| |
 | | |
B2B AND BACK AGAIN
Gruppenausstellung zu B2B von Jan-Holger Mauss
mit Arbeiten von:
Sonja Alhäuser, Kati Barath, Gabriele Basch, Eva Baumert, Ingrid Beckmann, Anne Berning, Marc Brandenburg, Daniela Comani, Ursula Döbereiner, Kerstin Drechsel, Tobias Gerber, Julien Grenier, Sabina Maria van der Linden, Marc Lüders, Florian Merkel, Caro Suerkemper, Reinhardt von der Tannen, Cony Theis, Jochen Twelker
Eröffnung: Freitag, 10. September 2004 um 20 Uhr
mit Vortrag von Kai van Eikels: Hintergrundwissen
"Business to Business" die Kurzformel "B2B" aus der New Economy-Terminologie findet in der von Jan Holger Mauss initiierten Kunstproduktion ihre Erweiterung: Die B2B-Aktivitäten des Hamburger Künstlers begannen 1995 mit der Reaktion auf eine Arbeit von Eva Grubinger, die auf einer Website das Schnittmuster für einen "Netz-Bikini" zum Download anbot. Mauss kopierte den Schnittmusterbogen in der Kombination Top-Small / Bottom-Medium und verfolgt die von Grubinger mit dem Angebot eines "Echtheitslabels" aufgeworfene Frage nach der Urheberschaft eines Kunstwerkes seither in eigener Konsequenz weiter. Als Modell, Muse und Mitproduzent fordert er andere Künstler auf, ihn in seinem Bikini abzubilden. Das jeweilige Kunstwerk entsteht im Dialog. Die bislang über 100 entstandenen Arbeiten ergeben nicht nur ein multiples Selbstportrait von Jan-Holger Mauss, sondern dokumentieren zugleich die Verbindungen zwischen den beteiligten Künstlern und das soziale und ökonomische Netzwerk, in dem er sich bewegt.
Mauss' Arbeit berührt zahlreiche im aktuellen Kunstdiskurs virulente Themen: Aspekte von Gender, Queerness, Körperlichkeit, die Frage nach geistigem und künstlerischem Eigentum, das Verhältnis zwischen bildender und angewandter Kunst. Zugleich interessieren ihn formale Kategorien. Nach der Ausstellung Zusammentreffen, bei der Anfang des Jahres in der Hamburger Galerie aplanat ausschließlich Fotoarbeiten zu sehen waren, präsentiert er bei Laura Mars Grp. mit B2B AND BACK AGAIN Werke, die die Fotografie in andere Medien übertragen. So basieren sämtliche in der Ausstellung gezeigte Arbeiten auf Fotovorlagen, die mit unterschiedlichen Mitteln weiterbearbeitet werden. Marc Brandenburgs Sticker - Versionen seiner Zeichnungen, Gabriele Baschs filigrane Scherenschnitte, die das Motiv als Schatten auf die Wand projizieren, Caro Suerkempers Videoanimationen, die nach Aquarellen gefertigt wurden: Stets werden die Grenzbereiche zwischen Produktion und Reproduktion, Bild und Abbild ausgelotet. Während die Arbeiten Autonomie beanspruchen, sind sie zugleich Bestandteil eines ständig wachsenden Kunst-Netzwerks. Sie formieren die Kunstfigur des "Bikinimannes", die in all ihren Versionen vor allem eines symbolisiert - ästhetische und soziale Transformation. |