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Einzelausstellung: Leo Zogmayer - neither (vorbei)

19 August 2005 bis 23 August 2005
 
 
www.hilger.at hilger contemporary

hilger contemporary
Dorotheergasse 5
A-1010 Wien
Österreich (Stadtplan)

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Eröffnung: Donnerstag, 25. August 2005, 19.00 Uhr
Der Künstler ist anwesend
Einführung: Tayfun Belgin, Direktor der Kunsthalle Krems

Leo Zogmayers Ausstellungstitel neither zitiert eine seiner Textarbeiten aus dem Jahr 2002, kann jedoch auch gleichzeitig als Hommage auf den Komponisten Morton Feldman gelesen werden. "neither" ist der Titel einer Oper Feldmans, dessen Libretto mit nur 16 Textzeilen Samuel Beckett verfasste. Zogmayer widmet dem Titel nicht nur mehrere seiner Einworttextbilder auf Glas und Metall, wie sie seit etwa 1998 immer häufiger neben den abstrakten Nichtbildern, Rahmen und Schichtungen auftreten, er wendet auf das 16-zeilige Werk auch jenes Verfahren an, mit dem er seit Jahren Texte dekonstruiert: die Wörter des jeweiligen Ausgangstextes werden am Computer alphabetisch gereiht, die argumentative Verknüpfung der Wörter und Begriffe wird so zugunsten der lapidaren Ordnung des Alphabets aufgehoben. Es entstehen neue, oft liedhafte Texte, Text-Bilder, Metatexte...
Zogmayer begann vor knapp zehn Jahren - auf der Suche nach quasi ikonoklastischen Bildgestalten - einzelne Wörter in den Mittelpunkt seiner Werke zu stellen, wobei er Wert darauf legt, dass von Wörtern und nicht von Begriffen die Rede ist: es geht nicht um diskursive, kognitiv fassbare Inhalte, vielmehr wirkt der anfängliche, "unschuldige" Gehalt des Wortes. Realisiert wurden neben den in der Ausstellung exemplarisch gezeigten Textbildern in den letzten Jahren auch z.T. großformatige Textinstallationen im öffentlichen Raum (Wien, St.Pölten, Tübingen, Brüssel). Eine aktuelle Variante des Themas bilden Diptychen, die komplementäre Formulierungen verwenden: Anlässlich der Triennale India in Neu Delhi schrieb Leo Zogmayer die Worte CHANGE / NO CHANGE auf die Fassade des Ausstellungsgebäudes. Eine kleinformatige skulpturale Umsetzung des Themas ist in der Ausstellung zu sehen. In diesen Werkkontext gehört auch die "JETZT-Uhr", in welcher der Künstler das Messinstrument der chronologischen Zeit mit dem Wort JETZT, das für die gelebte Zeit steht, überschreibt.
In Umkehrung der metaphysischen Leseweise, die Malevich für seine nackten, rahmenlosen Ikonen vorschlägt, spricht Zogmayer von ikonenlosen Rahmen, die er seit seiner Ausstellung in der Kunsthalle Krems (1994) variiert. Zuletzt entstanden in diesem Kontext Arbeiten in der Technik der Hinterglasmalerei, die es erlaubt, Gestaltungselemente durch Aussparung, "negativ" in die Fläche zu setzen. Franz Xaver Baier im Katalog zur Ausstellung Leo Zogmayer, Raum, Farbe, Text (Museum moderner Kunst Passau, Galerie Medium, Bratislava): "Da es mehr um die Zustände von Welt geht, und weniger um einzelne Objekte, sind Dinge interessant, die offen sind, unfertig und, wie die gesündere Margarine, ungesättigt. Es sind Dinge, die den Stoffwechsel anregen, weil sie Löcher haben, rohe Seiten und freie Bindungsarme. Im Gegenstandsbereich sind das Halbzeuge, die erst durch einen kommunikativen Prozeß ihre eigentliche Form entfalten. Kommunikative Objekte gehören deshalb einer anderen Klasse von Wirklichkeit an. Sie sind nicht in einfacher Relation aufeinander bezogen, sondern verweisen auf einen Prozeß, durch den die Wirklichkeit um eine Stufe wirklicher (Sloterdijk) erscheint."
F.O.

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