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Einzelausstellung: Karin Sander H = 400 Cm (vorbei)

2 November 2012 bis 22 Dezember 2012
  Karin Sander  H = 400 Cm
 
  Esther Schipper

Esther Schipper
Schöneberger Ufer 65
10785 Berlin
Deutschland (Stadtplan)

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tel +49-(0)30 37 44 33 133
www.estherschipper.com


Esther Schipper freut sich mit h = 400 cm die erste Einzelausstellung von Karin Sander in der Galerie zu präsentieren.

Seit den frühen 90er Jahren arbeitet Karin Sander konzeptuell, ortsspezifisch und raumübergreifend. Sie konzentriert sich auf vorhandene, doch nicht immer offensichtliche Strukturen.

Im Rahmen ihrer ersten Einzelausstellung bei Esther Schipper setzt Karin Sander mit drei verschiedenen, aufeinander abgestimmten Interventionsgesten eigene Beschreibungsmerkmale an. Zunächst hat sie aus der Begegnung mit einer gerade fertiggestellten architektonischen Neuordnung der Räume einen drastischen künstlerischen Handlungsansatz gewählt – indem sie den „Umbau“ gleich wieder zurückbaut. Dies ist nicht als eine restaurative, sondern vor allem als analytische Geste zu verstehen, erlaubt sie den Betrachter/innen doch, sich für die Dauer dieser Ausstellung das Ephemere des Galerieraums und die Revision einer Ordnungsgeste tatsächlich zu erleben. Mit den frisch eingezogenen Wandelementen nimmt Sander etwas weg. Sie nimmt dies aus der Vertikalen und legt es um zur Horizontalen, indem sie die Wände als plastische Vermittler zwischen Wänden, Boden und Decke aufschichtet.

Sie fügt im zweiten der beiden Galerieräume auf der Bodenebene, der „Grundlage“ im wahrsten Sinne, aber auch etwas hinzu: Ein eigens für den anderen Raum gefertigter Teppich zeigt jene im fertigen Bau stets unsichtbaren Planlinien, Maßangaben und Legenden des Galeriegrundrisses auf. Dadurch verschränkt Sander nicht nur die unterschiedlichen Funktionalitäten von Bauplanung und innenarchitektonischer Ausstattung, von konstruktiver Rationalität und ornamentalem Schmuck, sie besetzt auch eine definitorische Restfläche des Galerieraums.

Die nach Wegnahme der Innenwände erhaltenen Wandflächen werden zur Ausstellungsfläche für eine Serie von 65 Haarzeichnungen – als Alternativen zur Geste des Zeichnens ausgeführte Arrangements von Haaren, die auf ein Blatt Papier fallen gelassen und fixiert wurden – die so etwas wie die Grammatik einer „Architektur des Zeichnens“ als Sammlung feiner, "individueller" Linien organischen Ursprungs auf die Wand setzen. (Clemens Krümmel)

Karin Sander, geboren in Bensberg, lebt und arbeitet in Berlin und Zürich. Sie studierte Freie Kunst und Kunstgeschichte an der Kunstakademie Stuttgart und am I.S.P., Independent Study / Studio Program, I.S.P. Whitney Museum, New York. Zu ihren Einzelausstellungen zählen Kernbohrungen, nbk, Berlin (2011); Gebrauchsbilder und Andere, Kunstmuseum St. Gallen; (2010); Zeigen. Eine Audio-Tour durch Berlin, Temporäre Kunsthalle, Berlin (2009), 1:9, Staatsgalerie Stuttgart, Deutschland (2002). Sie nahm teil an Gruppenausstellungen im Neuen Museum Weserburg, Bremen (2011); im Solomon R. Guggenheim Museum, New York; bei der 9. Sharjah Biennale, UAE (2009); im Museum of Modern Art, New York (2007); in der Schirn Kunsthalle, Frankfurt (2006); und bei den Skulptur. Projekten Münster (1997). Karin Sander hat eine Professur an der ETH (Eidgenössische Technische Hochschule / Departement Architektur) Zürich.

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