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Einzelausstellung: Korpys & Löffler - unter Bildhauern (vorbei)

18 Juli 2004 bis 26 September 2004
  Korpys & Löffler - unter Bildhauern
Korpys & Löffler, The Nuclear Football, 2004
 
  Lehmbruck Museum

Lehmbruck Museum
Friedrich-Wilhelm-Straße 40
47049 Duisburg
Deutschland (Stadtplan)

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tel +49 (0)203 - 283 32 94
www.lehmbruckmuseum.de


Aus aktuellem Anlass zeigt die Stiftung Wilhelm Lehmbruck Museum eine umfangreiche Einzelausstellung des Künstlerduos Korpys/Löffler und stellt ihr vielschichtiges und anspielungsreiches Werk aus den letzten zehn Jahren vor. Im Zentrum stehen Rauminstallationen mit Zeichnungen, Skulpturen, Videos und Fotos, ebenso werden mehrere Filme eingebunden.

Seit über zehn Jahren recherchieren Andreé Korpys (geb. 1966) & Markus Löffler (geb. 1963) für ihre Projekte und Filme in gesellschaftlichen und politischen Räumen, die häufig durch besondere Funktionen und Sicherheitsstrukturen geprägt sind oder als repräsentative historische Topographien gelten.

Überwachungstechnik, Kontrollsysteme, repräsentative öffentliche Architekturen werden in den Arbeiten der Künstler in ihrer formalen Ausgestaltung wahrgenommen und untersucht. Es entsteht eine eigene ästhetische grammatikalische Struktur, die nach dem Verhältnis von Kunst und Macht und vor allem von Kunst und Gewalt fragt. Dabei verzichten die Künstler auf Kommentierung, moralische Stellungnahme oder einer aufklärerischen Geste.

Mitte der 90er Jahre kündigten sie eine Ausstellung mit „sehr schlechten Bildern" an, die sich mit den KZ-Gedenkstätten in Deutschland auseinandersetzte. In einem anderen Zusammenhang entstand eine Installation, die einen akribisch geplanten Bankraub dokumentierte. Die Installation „Sandhaufen" geht der abstrusen Geschichte des Kunstmalers Theo Sand nach, bei dem ein Ehepaar bei einem Besuch ein Wandbild bestellte, dann plötzlich den Künstler überwältigte und einen Raketenwerfer auf die gegenüberliegende Bundesanwaltschaft richtete.

Meist sind politische Ereignisse, wie der Staatsbesuch von George W. Bush 2002, Ausgangspunkt ihrer investigativen Kunst, die die Strategie der künstlerischen Formanalyse in einen neuen Kontext einbindet. In ihre dokumentarischen Analysen spinnen die Künstler fiktive und biographische Fäden ein, die Widersprüche und Entdeckungen um so schärfer deutlich machen, neue Bezüge und Behauptungen konstruieren. Doch welche Zusammenhänge haben für historische Ereignisse überhaupt eine Bedeutung, welchen Bezügen ist Vorrang einzuräumen?

Die Ausstellung geht auch Fragen grundsätzlicher Standortbestimmungen nach. Welche Möglichkeiten haben Kunst und Künstler heute, sich in einen historischen Diskurs einzuschreiben, der durch die Medien ersetzt scheint? Wie werden historische Ereignisse durch mediale Bilder imprägniert?

Zur Ausstellung ist ein Begleitprogramm in Vorbereitung. Es erscheint eine Publikation.

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