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Einzelausstellung: Judy Millar - Push, Pop, Stack! (vorbei)

8 Oktober 2011 bis 12 November 2011
  Judy Millar - Push, Pop, Stack!
exhibition view
 
  Galerie Mark Müller

Galerie Mark Müller
Hafnerstrasse 44
8005 Zürich
Schweiz (Stadtplan)

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tel +41 (0)44 - 211 81 55
www.markmueller.ch


Judy Millar
«Push, Pop, Stack!»

Bezeichnend für gegenstandslose Malerei, wie die Judy Millars, ist ihr geringer Verweischarakter. Farben, Formen und Bewegungen lassen sich nicht anhand eines der Dingwelt entliehenen Zeichenkanons entschlüsseln, sondern funktionieren in erster Linie selbstreferentiell. Sinn und Inhalt müssen somit über ein abstraktes System tradiert werden, das zu untersuchen sich Judy Millar für ihre aktuellsten Arbeiten zum Ziel gemacht hat.

Der Computer Terminologie ist der Titel der Ausstellung entnommen, der eine so genannte LIFO(last in-first out)-Methode zur Organisation von (abstrakten) Datensystemen beschreibt, bei der die zuletzt eingegangene Information das System auch wieder als erste verlässt. Die Handlungsanweisungen «Push, Pop, Stack» auf Judy Millars Malerei übertragen, lassen sich allenfalls in ihrem Werkprozess beobachten, der geprägt ist von vielfachem Auf- und Abtragen, Anhäufen und Auslöschen. Auf die unaufgespannte, am Boden liegende Leinwand wird Farbe aufgetragen, um zugleich mit Hilfenahme von Rakel, Pinsel oder Händen wieder entfernt zu werden – ein Prozess der etliche Male wiederholt in jenes Stadium der Verdichtung führt, das Judy Millar im Besonderen anstrebt. Jede neue Schicht lagert sich auf der vorangehenden ab, um entlang der abgetragenen Farbflächen nicht mehr als eine Spur der unteren Malformen durchschimmern zu lassen. Und dennoch ist nur durch das Wechselspiel von Kumulation und gegenseitiger Auslöschung dieser vermeintlich referenzlosen Gesten jener Moment höchster Spannung und Präsenz zu erreichen, der das „fertige“ Motiv auszeichnet. Wie dieser Moment zustande kommt, versucht Judy Millar in ihren neuesten Arbeiten einzukreisen, indem sie die oben beschriebenen, kleinformatigen Malereien abfotografiert und nach einer Korrektur der Tonwerte in einem ausgeklügelten Rasterpunkt-Siebdruckverfahren auf um vielfaches grössere Formate überträgt. Dasselbe Motiv kann so in die unterschiedlichsten Zustände transformiert werden. Bei den Grossformaten ist es das Blow-up zweier Motive auf unterschiedlich bemalte Leinwände, die in einer gewissen Dringlichkeit Judy Millars Anliegen zu artikulieren wissen: Jener sinnstiftende Moment in der Werkgenese, in dem sich die Malerei zu einer Aussage verdichtet, wird durch die Wiederholung nicht nur expliziert, sondern auch in seinen unzähligen Anwendungsmöglichkeiten beleuchtet.

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