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Gruppenausstellung: IDENTITÄTEN - IDENTITIES (vorbei)

16 November 2004 bis 21 Januar 2005
  IDENTITÄTEN - IDENTITIES
G.R.A.M., "Widergänger", 2003, Heliogravure, Auflage 17 + 3 e.a., je 50 x 40 cm
 
  Projektraum Viktor Bucher

Projektraum Viktor Bucher
Praterstrasse 13/1/2
A-1020 Wien
Österreich (Stadtplan)

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tel +43 - 1 - 212 69 30
www.projektraum.at


Die Ausstellung ist Teil des Europäischen Monats der Fotografie in Wien - Paris - Berlin

Einladung zur Ausstellungseröffnung am Dienstag, den 16. November 2004, 19 - 21 Uhr

wein by cafe engländer

"Es gibt eine persönliche Identität, aufgrund derer man der Gruppenidentität Widerstand leistet. Dieser Widerstand ist der Preis,den man zahlt, um bei Verstand zu bleiben. Nicht, weil man eben auch eine Gruppenidentität hat, sondern weil es derer viele gibt und man bestrebt ist, sie in ein harmonisches Verhältnis zu bringen und Dauerkonflikte zu vermeiden. Diese verschiedenen Gruppenidentitäten und die persönliche Identität stehen dennoch unweigerlich miteinander in einem permanenten Spannungsverhältnis... auf jeden Fall muss der Konflikt, in den man dadurch gelegentlich gerät - sei es mit den Anderen oder mit sich selbst - ständig in Grenzen gehalten werden...Der Mechanismus, mit dem der Vater der Nation ( oder der politische oder religiöse Führer ) diese neue Gruppenidentität schafft, heisst Ausgrenzung des Anderen, des Andersartigen. ...Die Identität des westlichen Subjekts beruht auf der gemeinsamen Zugehörigkeit von Individuen zu einem Kollektiv. Die Ausgrenzung ( Unterdrückung, Auslöschung ) des Anderen ist also kein zufälliger Nebeneffekt. Das Subjekt konstituiert sich aus der Identifikation mit einer höheren Instanz, beispielweise mit der Nation, wodurch es seine Individualität aufgibt. ...Die neue ( kollektive ) Identität entsteht durch das Negieren all jener, die an ihren äusseren Rand gedrängt wurden, die also nicht dem vorgegebenen dominanten Modell entsprechen. Was negiert wird, ist unser Ursprung im Anderen und mit den Anderen, stattdessen wird dieIdentität aus dem Anspruch auf die Entstehung aus dem Selben, dem Einen abgeleitet." Rada Ivekovic ( aus: Das weibliche Subjekt )

"There is a personal identity which resists group identity. Resistance is the price you pay to stay sane. Not because you happen to have a group identity as well but because there are so many of them and you try to keep them in harmony so as to avoid continous conflicts. Yet inevitably there is permanent tension between the different groupidentities and your own personal identity...at any rate you have to keep containing the conflicts which occasionally arise, conflicts between yourself and others or conflicts within yourself...The mechanisms employed by the State ( or the poltical or religious leader ) to create new group identity is to exclude the other, the alien ... The identity of the western subject is based on individuals´ joint affiliation with one collective. Thus excluding the other, the alien ( suppression, extinction ) is not a chance side-effect. The subject constitutes itself through identifying with a higher instance, such as the nation, thereby giving up its individuality.
...The new ( collective ) identity is created by denying all those who are pushed to the edge because they do not comply with a given dominating model. We deny our roots in the other and with the other, deriving instead our identity from our claim to have developed from the same, the one."
Rada Ivekovic ( from: The Female Subject )

SONJA GANGL: Zensurstreifen verdecken normalerweise das, was nicht gesehen werden soll, streichen Textzeilen oder -blöcke durch oder lassen die Identität einer Person im Unklaren. Verdoppelt und auf den oberen- und unteren Rand des Bildes gerückt, erkennen wir den Apparat des Filmes wieder. In schwarze Blöcke gerahmt, werden uns Bilder präsentiert."

HANS GLASER: zeigt in dieser 2003 -04 entstandenen Serie Autoreflexionen mit Hilfe von eigenen s/w Portraits, welche sich dann die jeweiligen Identifikationsfiguren gleichsam als Spiegelbild des Künstlers vor das eigene Gesicht halten. Ich bin der/die andere.

G.R.A.M.: Ausgangsmaterial für die "Widergänger", 2003, waren grossformatige s/w Fotos, die auf dem FKK-Gelände eines Freizeitzentrums südlich von Graz aus einiger Entfernung mit einem extremen Teleobjektiv aufgenommen wurden. Durch die Unschärfe verlieren die Abgebildeten aber ihre wahre Identität und erinnern etwa an rare Aufnahmen einer letzten, überlebenden menschlichen Spezies. Die Heliogravur-Technik vertsärkt zudem noch die fast vollständige Unlesbarkeit der Bildinhalte.

EDGAR HONETSCHLÄGER: beschreitet mit Tokyo, feet - wien 2004 eine weitere sehr persönliche Bestandsaufnahme und Auseinandersetzung mit seiner "zweiten Heimat" Japan bzw.Tokyo. Die Serie besteht aus zwei unterschiedlichen Teilen. Zum einen ist das eine Digitalaufnahme eines Posters, der einen Ausschnitt aus dem Betondschungel Tokyos zeigt - eine Begegnung von Oberfläche und grober Pixelaufrasterung. Der zweite Teil dieser Heliogravuren gibt ausschnitthaft einen mit einer analogen Kamera aufgenommenen, detaillierten close-up Bericht des matsuri-Sommerfestes, im Zuge dessen Büroangestellte in traditionellen Gewändern shintoistische Götter in kostbaren Schreinen, laut schreiend durch die Strassen Tokyos tragen.

FRENZI RIGLINGs vielschichtige archivarische wie dokumentatorische Arbeiten, Sammlungen und Aufzeichnungen sind Prozessdemonstrationen: Grunderfahrungen einer Benutzerin mit sich selbst, ihren Vorstellungen, ihrer Familie und verschiedensten ( damit korrelierten ) Gegenständen des täglichen Bedarfs. Erfahrungen,die bei der Ich-Findung, der Selbst-Definition,der Selbsterweiterung, der Selbstproduktion oder der Bewusstseinsbildung helfen.

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