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Einzelausstellung: Klaus-Martin Treder - „keine angst … ich sterbe … nicht hier" (vorbei)

9 Juni 2007 bis 28 Juli 2007
  Klaus-Martin Treder -  „keine angst … ich sterbe … nicht hier
Klaus-Martin Treder
 
  Galerie Jette Rudolph

Galerie Jette Rudolph
Strausberger Platz 4
10243 Berlin
Deutschland (Stadtplan)

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tel +49 (0)30 - 613 03 887
www.jette-rudolph.de


Klaus-Martin Treder - „keine angst … ich sterbe … nicht hier"

Eröffnung
: Samstag, 9. Juni 2007, 18:00 bis 21:00 Uhr

Ausstellungsdauer: 9. Juni bis 28. Juli 2007

Methodisch- systematisch, analytisch- mathematisch könnte man die neuen Arbeiten von Klaus- Martin Treder (geb. 1961, lebt und arbeitet in Berlin) nennen, wie sie in der neuen Ausstellung in der Galerie Jette Rudolph gezeigt werden, wenn nicht schon der Titel den Kontrapunkt und somit ein Geheimnis in die Arbeiten legen würde und auf ein Anderes verweist.

Klaus- Martin Treders Ausgangspunkt bilden abstrahiert Stilisierungen und Formalismen aus der Welt des Comics oder Logodesigns. Hieraus entwickelt er eine neue Formensprache, die in der zweidimensionalen Ebene des Bildes sowie im dreidimensionalen Raum der Plastik miteinander korrespondiert, dabei werden organische und kristallin- geometrische Objekte in Beziehung zueinander gesetzt.

Mit der Berechnung neuer Farbwerte und dem Inszenieren der ohne weitere Retuschen aufgetragenen Malerei auf die Träger Leinwand, Aluminiumblech oder Holz potenziert sich die Möglichkeit der Wirkung der Farbwerte, eben auch durch ihre Opazität und Reflektion am Träger selbst bis ins Unendliche.
So beschreibt Klaus- Martin Treder Farbe ebenso wie einst Körper geometrisch beschrieben worden sind, zerlegt sie in ihre Einzelteile und gibt ihr einen doppelten Boden durch ihre wiederum geometrische Anordnung auf der Bildfläche, macht Farbe in ihren Raumkoordinaten (x, y, z) mehrdimensional sinnlich erfahrbar und zu einem architektonisch eingebundenen Gesamtkonzept. Malerei wird Konstruktion.
„(...), (..) eines der wesentlichen merkmale des menschen (ist) das denken. das denken ermöglicht auch, gefühlswerte in einer weise zu ordnen, (...), das urelement jeden bild- werks aber ist die geo- metrie, die beziehung der lagen auf der fläche oder im raum. (...)verhältnisse(,) des verhaltens von ding zu ding, von gruppe zu gruppe, von bewegung zu bewegung. und weil sie diese grundlegenden dinge in sich schliesst und sie sinnvoll in beziehung setzt, ist es nahe liegend, dass solche ereignisse auch dargestellt werden, bild werden." (max bill, die mathematische denkweise in der kunst unserer zeit; in: Konkrete Kunst. Manifeste u. Künstlertexte, Hrsg.: Margit Weinberg Staber, Zürich 2001)

Der visuellen wie inhaltlichen Rezeption der Treder'schen Bilder und Objekte steht das Wort/ der Text zur Seite, indem die Betitelung derselben in Form gerahmter Plakate das Gesehene kommentiert, die Wortschöpfungen stehen hier kongenial neben den Bildschöpfungen und bestimmen deren Ästhetik als visuelle Komponente mit. Das Wort wird zur Untermalung der Farbwerte gesetzt und ist ganz entgegen seiner eigentlichen Funktion auf den ersten Blick nicht erklärend oder beschreibend gebraucht- Sprache steht hier nicht im alleinigen Anspruch, Werkzeug des Geistes zu sein. Vielmehr: Das Wort gesellt sich dazu, ganz wie ein Zersetzer konfundiert es bestehende Formen und Normen, um die Rationalität der Arbeitsschritte aufzulösen, unterwandert die Statik der Werke Klaus- Martin Treders und macht aus der Idee des Subjekts ein mehrdimensionales Objekt und fordert mit allem, was dem Rezipienten gegeben ist, die Farbe am Träger eingebunden in den architektonischen Rahmen geistig- reell neu zu erfassen. Sprache und Geist, ratio und oratio, werden wieder zu Wechselbegriffen: "Alle geistige Bewältigung ist an diesen doppelten Akt des >>Fassens<< gebunden: an das Begreifen der Wirklichkeit im sprachlich- theoretischen Denken und ihr >>Erfassen<< durch das Medium des Wirkens; an die gedankliche wie an die technische Formgebung." (Ernst Cassirer: Form und Technik; Technikphilosophie, Hrsg.: Peter Fischer, Reclam Verlag Leipzig, 1996)

„keine angst … ich sterbe … nicht hier" ... dann wollen wir sagen: „gut so …!"

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