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 Jana Gunstheimer, Ehrenstandarten der SBK, Installationsansicht, 2008 (c) VBK, Wien 2010 | | |
Im Stil der Dokufiktion entwirft Jana Gunstheimer Parallelwelten und persifliert gesellschaftliche Zustände, die im Spannungsverhältnis von Reality Soaps wie Big Brother und Überwachungs- und Disziplinierungsmaßnahmen der Gesellschaft zwar unheimlich und abschreckend aber doch nicht unmöglich scheinen.
In ihrer Arbeit Heiligsprechung, die erstmalig in Österreich in der Galerie im Taxispalais zu sehen ist, stellt sie ein Projekt der österreichischen Bundesregierung vor, die 1976 eine Staatliche Behörde zur Kanonisation einrichtete, in Anlehnung an die katholische, kirchenrechtliche Heiligsprechung. Österreichische Bürgerinnen und Bürger konnten bei dieser Behörde für einen beträchtlichen finanziellen Beitrag die „Heiligsprechung" für sich oder auch andere beantragen. Persönliche Eitelkeiten, religiöser Fanatismus und andere Beweggründe veranlassten die BewerberInnen dazu, sich dem Eignungsverfahren zu unterziehen, das tief in die Privatsphäre eingriff und einem dubiosen staatlichen Voyeurismus unterlag. Obwohl die Behörde 1981 wieder geschlossen wurde, waren in dieser Zeit 8.625 Bewerbungen eingegangen, von diesen wurden allerdings nur drei Personen in den Stand von Nationalhelden erhoben.
Im Rahmen der Ausstellung ist ein Katalog erschienen:
NOVA PORTA. Maßnahmen zur Bewältigung von Risiken. Unter Aufsicht von Jana Gunstheimer
Hg.: Galerie Conrads, Galerie im Taxipalais
19,5 × 26,5 cm, 320 Seiten´
Kerber Verlag, 2010
EUR 29,80 |