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 Liddy Scheffknecht, "whiff", 2007, 70 x100 cm,
photography on aluminium | | |
Liddy Scheffknecht - "Take Aways"
Photographie und Video
10.09.- 15.11.2008
Mit dieser ersten grösseren Ausstellung von Liddy Scheffknecht (1980) werden ihre Photographien und Videos erstmals in der Schweiz zu sehen sein.
Ausgangspunkt einer Serie von Photographien, die in der Galerie zu sehen ist, sind Interventionen im nicht-urbanen, "natürlichen " Raum, die sie photographisch festhält. Als künstlerische Strategie interessiert sie dabei das Zusammenführen vollkommen entgegengesetzter Kontexte. Durch die veränderte Konstellation erzeugt sie eine neue Sichtweise und eine Verschiebung der Bedeutung.
Bei den Photographien "whiff" "glance" und "loom" aus dem Jahre 2007, wurde inmitten von Bäumen an einem Stamm eine Lampe montiert, die ins Leere strahlt, ein Ventilator positioniert, der sich im Freien dreht und eine Ueberwachungskamera installiert, die vergeblich nach einem aufzunehmenden Objekt sucht. Die Funktion der Gegenstände wurde aufgelöst, durch die Wegnahme ihre Bedeutung bis in die Absurdität gesteigert.
Des weiteren ist in der Ausstellung die Photogruppe der "Scaffoldings" (2006-2008) präsent. In Renovation befindende, teilweise prominente Gebäude nimmt Liddy Scheffknecht mit analoger Photokamera auf. In einem nächsten Arbeitsgang werden alle Elemente ausser dem Baugerüst computergestützt entfernt. Durch das Auslöschen des ursprünglichen Gebäudes, wird das Gerüst zur autonomen, zeichenhaften Struktur. Das Gerüst als temporäres, urbanes Element wird im Bild permanent, das urbane, permanente Objekt des Gebäudes durch die Löschung temporär.
Die Videoprojektion "Outshine" (2001) zeigt einen Ausschnitt eines Fussballmatches. Die Spieler wurden wegretouchiert, allein ihre bewegten Schatten auf dem grünen Rasen und die ursprüngliche Kameraführung sind wahrnehmbar.
Der ausgelöschte, verschwundene Held findet sich im Video "whiteout" (2008) wieder, welches ein Skirennen zeigt, in dem der Skifahrer entfernt wurde. Man sieht eine rasante Kamerafahrt den Berg hinab, die Kamera scheint einer Leere zu folgen, sinnlos den Berg hinunter zu gleiten. Was bleibt ist die Geschwindigkeit der Fahrt, der Berg und ein Betrachter, der vergeblich im Video einen Punkt der Orientierung auszumachen versucht. Während der Rennfahrer in diesem Video ausgelöscht wurde, wird er in einem anderen überbetont: das Video "winners" (2008) besteht aus hunderten von Photos, welche Sieger und Siegerinnen beim Jubeln zeigen. Das so montierte Video ergibt eine fliessende Bewegung von Händen, die aus Freude über ihren Sieg in die Höhe schiessen. Durch die Aneinanderreihung der Bilder wird die Geste des Sieges zur Karikatur.
Mit drei Photoserien und vier Videoarbeiten ist die Ausstellung Take Aways eine aktuelle Plattform für das bisherige Schaffen der jungen Liddy Scheffknecht. |