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Einzelausstellung: Les Fleurs en Scène (vorbei)

3 März 2012 bis 21 April 2012
  Les Fleurs en Scène
Anthurie 2011, Öl auf Nessel, 200 x 155 cm
 
  Galerie Ricarda Fox

Galerie Ricarda Fox
Liverpoolstraße 15
45470 Mülheim an der Ruhr
Deutschland (Stadtplan)

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tel +49-(0)208 - 378 77 34
www.galerie-fox.de


Mit ihren grossformatigen Ansichten überdimensionierter Blüten begibt sich Andrea Küster auf die Spur eines Faszinosums und stellt sich gleichzeitig einer großen Herausforderung.

Morphologisch betrachtet ist eine Blüte ein eindeutig definierter Begriff und schlicht ein „Spross begrenzten Wachstums im Dienste der sexuellen Vermehrung“. Im Aufbau ist sie dabei klar gegliedert in Blütenhülle, Staubblätter und Fruchtblätter. Doch in Wahrheit gehören Blumen zu den Dingen, die sich vehement gegen klare Definitionen und Kategorisierungen sperren. Viel zu gern rückt man sie in einen Bereich des Unerklärbaren und Unaussprechlichen, nicht selten misst man ihnen auch eine eigene Magie bei. Die Tradition, in der Blume eine besondere Symbolkraft zu sehen, reicht dabei schon sehr weit zurück und ist nicht zuletzt wohl auch im Zusammenhang mit ihrer heilsbringenden Kraft zu erklären. Darüber hinaus aber verfügen Blumen bis heute über eine sinnliche Ausstrahlungskraft, die sich den Weg in unsere Wahrnehmung eher über die ästhetische Empfindung, als über logische Einordnung bahnen will.

Was die malerische Wiedergabe von Blumen betrifft, war diese wie die bildende Kunst selbst von anhin vorwiegend funktional eingebunden - ob als repräsentatives oder symbolisches Element. Und obwohl man sich von dieser Funktionalität inzwischen weitgehend losgesagt glaubt, birgt jede gegenständliche Darstellung in ihrem Motiv immer Raum für geprägte wie individuelle Assoziationen und Konnotationen. Blumen und Blüten stehen für die Pracht und Fülle der Natur, sind Sinnbild des Wesentlichen und ein Symbol vor allem der weiblichen Schönheit. Ihre kurze Lebensspanne macht sie zum Vanitas-Symbol schlechthin und selbst eine eigene Sprache schreibt man ihnen zu.

Der Weg der Annäherung, den Andrea Küster verfolgt, ist derjenige einer klaren Fokussierung und Vergrößerung des Motivs, weg vom mimetischen Abbild hin zu einer Stilisierung und sogar hinein in die Abstraktion. Dieser Weg ist weniger an Symbolischem orientiert, vielmehr verbildlicht er die Suche nach dem eigenen und innersten Wesen des Motivs selbst und nähert sich damit vielleicht dem ursächlichen Grund seiner zahlreichen Zusatzbedeutungen. Die mal pastosen, mal fragil erscheinenden Gemälde und Pastelle Küsters machen auf diese Weise auch das Wesen der Kunst anschaulich, dem Flüchtigen der Natur Dauer und Allgemeingültigkeit geben zu können. So werden Blumen gleichermaßen auf die Leinwand „gebannt“ und so dem Prozess des Vergehens enthoben. Auf diese Weise wird eindrücklich die Leistung der Malerei und der Prozess der künstlerischen Neuschöpfung demonstriert. (Dr. Nicola Schröder)

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