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Einzelausstellung: Katrin Heesch -Malerei (vorbei)

14 Juni 2008 bis 5 Juli 2008
 
 
www.rothamel.de GALERIE ROTHAMEL

GALERIE ROTHAMEL
Fahrgasse 17
60311 Frankfurt/Main
Deutschland (Stadtplan)

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tel +49 - (0)69 - 21 97 66 91
www.rothamel.de


Katrin Heesch
Malerei

Galerie Rothamel Frankfurt am Main
14. Juni bis 5. Juli 2008

Zur Eröffnung am Samstag, 14. Juni, von 18 bis 20 Uhr laden wir Sie und Ihre Freunde herzlich ein.

Die Künstlerin wird anwesend sein.

Ein Bild, ein Relief auf Leinwand. Hunderte horizontaler farbiger Linien, präzise, als habe eine Maschine sie gezogen. Das Material ist ungewöhnlich, keine Ölfarbe, nicht Acryl, sondern eine halb transparente Substanz. Die Augen suchen einen Fixpunkt, eine Vertikale, es gibt keine. Ein kleines Schwindelgefühl, und es entsteht ein anderes Bild, eine Vision. Blasser Himmel, ein bemooster Hang, milchig blaues Wasser. Dahinter schimmern Pappeln.

Die Künstlerin, Katrin Heesch, wurde 1973 in Kassel geboren. Früh fiel ihr außerordentlicher Sinn für Farbe auf. Schon als Kind unterschied sie Nuancen, die sonst kaum jemand bemerkte. Farbschattierungen konnte sie aus dem Gedächtnis rekapitulieren. Die angeborene Fähigkeit eines Menschen, die Höhe eines beliebigen gehörten Tons zu bestimmen und ihn innerhalb eines Tonsystems exakt einzuordnen, bezeichnet man als absolutes Gehör. Katrin Heesch verfügt über den absoluten Blick.

1994 nahm sie ein Studium der Freien Kunst an der Bauhaus-Universität in Weimar auf. Fast alles drehte sich um konzeptuelle Ansätze, das kam Heesch entgegen. Gemalt wurde indes kaum, und um Farben ging es selten. Zu selten, fand die angehende Künstlerin. Während ringsum Installationen entstanden, definierte sie die Malerei und den Umgang mit Farbe für sich neu - zwei Jahrhunderte nach Goethes "Beiträgen zur Chromatik". Ihre Diplomausstellung im Belvedere ist an der Hochschule Legende.

Heeschs System umfaßt 108 Farben in je fünf verschiedenen Tönen. Die Farben mischt sie aus Pigmenten und rührte sie mit Latex an. Ihre Bilder setzt die Künstlerin aus hunderten farbiger Streifen zusammen, die opak schimmern. Jeden Streifen trägt sie in einzelnen Schichten auf, oft bis zu acht Lagen übereinander. Der Aufwand kostet Monate. Pro Jahr entstehen nicht mehr als sieben Werke. Um genau vordefinierte Stimmungen zu erzeugen, benutzt sie eine eigene Harmonielehre, die sie ständig verfeinert. Es geht um die Wechselwirkungen nicht nur benachbarter, sondern aller Linien auf einem Bild, um Dissonanzen und Harmonien, Übergänge und Dominanten. Darum, Kompositionen aus hunderten verschiedener Farben auf ihre Wirkung hin zu kalkulieren. Aus einfachen Farbklängen entstehen Bilder, komplex wie Symphonien.

Der Verzicht auf vertikale Bildelemente erzeugt einen eigenartigen Effekt. Auf der vergeblichen Suche nach einem Fixpunkt bewegen die Pupillen des Betrachters sich unwillkürlich nach rechts und links, eine Art Flimmern, ein leichtes Schwindelgefühl, und die spezielle Farbstimmung des betrachteten Bildes ruft adäquate Bilder aus der Erinnerung auf. Sie stehen vor dem inneren Auge, während der Blick nach außen das Gemälde umfaßt. Hinter Katrin Heeschs Bildern stehen alle Bilder der Welt. Vor Zeiten hätte man diesen Effekt Magie genannt.

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