischen Ornamente, sondern die Überspitzung einer zentralen Eigenschaft: das Ornament bedarf immer eines Trägergrundes.

Im Umkehrschluss kann also jede Hinzufügung ein Ornament sein?

Eine der Grundüberlegungen bei the extended ornament war also, ein traditionelles bildhauerisches Objekt, z.B. einen Eiszapfen, derart in eine räumliche/architektonische Situation einzufügen, dass es in der Interpretation als Ornament – im konkreten Fall als Stuckatur-Prototyp – nicht mehr zwingend als autonome Arbeit in einer beliebigen Umgebung, sondern vielmehr als kleiner Bestandteil einer größeren Gesamtsituation lesbar wird. Im Idealfall könnte also durch einen kleinen skulptural-ornamentalen Eingriff eine Veränderung in der Wahrnehmung des gesamten Raumes stattfinden“, erklärt Pleschberger.

Vorausgegangen sind diesen Objekten seine decorations mit frei plazierten Alltagsobjekten von der Überwachungskamera bis zu Eiern, Lippenstift und Zahnbürsten als reine, weiße Form. Auch in floorpaper und wallpaper bilden Supermarktwaren wie Würstchen und Hühner rohrschachtestähnliche Ornamente – was dann im Wandfries aus Gemüse, Obst und Suppenhuhn raumgreifend ausgebaut ist.

„Ich verstehe diese Arbeiten in diesem Sinn auch als eine Auseinandersetzung mit der ewigen Frage, inwieweit und in welcher Form sich Kunst in die Alltags-Realität involvieren kann.“

aus:
Vom Widerspruch im Ornament, Sabine B. Vogel
Die Macht des Ornaments, Katalog zur gleichnamigen Ausstellung Belvedere, 2009

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