Language and login selector start
Language and login selector end

Einzelausstellung: Joerg Eyfferth - Spiegelungen (vorbei)

7 April 2009 bis 23 Mai 2009
  Joerg Eyfferth - Spiegelungen
Joerg Eyfferth I Glas 176 I 2008 I Öl auf Leinwand I 60 x 45 cm
 
  Galerie Supper

GALERIE Supper
Kreuzstraße 3
76530 Baden-Baden
Deutschland (Stadtplan)

E-Mail senden
tel +49 (0)7221 - 37 30 450
www.galerie-supper.de/


„Spiegelungen“

Vernissage
: Samstag, 04. April 2009, 18.30 – 20.30 Uhr.

Einführung: Regina M. Fischer, Kunsthistorikerin


Transparenz und Reflexion, so lautet nicht nur der Titel eines Katalogs zu den Arbeiten von Joerg Eyfferth, diese beiden Begriffe bezeichnen auch zwei der wesentlichen Merkmale in Eyfferths Stillleben malerei.

Glas in den unterschiedlichsten Variationen erscheint als Hauptmotiv in der Malerei des Hanauer Malers. Gläserne Stöpsel, wie man sie als Verschluss für Karaffen verwendet. Murmeln in ihrer schillernden Pracht, Glasschalen und immer wieder Trinkgläser in verschiedensten Formen.

Ganz in der Tradition der niederländischen Stilllebenmalerei, die ihre Höhepunkte im 17. Jahrhundert feierte, versteht er es die Durchsichtigkeit und die Spiegelungen minutiös wiederzugeben. Im Gegensatz zu jenen geht es bei Eyfferth nicht um die ausgesuchte Kostbarkeit und besondere Dünnwandigkeit und Fragilität der Gläser. Seine Gläser sind schwere, eher dickwandige Gebrauchsgläser, wie sie heute zu Hunderttausenden produziert werden. Ihr Rand ist rund und nicht geschliffen. An dieser Stelle tritt ein Stück heutiger Aktualität zur traditionellen Malweise hinzu, ein weiterer Beleg für den Verismus des Künstlers. Selten erscheint das Glas isoliert, wenn dann auf den Kopf gestellt. In der Regel legt der Künstler im stilllebenhaften Arrangement etwas daneben. Eine oder mehrere Murmeln, eine Frucht oder eine Blüte. In dieser Serie die seidig schimmernde halb geöffnete Blüte einer Magnolie. Der Maler benutzt das Nebeneinander zur Kontrastierung der Oberflächen. Das kalte, glatte transparente Glas und daneben die weiche, zarte aber lebendige Oberfläche der Blütenblätter. Mit diesem nebeneinander beweist er ein um das andere Mal seine Virtuosität in der Wiedergabe des Stofflichen. Es evoziert beim Betrachter zumindest die Vorstellung von einer ganz spezifischen Haptik. Damit reiht er sich einmal mehr ein in die Tradition seines malerischen Genres. Gleich den Ahnen der Stilllebenmalerei entfaltet er hier die Möglichkeiten des Trompe-l’oeil. Ganz modern ist er nun wieder in der Monumentalität, die er den dargestellten Gegenständen verleiht. Sie erscheinen stets bildfüllend, ins Zentrum der mittelformatigen Leinwände gerückt und nehmen dabei fast monströse Dimensionen an. Auf diese Weise nobilitiert der Maler die Alltagsgegenstände und feiert die Schönheit der Spiegelungen und formalen Bezüge der dargestellten Reflexe.

Ganz nah rückt er den Gegenstand dem Betrachter, dort wo er die Motive anschneidet. Am konsequentesten dann, wenn er in einem hohen Longdrinkglas zwei Stängel darstellt, das Bild aber noch unterhalb des Glasrandes anschneidet. Was bleibt ist das Bemühen des Betrachters, die sicherlich botanisch genau wiedergegebenen Stängel zu identifizieren – etwa als Teil einer Nelke? Bei allem erweist sich Joerg Eyfferth als genauer Beobachter der Wirklichkeit – dann allerdings erfolgt, wie bereits in den Arbeiten früherer Jahre der jähe Bruch mit der Realität. Nämlich an der Stelle, an der der transparente aber dennoch plastisch präsente

Gegenstand, der über Spiegelungen und Reflexionen scheinbar mit der Realität verwoben scheint, nun auch tatsächlich steht. Oder sollte ich sagen, stehen sollte. Denn dort, wo die Bildgegenstände nun stehen müssten und sich auch tatsächlich wie in der Oberfläche eines Glastischs oder einer anderen hoch polierten Fläche spiegeln, weist nicht auf einen Standort hin. Es scheint also, als ob sich Eyfferths hoch realistische Bildgegenstände im Nichts befänden. Scheinbar schwerelos und doch durch die Spiegelung verortet.

Regina M. Fischer M.A.

  • ArtFacts.Net - Ihr erfahrener Kunst-Dienstleister

    Seit dem Start in 2001 hat ArtFacts.Net™ in Zusammenarbeit mit internationalen Kunstmessen, Galerien, Museen und Künstlern eine anspruchsvolle Künstlerdatenbank entwickelt.