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Einzelausstellung: Lea Asja Pagenkemper - Bordsteinschwalbe (vorbei)

10 September 2005 bis 20 Oktober 2005
  Lea Asja Pagenkemper - Bordsteinschwalbe
Lea Asja Pagenkemper, Nacht, 2005, Acryl auf Leinwand, 230 x 280 cm
 
  Galerie Jette Rudolph

Galerie Jette Rudolph
Strausberger Platz 4
10243 Berlin
Deutschland (Stadtplan)

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tel +49 (0)30 - 613 03 887
www.jette-rudolph.de


PRESSEMITTEILUNG

Lea Asja Pagenkemper
Bordsteinschwalbe

verlängert bis 20.Oktober 2005
Eroeffnung am Freitag, d. 09. September 2005, 19- 22 Uhr

Zur Ausstellung erscheint ein Katalog.

"Unsere Zeit eignet sich nicht für Pathetik und Lyrismus. (...) Ich bin schrecklich zugänglich für die Welt, die mich umgibt." (Michael Houellebecq, 1997, Interview i. "Die Welt als Supermarkt")

Der jungen Malerin und Baselitzmeisterschülerin Lea Asja Pagenkemper (*1976; lebt und arbeitet in Berlin) gelingt es, in ihrer Malerei die Kulisse der Realität in Echtzeit mit der des poetischen Ornaments nahtlos ineinanderzuverschränken.

Mit einer Auswahl ihrer neuesten groß- und mittelformatigen Leinwände präsentiert Pagenkemper die erste Ausstellung in unseren neuen Galerieräumen in der Zimmerstrasse am Checkpoint Charly. Auffallend ist die Abkehr der Künstlerin vom bildnerisch mittels Fluchtlinien klardefinierten Raum ihrer vergangenen Bilderserie zugunsten das gesamte Bildformat füllender gräulich- weißer Haus- und Plakatwände oder aber eines von schattigen Bäumen gerahmten Blicks in einen undurchdringlichen Nebel im Zwielicht oder umhüllt von nächtlicher Dunkelheit. Diese mehrschichtig übermalten Flächen von Wänden und Lichtnebel dienen der Künstlerin als Projektionsschirm für ihre emotional aufgeladenen ("The Night belongs to Lovers") bisweilen sozio- politisch ("wir geben uns weiterhin zuversichtlich") aber auch moralisch- philosophisch gefärbten ("esistnichtallesgoldwasglaenzt") Paraphrasen, die sie konterkarrierend wenn nicht gar kokettierend durch phantasievoll gesetzte Motivzitate ergänzt. So liest der Betrachter zwischen Vogel und Käfig als Symbole für Freiheit und Vergänglichkeit den saloppen Spruch der "Vollmeise", und in einem anderen Bild nährt eine milchspendende Mädchenbrust den über ihr schwebenden Schriftzug "Pussykikcs".

In der Ausstellung "Bordsteinschwalbe" Pagenkempers paart sich so die grenzenlose Sehnsucht nach Liebe und Natur mit der funktionalen Konstruktion des urbanen Lebensraums und gibt in dieser Konstellation ein repräsentatives Spiegelbild menschlicher Befindlichkeit. Die Verwebung von ornamentalen Graffitisprüchen mit den mehrschichtig vermalten Farbräumen und den zeichnerisch gesetzten Motiven bergen einen Kosmos von Gefühl, Zufall, Verwicklung und Doppelbödigkeit, die die Leinwände Pagenkempers wie eine Collage kollektiver Topoi, Mythen und Symbole erscheinenlassen und uns nicht zuletzt im Alltag der Medien wie auf der Straße begegnet. Das Erstaunliche angesichts der Bilderzählungen Pagenkempers aber ist, dass sie den Mut hat, immer wieder sich selbst in Wort und Bild in ihre Malerei einzubringen, was ihren Arbeiten eine bestechende Glaubwürdigkeit verleiht.

In den vergangenen zwei Jahren konnten wir Arbeiten Pagenkempers in die repräsentativen Sammlungen von Harald Falckenberg/ Hamburg und Can Elgiz/ Istanbul vermitteln. Im Frühjahr 2006 nimmt Pagenkemper an der Ausstellung "Youth of Today" in der Schirn Kunsthalle teil.
Zum ART FORUM BERLIN zeigen wir eine Installation von Tine Benz und auf der Aussenwand täglich wechselnde Künstlerpräsentationen, so am 30.9. Werke von Lea Asja Pagenkemper.

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