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Gruppenausstellung: Like a Stranger in Moscow (vorbei)

2 Juli 2011 bis 30 Juli 2011
  Like a Stranger in Moscow
(c) Michael Höpfner, 2011
 
  CHRISTINGER DE MAYO

CHRISTINGER DE MAYO
Ankerstrasse 24
CH-8004 Zürich
Schweiz (Stadtplan)

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www.christingerdemayo.com


«Das Fremdsein ist ein Wesen meiner Kunst. Das Darüberstehen. Oder das Danebenstehen ...»
Georg Kreisler, in einem Gespräch in Konkret, Nr.08/2002

So unterschiedlich der Werdegang von Felipe Mujica (*1974, Santiago de Chile), Michael Höpfner (*1972, Krems), Nigel Bennett (*1975, Welwyn, GB) und Viktoria Binschtok (*1972, Moskau) auch sein mag, etwas Entscheidendes haben sie gemeinsam: Sie leben und arbeiten alle nicht in jener Stadt, in der sie geboren wurden. Das mag ein Zufall sein, widerspiegelt aber dennoch ein Grundgefühl der künstlerischen Praxis aller vier Künstler: das Fremdsein.

Wenn wir Schopenhauer oder Adorno glauben, dann entsteht Nachdenken erst dort, wo wir uns nicht mehr heimisch, unwohl und fremd fühlen. Man mag geneigt sein, diese These auch auf die zeitgenössische Kunst zu übertragen. Wohl nicht zufällig war die thematische Klammer der letzten Documenta in Kassel eng mit dem Begriff des Fremdseins verknüpft. Globalisierung und die Migration prägen den Diskurs in der zeitgenössischen Kunst auf der Makroebene, und viele Künstler gehen offensiv mit diesen Themen um.

Auf einer anderen Ebene geschieht in einem sehr privaten Bereich etwas, das den Nukleus der künstlerischen Wahrnehmung betrifft. Der Fokus verschiebt sich leicht und kaum merkbar, das diffuse Gefühl einer Entfremdung von den gängigen Praxen der Kunst macht sich breit und wird gleichzeitig wieder hinterfragt. Ein melancholisches, schwebendes Misstrauen scheint das Grundgefühl zu sein, das die Reflexion vieler jüngerer Künstler antreibt.

Like a Stranger in Moscow versucht, diesem leisen Unbehagen nachzuspüren und es sichtbar zu machen. Dem Protagonisten in Albert Camus grossem Roman Der Fremde wird erst im Gefängnis klar, was es «mit der zärtlichen Gleichgültigkeit der Welt» auf sich hat. Und so findet er zu seinem Empfinden zurück. Fremd sein ohne gleichgültig zu sein, ist kein einfaches Ziel und wird dennoch in der Praxis vieler Künstler Tag für Tag umgesetzt.

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