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Einzelausstellung: Klaas Kloosterboer - BALLAST (vorbei)

13 September 2003 bis 16 November 2003
  Klaas Kloosterboer - BALLAST
Klaas Kloosterboer, 00139, 2000, enamal/ linen, 360 x 230 x 120 cm
 
  Badischer Kunstverein

Badischer Kunstverein
Waldstr. 3
76133 Karlsruhe
Deutschland (Stadtplan)

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tel +49-(0)721 - 28 226
www.badischer-kunstverein.de


Der Badische Kunstverein stellt den in Amsterdam lebenden Künstler Klaas Kloosterboer (1959 geboren) erstmals in Deutschland mit einer großen Einzelausstellung vor.

Der künstlerische Akt, Raum zu schaffen und - im Gegenzug - Raum zu besetzen, sind wesentliche Antriebskräfte hinter Kloosterboers Praxis. Die Wurzeln seines Werks nehmen Bezug auf die Entwicklung der Avantgarde-Malerei des 20. Jahrhunderts, besonders ihre abstrakten und konzeptuellen Experimente. Kloosterboer ist angezogen von dem Purismus des historischen Modernismus, aber zugleich skeptisch gegenüber jedwedem Purismus. Regeln in der Kunst sind für ihn von relativer Bedeutung.

In seinen Werken benutzt er die Materialien und Techniken eines Malers. Er arbeitet mit verschiedenen abstrakt-visuellen Sprachen, dem Figur-Grund-Problem, der malerischen Geste. Diese konventionellen Kategorien werden von ihm jedoch überarbeitet, mit dem Ziel, sie hier und jetzt zu aktualisieren. In Kloosterboers Arbeit geht es immer um Gegenwärtigkeit, um das Schaffen einer Welt von Artefakten, die in ihren rituellen Elementen nicht von der Selbstverständlichkeit der materiellen Welt abgetrennt ist.

Kunst sollte weiterhin einen eigenen autonomen Raum für Versuchsanordnungen behaupten. Das ist eine der Grundüberzeugungen des Künstlers. Für seine Ausstellung im Badischen Kunstverein hat Klaas Kloosterboer ein Arrangement von Arbeiten vorgeschlagen, das verschiedene und manchmal auch widersprüchliche Aspekte seines Werks untersucht (z.B. Zerstörung versus Anmut). Der Titel der Ausstellung "BALLAST" bezieht sich auf eine Serie von Zeichnungen, die in einer kartoonesken Weise von dem reinigenden Effekt sprechen, den Kunst auf das individuelle Gemüt haben kann.

Mark Kremer, der die Ausstellung für den Badischen Kunstverein kuratiert, schreibt in seinem Katalogbeitrag ("Poldergeist"): " Meiner Ansicht nach legt sein Oeuvre einen Konflikt bloß, der in gewissem Sinne Motor der gesamten Entwicklung der modernen Kunst ist, nämlich der Konflikt zwischen dem Autonomie-Gedanken und der Kunst, die den Anschluss ans Leben sucht. Kloosterboer inszeniert den Konflikt mit seiner malerischen Sprache, in Werken, die Material und Ideen miteinander kombinieren und gegeneinander in Stellung bringen. Bei näherer Betrachtung stellt sich heraus, dass er als burlesker Modernist betrachtet werden kann. Durch die Verwendung der derb-komischen Figuren der Burleske nimmt Kloosterboer die Schwachstelle der Autonomie aufs Korn. So reflektiert er mit seinem Schaffen die heikle Position des Autonomie-Gedankens in der heutigen Zeit und revitalisiert ihn zugleich: Auch wenn seine Arbeiten eine noch so spielerische Form haben mögen, enthalten sie immer einen Kern, in dem der Kunst Raum für Reflexion und Erfahrung gesichert wird."

Anlässlich der Ausstellung erscheint eine umfangreiche Publikation "Shivering Emotions and Feverish Feelings" (208 Seiten, in der Ausstellung 22 Euro / Mitglieder 18 Euro), die Kloosterboers Werk in einen internationalen Kontext einführt und Essays (dt./engl.) von Mark Kremer und Frank Reijnders sowie ein Gespräch mit Klaas Kloosterboer von Angelika Stepken enthält. Für die Gestaltung zeichnen Mevis & Van Deursen, Amsterdam.

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