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Einzelausstellung: JULIE HAYWARD - ...coming home (vorbei)

12 Februar 2003 bis 28 März 2003
  JULIE HAYWARD - ...coming home
 
  Projektraum Viktor Bucher

Projektraum Viktor Bucher
Praterstrasse 13/1/2
A-1020 Wien
Österreich (Stadtplan)

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tel +43 - 1 - 212 69 30
www.projektraum.at


Julie Haywards Objekte erinnern an Gegenstände, die man aus dem Alltagsleben zu kennen meint.
Da sind etwa ein Fernseher oder eine Wiege und auf den Zeichnungen entdeckt man Teile, die einem irgendwie vertraut erscheinen, aber doch fühlt man sich in seiner üblichen Perzeption gestört.
Das ist dann jener Punkt, an dem die Objekte beginnen auf einer anderen Ebene zu greifen, wo das Unterbewußtsein alle möglichen Assoziationshilfen bietet und die Erinnerung an emotionale Parallelwelten andockt.

Die zwei Objekte, die in der Ausstellung ...coming home gezeigt werden ... thematisieren auf der einen Seite den romantisch behafteten Begriff des nach Hause kommens, im Sinne eines zu sich kommens und dann genau das Gegenteil davon.

In einigen der letzten Zeichnungen von Julie Hayward sind Perlen aufgetaucht, die sorgfältig sortiert, nummeriert, aufgefädelt oder gesammelt werden.
Bei dem Objekt mit dem Titel ...coming home liegen sie in zwei ovalen Schüsseln in einer Wiege-ähnlichen Form ... es erinnert auch an ein futuristisches Gerät aus einem frühen Science-Fiction Film, das künstliches Leben produziert und zugleich einen Ort der Geborgenheit bietet, an dem das Konstrukt gedeihen kann: eine Art zu Hause also.
Der weiße Lack verstärkt noch den sterilen, kalten Laborcharakter der Skulptur, der weiße Plüsch verleiht ihr etwas organisches. So wie bereits andere Arbeiten von Julie Hayward, erinnert ...coming home an eine futuristisch anmutende mechanisch-organische Maschine.

Das zweite Objekt mit den Titel TV-Baby beschreibt genau das Gegenteil des zu sich kommens.: ...Da ist zunächst TV -Baby von Julie Hayward. Das technoid-organische Zwitterwesen suggeriert einerseits die Mechanismen einer künftigen Biotechnologie. Wie aber der plastische Cyber-Organismus (samt dem Plüschwesen im Monitorkäfig) funktionieren soll, bleibt rätselhaft. Zugleich ist die Arbeit eine vieldeutige und ironische Chiffre für die mediale Auflösung der Wirklichkeit: es ist überhaupt nicht mehr klar, wer Sender, wer Empfänger, und was die Nachricht ist. Diese diffuse Macht der Medien bestrahlt und infiziert die seltsam amorphe Masse des undefinierbaren, wehrlosen und nackten Etwas. Es ist eine repressive Idylle, die im Flimmern der imaginierten moving images offenbar wird: der Sog der Bilder scheint das eigene Leben, das eigene Bewußtsein aufzusaugen und in die totale Regression einer molluskenhaften Existenz zu führen. Die Welt des Scheins, die Wirklichkeit zu spiegeln vorgibt, erzeugt bloß noch scheinhaftes Leben im Abglanz des Fernsehers. Das traute Heim ­ der Ort der Geborgenheit ­ mutiert zur Intensivstation.

Komplettiert wird die Ausstellung von mehreren Projekt-Skizzen - Ausgangspunkte für die aufwändigen Arbeiten von Julie Hayward.

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