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Einzelausstellung: Lisa Oppenheim - Comoving Observers (vorbei)

3 März 2007 bis 14 April 2007
 
 
  annex14 - Raum für aktuelle Kunst

annex14
Junkerngasse 14
3000 Bern
Schweiz (Stadtplan)

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annex14.com


Mit ihren Arbeiten reflektiert Lisa Oppenheim (*1975, New York) die Medien Fotografie und Film sowie deren Bedeutung für das individuelle und kollektive Ge-dächtnis. Sie greift dabei auf strukturalistische Verfahren der 60er und 70er Jahre zurück und bort sich damit - über die Analyse der Bezieh ungen zwischen Wort, Text und Bild - in die Tiefe gesellschafts- und zeitspezifischer Bedeutungsschichten.

Comoving Observers ist die erste Ausstellung der in New York lebenden Künstlerin in der Schweiz. Gezeigt werden drei Fotoserien sowie eine 16 mm Filmprojektion.

"100 Photographs that Changed the World" (2007) bezieht sich auf das Buch, das 2003 vom Time/Life Magazin herausgegeben wurde. Der mehrdeutige Titel lässt sich als Anspielung auf Medienbilder lesen, die längst zu frei zirkulierenden Ikonen geworden sind. Die Arbeit handelt aber auch davon, den Bildern ihre Komplexität zurückgeben zu wollen, indem sie dem Blick ent-zogen werden. Der Verweis auf den konkreten Ort, die konkrete Zeit des Geschehens geschieht hier über Sternenkarten. Diese korrespondieren mit dem jeweiligen Moment des Fotografierens während die Bildlegenden etwas beschreiben, das so nicht zu sehen ist. Die Beziehung zwischen Text und Bild bleibt offen, als Angebot, die Ereignisse neu zu überdenken.

Jede Fotografie von "Damaged: Photographs from the Chi-cago Daily News 1902-1933 (2004-2006)" zeigt einen Ausschnitt eines durch die Archivierung teilweise zerstörten Negativs sowie die dazugehörige Bildlegende. Benennt der Text weiterhin ein historisches Moment so hat der Bildausschnitt seine indexikalische Funktion verloren. Er wird nun selber zum - medienspezifischen - Bild von Zeit.

Bei Killed Negatives, New York (2001-2006) arbeitet Lisa Oppenheim mit ehemals zensuriertem Material aus dem Photographic Archive der Farm Security Administration. Die damals durch ein Loch vor Veröffentlichung geschützten Bildern kombiniert die Künstlerin mit ei-genen Fotografien der Originalschauplätze, von denen sie jeweils nur den Lochausschnitt zeigt. Im visuellen Verweis auf die Zensur wird — modellhaft an Bildern der Depression Era in Amerika - die weiterhin aktuelle Frage nach der Macht der Bilder, nach der Verfügungsgewalt über die Bilder sowie nach deren Repräsentati-onsfunktion gestellt.

Der 16 mm Film "Story, Study, Print (2005)" besteht aus einer Doppelprojektion. Ausgangsmaterial sind das "Black ABC" und das "Alternative Alphabet Poster for Little and Big People". Beide wurden in den 70er Jahren von politisch aktiven Gruppierungen verwendet. Die rechte und linke Projektion sind nicht synchronisiert, zeigen also nie die korrespondierenden Buch-staben. Zudem verwendet die Künstlerin teilweise aktuelle Bilder. Durch diese Mehrfachverschiebung werden neue Lesarten möglich und die Aufmerksamkeit wird auf die jeweiligen Voraussetzungen gelenkt, welche die Wahrnehmung und das Verstehen bestimmen.

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