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Einzelausstellung: Kai Mailänder - Zucht und Ordnung - Berlin (vorbei)

5 November 2010 bis 29 Januar 2011
  Kai Mailänder - Zucht und Ordnung - Berlin
Kai Mailänder, Das Gewächs, Öl auf Leinwnad, 40 x 30 cm, 2010
 
  Galerie Martin Mertens

Galerie Martin Mertens
Linienstraße 148
10115 Berlin
Deutschland (Stadtplan)

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tel +49 (0)30 - 440 433 50
www.martinmertens.com


Nachdem einige Arbeiten von Kai Mailänder in der Eröffnungsausstellung unserer neuen Räume in München zu sehen waren, zeigen wir nun unsere erste Einzelausstellung des jungen Karlsruher Künstlers. Zu sehen sind Collagen, Malereien und Objekte.
Mailänders Collagen basieren auf schwarz/weiß Fotos aus Büchern der 50er und 60er Jahre zur deutschen Kulturlandschaft. Fachwerkhäuser und idyllische See- oder Berglandschaften vermitteln das Gefühl einer heilen Welt. Sie beschwören die biedere aber vermeintlich geordnete und sichere Welt der Wirtschaftswunder-Jahre herauf werden aber aus ihrer gewohnten Umgebung gerissen und in einem neuen Raum komprimiert oder isoliert. Durch die Schichtung von Papieren und Übermalung entsteht Raumtiefe und ein neuer eigenständiger Bildraum, der zum Teil surreale und verfremdende Züge an-nimmt. Die sichtbaren Seitenzahlen der Buchseiten fungieren zugleich als Verweis auf die Herkunft der Fotos und als vermeintlicher Wegweiser und Ordnungssystem.
Die Übermalungen und Überklebungen bzw. Ergänzungen durch Farben und farbige Papiere, Linien und Farbflächen werden bestimmte Elemente im Bild betont und andere verdeckt, Unbedeutendes wird herausgestellt oder zentrale Motive unkenntlich gemacht oder verändert. Sie interpretieren und kommentieren die vorgefundene Abbildung, neue Perspektiven werden errichtet und durch verscho-bene Größenverhältnisse auch wieder verworfen. Die historischen Abbildungen werden in die heutige Zeit geholt und dieser Zeit angepasst.

Mailänders Malereien zeigen ebenfalls einen collageartigen Aufbau. In dunklen monochromen Bildräu-men schweben haltlos isolierte Gegenstände, die durchaus bedrohlich oder fremdartig wirken. Auf den ersten Blick sind die Objekte (z.B. banale Blumen-Pflanztöpfchen) durch das Herauslösen aus ihrer ge-wohnten Umgebung kaum zu erkennen bzw. erhalten durch ihre Betonung eine völlig andere Wirkung.

Eine weitere Werkgruppe bilden Objekte aus Knochen von Tieren oder ganzen ausgestopften Tieren. Auch hier spielt der Aspekt der Veränderung eine zentrale Rolle. Allerdings schärfer und kritischer for-muliert, denn an den Tierfragmenten sind Mutationen zu erkennen, die sie zu monströsen Fabelwesen werden lassen. Sie sind wie die Landschaft, aus der sie kommen, verändert und deformiert. Teile der Körper verschmelzen mit einander, werden auseinandergerissen, isoliert und wieder neu zusammen-gefügt

Durch das gesamte Werk Mailänders zeit sich die Farbe Schwarz als Symbol für das Unbekannte, Unsichtbare und Undefinierbare. Sie verweist vielleicht auch auf die Gefahren der Manipulation der Natur durch das Eingreifen des Menschen.
Es entsteht ein eigener Kosmos, der bedrückt, irritiert und Fragen stellt.

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