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Einzelausstellung: Javier Vallhonrat - "ETH" (vorbei)

8 September 2001 bis 13 Oktober 2001
  Javier Vallhonrat -
 
www.lagalerie.de L.A. Galerie – Lothar Albrecht

L.A. Galerie – Lothar Albrecht
Domstraße 6
60311 Frankfurt/Main
Deutschland (Stadtplan)

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tel +49-(0)69-28 86 87
www.lagalerie.de


Werke des spanischen Fotografen Javier Vallhonrat sind seit 10 Jahren regelmäßig in der LA. Galerie ausgestellt. In seinen Arbeiten erprobt der Künstler die spezifischen Möglichkeiten des Mediums der Fotografie. Die letzte Serie, Lugares Intermedios 1999, zeigte erleuchtete Modelle von Gebäuden in dämmrigen, unwegsamen Landschaften, überkonkret und irreal zugleich.

Auch in der nun ab 8.9. in der L. A. Galerie präsentierten Serie ETH 2000 sind es unwirtliche Landschaften, in die sich der Fotograf für seine Recherche begibt. Thema der großformatigen Fotografien sind Brückenkonstruktionen in den Schweizer Bergen. Aufnahmen, die im Kanton Graubünden entstanden sind, stehen Fotografien von Modellen, die im Studio nachgebaut wurden, gegenüber. Beide sind auf den ersten Blick kaum zu unterscheiden.

Zwischen steil aufragenden Berghängen und Felswänden spannen sich die gewagten Konstruktionen. Die Landschaft erscheint feindlich. Tiefe Schluchten und weglose Vegetation, riesige Felsbrocken und schneebedeckte Bäume verbieten es gleichsam, diese Bilder zu betreten.
Himmel und Horizont sind fast nie zu sehen. Die Landschaften liegen in einer winterlichen Dämmerung, in der die Farben versinken, und die sie fremd und unheimlich erscheinen läßt.

Eine Dimension, der sich Vallhonrat in ETH 2000 zum ersten Mal verstärkt zuwendet, ist die historische. Er tut dies auf mehreren Ebenen. Mit dem Titel, ETH, spielt er auf eine autobiographische Konstellation an: Sein Großvater studierte an der Eidgenössischen Technischen Hochschule in Zürich. Auf seinen Spuren begibt sich Vallhonrat in eine vergangene Zeit und eine vergangene Ästhetik.

Die Machart der Bilder ruft die Erinnerung an historische Landschaftsfotografie wach. Sie erzeugt auf den ersten Blick die Illusion, daß es sich um die Dokumentation von Pionierleistungen des Straßen- und Brückenbaus handelt, wie sie für die Anfänge der Fotografie typisch sind. Die übermäßig scharfen Aufnahmen mit dem spezifischen Nebeneinander weniger Schwarz- und Grauwerte und die monumentalen Ansichten findet man zum Beispiel in den Bildern von Carieton E. Watkins (1829 - 1916). Vallhonrat selbst verwies auf romantische Landschaftsmalerei als Inspirationsquelle.

Auffallend an den Brücken Vallhonrats ist, daß sie als Fremdkörper in der Landschaft stehen.
Niemals ist eine Straße oder ein Schienenstrang zu sehen, es ist nicht sichtbar wo der Weg herkommt oder wie er weitergeht; der Blick erreicht die Brücken nur aus einer gewissen Distanz.

Die Unzugänglichkeit der Brücken und das Dämmerlicht, in das die Landschaften getaucht sind, eröffnen in den Bildern eine weitere Dimension. Sehr allgemein lassen sie sich als Metaphern für Erinnerung lesen: unerreichbare Landschaften, in verblassten Farben und ins Halbdunkel getaucht, nicht auszuloten, aber doch scharf sich abzeichnend.

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