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Einzelausstellung: Isa Genzken (vorbei)

10 Juni 2006 bis 20 August 2006
  Isa Genzken
Isa Genzken, "Der amerikanische Raum", 2004, Courtesy the artist and Hauser & Wirth Zürich London
 
  Galerie im Taxispalais

Galerie im Taxispalais
Maria Theresien Straße 45
6020 Innsbruck
Österreich (Stadtplan)

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tel +43-(0)512-508 3171
www.galerieimtaxispalais.at


Isa Genzken
10. Juni – 20. August 2006

Pressegespräch
Freitag, 9. Juni 2006, 10 Uhr

Eröffnung
Eröffnung:
Freitag, 9. Juni 2006, 19 Uhr
Zur Ausstellung spricht Dr. Sabine Breitwieser, Direktorin der Generali Foundation, Wien



Isa Genzken gilt als eine der bedeutendsten zeitgenössischen Künstlerinnen. Sie ist Bildhauerin in einem viel dimensionalen Sinn: Ihr Werk umfasst Skulptur, Fotografie, Film, Video, Arbeiten auf Papier und Leinwand, Collagen und Bücher. Genzkens Skulpturbegriff bezieht die Architektur ebenso ein wie die Werbung, das Design, Alltagsgegenstände und die Medien, wobei es implizit um das gesellschaftliche Feld geht, das diese Kategorien bestimmt. Genzken, die sich in ihren neueren Arbeiten dem "Terror der Gleichzeitigkeit und Austauschbarkeit aller Dinge und Materialien" (Benjamin Buchloh) stellt, gelingt es, unsere konventionellen Beziehungen zu unserer Umwelt zu verwandeln, indem sie skulptural verdichtete, symbolische Räume erschafft, die die Realität transzendieren.

Genzken arbeitet handwerklich hochpräzis mit unterschiedlichen Materialien wie Holz, Beton und Epoxydharz für Objekte, die an Architekturfragmente oder -modelle erinnern. Ihre bekannten "Weltempfänger" sind z.B. Betonabgüsse von Transistorradios mit realen Antennen. Weitere Materialien sind Gips, Spiegel, gefundene Gegenstände, Textilien und Plastik sowie auch Zeitschriften und Magazine für ihre Fotoserien, Collagen und Bücher. Zu ihrem analytischen Umgang mit den Dingen gehören Maßstabverschiebung und Montage, Fragmentierung, eine Ästhetik der Brüche, die das Altbekannte neu sicht- und lesbar macht.

Die von Isa Genzken für die Galerie im Taxispalais konzipierte Ausstellung zeigt einen kompakten Ausschnitt ihrer künstlerischen Arbeit, von Werken aus den späten 1980er und frühen 1990er Jahren bis hin zu in jüngerer Zeit und ganz neu entstandenen Arbeiten. "Der Amerikanische Raum" (2004), in der Glas überdachten Halle der Galerie eingerichtet, besteht aus einem ausladenden Konzernschreibtisch aus Stahl und Glas sowie sechs auf Sockeln in Augenhöhe platzierten Ensembles aus alltagskulturellen Versatzstücken - wie Nippes- und Spielzeugfiguren, Adler aus Gips oder verschiedenartige Gefäße -, die einen Raum mit einer Atmosphäre bedrohlicher Macht erzeugen.
Isa Genzken interpretiert nicht, vielmehr geht es ihr darum, dass das Publikum "seine eigenen Fantasien und Geschichten" aus ihren Skulpturen herausliest.

Zum ersten Mal gemeinsam zeigt Genzken ihre beiden "Spiegel"-Serien: "Der Spiegel 1989-1991" und "Der Spiegel II" (2002). Die Serien, die erste in schwarz/weiß, die zweite in Farbe, bestehen jeweils aus ca. 120 Fotos, die die Künstlerin aus dem Magazin "Der Spiegel" ausgeschnitten hatte. Ihrem Kontext entzogen und ohne Bildunterschrift ergeben diese Fotoreihen ein schockierend bis groteskes Bild über die Realität medialer Berichterstattung. In einem eigenen Raum läuft das eindrucksvolle Video "Meine Großeltern im Bayerischen Wald" (1992), das den einfachen Tagesablauf eines betagten Ehepaares wiedergibt. Weiters enthält die Ausstellung eine von Genzkens skulpturalen Stehlampen und ganz neue Arbeiten, darunter auch solche, die eben erst entstanden sind wie ihre utopischen "Wolkenkratzerarchitekturen" aus Glas, Plastik und Klebeband.

Isa Genzken ist seit 2002 im Stadtraum von Innsbruck präsent, mit der überdimensionalen Fotografie eines Ohres an einer Fassadenwand des neu gestalteten Innsbrucker Rathauses.

Isa Genzken ist 1948 in Bad Oldesloe geboren. Sie lebt und arbeitet in Berlin.

In den letzten zwei Ausstellungswochen ist der Eintritt frei.

Katalog
(dt./engl.)
Der Katalog zur Ausstellung erscheint Anfang August 2006 in Zusammenarbeit mit der Secession, Wien.
Text von Benjamin Buchloh, ca. 80 Seiten, Farbe, Verlag der Buchhandlung Walther König, Köln.

Dank an
Galerie Daniel Buchholz, Köln

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