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Einzelausstellung: Jörg Mandernach - "Private Reservate" (vorbei)

7 Februar 2004 bis 6 März 2004
  Jörg Mandernach -
Jörg Mandernach
 
  Galerie Jarmuschek+Partner

Galerie Jarmuschek+Partner
Halle am Wasser - Invalidenstrasse 50/51
10557 Berlin
Deutschland (Stadtplan)

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tel +49 (0)30 - 28 59 90 70
www.jarmuschek.de


Jörg Mandernach – „Private Reservate“

Das Spektrum der „Zeichen“-Kunst von Jörg Mandernach reicht von der intimen Bleistiftzeichnung auf Papier über die Collage bis zu großen Wandzeichnungen, bei denen er mit Klebeband direkt auf der Wand arbeitet. In seinen Wandzeichnungen reagiert Mandernach ortsspezifisch auf die Räume der Galerie Jarmuschek und Partner wie Fenstersituationen, Vorsprünge, Wandproportionen und Lichtverhältnisse. Die Wand als Bildträger bezieht den Gesamtraum in die Arbeit ein. Eine Schicht von kleinformatigen Zeichnungen bzw. Skulpturen überlagert sequenzartig die Großformen auf der Wand.


Der Betrachter als Alice im Bild-Wonderland
Während der Betrachter bei der intimen Zeichnung im kleinen Format in seiner Vorstellung einen imaginären Bildraum betritt und beim Betrachten in die Welt Jörg Mandernachs gleitet, steht er in den Wandarbeiten und -installationen plötzlich selbst in dieser Welt. Der reale Raum - die Wände, der Boden - ist zum Bildträger geworden, auf den Mandernach seine Bildwelten setzt. Der Künstler „zeichnet“ im Realraum und öffnet ihn hin zu einem imaginären, poetischen Bildraum. Die engen Grenzen der klassischen Zeichnung und Skulptur werden überschritten. Die Grenzen zwischen Realraum und Bildraum kommen ins Fließen. Es sind Grenzüberschreitungen, die auch inhaltlich von zentraler Wichtigkeit sind. Wie bei „Alice im Wunderland“ der flache Bildraum des Spiegels, wird bei Mandernach die Bildfläche durchschritten und öffnet sich in ein räumliches Szenario, ein Eintritt in eine andere Welt. Die Rückkoppelung der Wandzeichnung zur kleinformatigen Zeichnung bleibt jederzeit erhalten und sichtbar, da sie durch eine Sequenz von miteinander zusammenhängenden Zeichnungen in kleinem Format überlagert wird.


Für privat reserviert: Individuelle Bildsprache bei Mandernach
Die rätselhafte Verbindung von Figuren, Tieren und Gegenständen ermöglicht eine Vielzahl von Gedanken und Assoziationen. Inhaltlich geht es Jörg Mandernach immer wieder um Grenzüberschreitungen: das Wechseln von Bewußtseinszuständen, wofür er in einem individuellen Bedeutungssystem eigene Zeichen entwickelt hat, z.B. semidurchlässige „Grenzen“ (die Amphore, die Haut, das Fenster, das Haus mit Fenstern und Türen) oder Verkehrsmittel zum „Entgrenzen“ (insbesondere das Flugzeug). Der Taucher beispielsweise ist für Mandernach ein Pionier, der in unbekannte Welten eindringt, ein fremdartiges Unterwasserreich betritt, ebenso wie der Betrachter in die fremdartige Bildwelt und terra incognita eines Künstlers eintaucht. Ein Bild ist für Mandernach eine Hülle und ein Speicher für Ideen. Der Künstler nimmt Motive aus der Außenwelt auf, verarbeitet sie und spiegelt sie dann, in veränderter Form, wieder in die Fläche des Bildes nach draußen.


In seiner plastischen Werkgruppe „Baustelle“ schließlich geht Mandernach mit Terrakotta ähnlich experimentell vor wie bei der Wandzeichnung „Private Reservate“. Es entstehen ständig neue Arbeiten, die je nach Raum neu installiert und kombiniert werden. Das Haus als Hülle und Speicher im Sinne durchlässiger Grenzen zwischen Innen und Außen ist ein wichtiges Motiv dieser Arbeiten. Der durch und durch transitorische Charakter Berlins erweitert die Werkgruppe um eine zusätzliche Komponente.

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