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Gruppenausstellung: Ice flowers on pink skin (vorbei)

7 Dezember 2007 bis 13 Januar 2008
  Ice flowers on pink skin
Ice flowers on pink skin
 
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1040 Wien
Österreich (Stadtplan)

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„Ice flowers on pink skin"

Gruppenausstellung mit Stephanie Guse, Michael Nitsche und Andrea Percht

Vernissage
: Donnerstag, 06.12.2007 um 19 Uhr

Ausstellungsdauer: 07.12.2007-13.01.08

„Ice Flowers on pink Skin", eine Auseinandersetzung mit dem Phänomen Zeit, der Konsumgesellschaft und ihren Auswirkungen, deren Schnelllebigkeit und dessen unwiederbringlichen Momenten.

Ungenutzte Chancen, verlorengegangene Erinnerungen, verantwortliche Abgewandtheit.

Die Künstler Guse, Nitsche und Percht, interpretieren hier auf ihre individuelle Art und Ausdruckfähigkeit wie mit Zeit und Umwelt und deren Chance zu gestalten, aufzurütteln und zu verändern umgegangen werden kann und wird.

Ein positives, hinterfragendes Signal soll hier gesetzt werden - der Mensch als Mittelpunkt und Reflektionfläche einer gesellschaftlichen und universellen Verantwortung. Die einzige Chance die wir haben ist die Chance an sich - diese nicht zu nutzen ist ein verlorener Moment.

Stephanie Guse (*1971, Bielefeld-Deutschland)
Ein Lieblingsthema der Zobernig Schülerin Stephanie Guse ist die Warenwelt, der Kaufrausch, die Akkumulation von Waren und deren Entsorgung. Die Objekte von Stephanie Guse imitieren bekannte, oft luxuriöse Gegenstände, indem wertloses Abfallmaterial verwendet und in einen neuen, überraschenden Kontext gebracht wird. So nutzt sie den Trash-Charakter von überflüssig gewordenen Verpackungen und erhebt sie in den Status des Nützlichen.

Die veredelten Ausgangsprodukte werden als Pseudo-Design-Objekte inszeniert und durch die Installation im Galerieraum zum unantastbaren Kunstgut erhoben. Stephanie Guse zeigt die Luxuslampe „Imperial", die an die Weihnachtsbeleuchtung im „Konsumtempel" am Graben erinnert. Gleichzeitig soll diese aber auch eine Reminiszenz an vergangene prunkvolle Zeiten in Wien sein. Das 350 cm hohe Lichtobjekt (Durchmesser ca 150 cm) wird aus kurzlebigen Verpackungsmaterial bestehen: Luftpolsterfolie, Plastikeimer, Kübel, Klebeband und Elektrik. Mit subtiler Ironie hinterfragt sie so die Ambivalenz des Unbrauchbaren-Funktionalen-Musealen. Die Konsum- bzw. Wegwerfgesellschaft und ihre Werte werden ironisch hinterfragt und vorgeführt.

Michael Nitsche (1961/Lüneburg-Deutschland)
Die Plastiken von Michael Nitsche sind aus gebrauchten und weggeworfenen Versatzstücken unserer Konsumgesellschaft gefertigt. Kunstfell von Jacken und Wintermänteln, Schonbezüge von Autositzen, Decken, zerstörte Stofftiere, Tierschädel, Geweihe usw. . Die Figuren, die Nitsche aus diesen Materialien baut und mit Wachs überzieht, entstammen keinem Fantasyfilm. Sie verweigern sich unserer konventionalisierten Bildwelt und Sehgewohnheit. "Wir sind eine andere Welt" ist die konsequente Aussage der Arbeiten Michael Nitsches.

Die Figuren wirken fragil, provozieren ambivalente Erfahrungen. Faszination und Unbehagen gehen ein verstörendes Amalgam ein, ganze Bündel widerstreitender Gegensätzlichkeiten scheinen sich in Nitsches Plastiken zu vereinen.

"Über die sinnliche Qualität der benutzten Materialien und die Zusammenstellung der Figuren zerstört Nitsche Erwartungen /.../ . Die Stofftiere in seinem Werk bezeichnen keine verschwundenen oder geschundenen Kinder, sondern erweisen sich im Zusammenhang der gestalteten Wesen als Träger von Emotionen und Gefühlen, wie auch alle anderen Materialien in ihren formalen und inhaltlichen Möglichkeiten ausgereizt werden. Diese Plastiken nutzen die Sentimentalität der Stofftiere, den Leichengeruch der Geweihe oder die haptische Qualität von Wachs und schaffen nicht so sehr neue Zusammenhänge, sondern vor allem neue Einheiten.

Die Figuren von Michael Nitsche erinnern daran, daß es jenseits einer konventionalisierten Bildwelt visuelle Erfahrungen, Träume und Fantasien gibt". (Arie Hartog)

Andrea Percht ( *1973/Schladming-Österreich)
Bei den digitalen Fotos von Andrea Percht hat man das Gefühl, dass die Kubelka-Schülerin, den Grundsätzen der Fotografie und des klassischen Fotografierens zuwider läuft: Sie verreißt den Fotoapparat im Moment des Auslösens, sie provoziert Unschärfe, sie dekomponiert Bildanschnitte. Manchmal näht sie mit einem Faden auf der glänzenden Oberfläche einiger Farbfotografien. Sie verletzt dabei die glatte Haut des Fotos. Sie zerstört das objektiv geglaubte Bild, sie gibt ihm das, was der entfremdende Prozess der Fotoherstellung mittels Maschine/Labor genommen wird: Individualität und Spiritualität. Hauptakteur aller ihrer Arbeiten ist der Mensch.

Andrea Percht zeigt in dem Fotozyklus "Anita Blau", die Geschichte einer Frau die sich in kühler Distanz zu ihrer Umwelt befindet und sich ins eigene Exil gesetzt hat. Die Bilder werden wie ein Märchen erzählt und filmisch auf die Wand projiziert. Ein goldener, kitschiger Barockrahmen dient als Kulisse. Glecihzeitig wird in einem Einkaufswagen mit der Aufschrift „Kunst ist käuflich", auf die Gier der Konsumgesellschaft verwiesen und den damit verbundenen Wunsch der Einverleibung und dem Hunger nach sich selbst.

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