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Einzelausstellung: Jun Yang - learn the local language (vorbei)

9 September 2005 bis 22 Oktober 2005
 
 
  annex14 - Raum für aktuelle Kunst

annex14
Junkerngasse 14
3000 Bern
Schweiz (Stadtplan)

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tel +41 (0)44 - 202 44 22
annex14.com


Die Ausstellung zeigt Arbeiten aus der Serie "X-Guide (2004)",die Videoarbeit „Revolutions come and revolutions go“, 2005 sowie die für annex14 konzipierte Neoninstallation "Heroes come and heroes go“(Szobor Park Budapest) welche zum neuen Zyklus "HERO" zählt. Teil 1 - "HERO – this is WE" - ist zur Zeit an der 51. Biennale Venedig zu sehen.

Der in Wien lebende Künstler Jun Yang beschäftigt sich seit längerem mit Fragen der Identität sowie den Beziehungen zwischen Individuum und Masse. In seinen bisherigen Arbeiten thematisiert der 1975 in China geborene und seit 1979 in Wien/Oesterreich lebende Künstler die Erfahrungen des Fremdseins in einer Mischung aus kulturanalytischen Essays und persönlichen Erzählungen. Yangs in diesem Zusammenhang gestellte Frage nach der Authentizität "seines" chinesichen Erbes fokussiert deshalb immer auch auf die mental und medial vermittelten Chinabilder, die seine wie unsere kollektive Wahrnehmung bestimmen.

"X-Guide" besteht aus einer Serie didaktischer Text-Bild-Tafeln mit Anweisungen zum richtigen Verhalten wie "learn the local language", "don’t be to noisy", "don’t spit on the ground". Piktogramm und Text fordern scheinbar imperativ kulturelle Normen und Verhaltensweisen ein. Vordergründig verspricht deren – äusserliche - Aneignung die geglückteIntegration in ein bestimmtes soziales Umfeld. Legitimation und Allgemeingültigkeit solcher Codes werden von Jun Yang aber ebenso spielerisch wie reflektiert hinterfragt und damit zur Diskussion gestellt.

Hat Jun Yang bisher vor allem im Spannungsfeld von Autobiografie und kulturellen Stereotypen gearbeitet stehen im Zyklus HERO die Masse und deren Repräsentationssysteme im Vordergrund. Mit welchen Symbolen arbeitet eine Masse? Wie schafft sie sich ihre Helden, diese gleichsam individualisierten "Verkörperungen" ihrer Selbst? "HERO – this is WE", die Videoarbeit an der Biennale Venedig, reflektiert diese Fragen u.a. an Hand der neuen Helden eines neuen Chinas. In "Heroes come and heroes go" (Szobor Park Budapest) hingegen steht der Umgang mit Helden im Zentrum, denen der ursprüngliche – historisch-ideologische und räumliche - Kontext abhanden gekommen ist. Bezugspunkt dieser Arbeit ist der Museumspark am Rande Budapests, wo die früher in der Stadt aufgestellten Monumente, die Lenin- und Marxstatuen, die Denkmäler der sowietisch-ungarischen Freundschaft etc. heute gezeigt werden. Die Neon-Horizontlinie aus der heraus eine Heldensilhouette ragt und die Konversation zwischen den zwei Protagonisten J und Y bilden in diesem Zusammenhang ein offenes Verweissystem. Dieses ist so ausgelegt, dass die daraus resultierenden Bezüge immer tiefer in die Komplexität der Beziehungen zwischen Held und Masse führen. Gleichzeitig wirft die Arbeit Fragen nach dem aktuellen Umgang mit solchen Repräsentationssystemen auf – nicht zuletzt wohl deshalb, weil es sich hier um "gefallene" Helden handelt.

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