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Gruppenausstellung: Luka Fineisen, Jáchym Fleig, Dragan Lovrinovic - "Wenn Förderung ist, ist eigentlich Vollgas!" (vorbei)

24 Mai 2009 bis 19 Juli 2009
  Luka Fineisen, Jáchym Fleig, Dragan Lovrinovic - \
(c) Thomas Weyres / Dragan Lovrinovic
 
  Lehmbruck Museum

Lehmbruck Museum
Friedrich-Wilhelm-Straße 40
47049 Duisburg
Deutschland (Stadtplan)

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tel +49 (0)203 - 283 32 94
www.lehmbruckmuseum.de


Luka Fineisen, Jáchym Fleig und Dragan Lovrinovic heißen die Wilhelm Lehmbruck-Stipendiaten der Stadt Duisburg für die Jahre 2007 bis 2009. Zum 13. Mal seit 1978 präsentieren Lehmbruck-Stipendiaten der Stadt Duisburg ihre Werke in einer großen Abschlussausstellung.

Zwei Jahre lang hatten Luka Fineisen, Jáchym Fleig und Dragan Lovrinovic Gelegenheit, sich mit den besonderen lokalen Bedingungen auseinander zu setzen. Die Resultate werden traditionell im Rahmen einer großen Abschlussausstellung im Lehmbruck Museum vorgestellt. Mit den Künstlern, die unter 140 Mitbewerbern ausgewählt wurden, treffen sehrunterschiedliche Positionen aufeinander.

Luka Fineisen (geb. 1974 in Offenburg) lässt im Foyer des Wechselausstellungsraums eine Installation aus Folie entstehen, die wie eine Wolke den Raum einnimmt. Mit dem ungewöhnlichen Werkstoff, transparenter Zellfolie, umspielt sie die vorgefundene räumliche Situation. Inspiriert durch die wabernden Formen einer Abluftwolke auf dem Gelände der Hüttenwerke Krupp Mannesmann, auf dem die Stipendiaten arbeiten, entwickelte die Künstlerin die Idee der Arbeit "85° C" für das Lehmbruck Museum.

Die Stipendiatin des Landes Nordrhein-Westfalen, setzt mit ungewöhnlichen Werkstoffen und Eingriffen in die vorgefundene räumliche Situation die Wahrnehmung außer Kontrolle. Sie reizt damit die Grenzen sowohl des Materials, des Raumes als auch der Bildhauerei an sich aus.

"Es interessiert mich, wenn honigfarbenes Gießharz so aussieht, als würde es süß schmecken", erklärt Luka Fineisen, "wenn Tageslicht für einen Moment etwas Ewiges bekommt oder wenn zehn Tonnen Pfannkuchenteig etwas Asketisches ausstrahlen."

Jáchym Fleig (geb. 1970 in Villingen-Schwenningen), der unter den Bewerbern aus ganz Deutschland ausgewählt wurde, versteht das Ausstellungsgebäude als einen Organismus, dem er seine Werke als symbiotische Struktur einpflanzt. Die von moderner Technik geprägten Arbeiten nähren sich aus dem Energiehaushalt des Museums und wirken in diesen zurück.
"Die Welt ist schon durchgestaltet, ich mache was dazu", so Jáchym Fleig, "und hoffe, dass es etwas Drittes, Neues ergibt. Mit meinen abstrakten Konstrukten docke ich an vorgefundenen Gegebenheiten an und benutze diese als Träger oder Wirt meiner Arbeiten. Mit meinen Plastiken reagiere ich auf existierende architektonische und urbane Situationen."

Seit März arbeitete der Künstler und Meisterschüler des Bildhauers Eberhard Bosslet, der selbst 1984/85 als Lehmbruck-Stipendiat in Duisburg war, direkt an den Räumen des Museums, die für ihn einen Organismus darstellen. "Anreicherung", eine Installation aus Wabenkarton, Alabastergips, Drahtstiften, Holz und Leim, ist in der Fassade des Neubaus verankert. Durch die Positionierung der Arbeit "Auswuchs" in der entsprechenden Ecke des Ausstellungsraumes scheint sich die Struktur der Außenarbeit in den Innenbereich hinein fortzusetzen.

Dragan Lovrinovic (1969 geb. in Vitez / ehem. Jugoslawien) hat das Gaststipendium für einen in Kroatien geborenen Künstler erhalten. In seinen multi-medialen Installationen thematisiert er komplexe, zum Teil politische Inhalte und stellt diese in irritierende und polarisierende Zusammenhänge.

Mit REMEMBER DEATH zeigt er im Wechselausstellungsraum eine multi-mediale Rauminstallation aus einer Vielzahl von Versatzstücken aus unterschiedlichen kulturellen und symbolischen Zusammenhängen. Der Künstler, der heute in Beelen bei Bielefeld lebt und arbeitet, thematisiert in seinen Werken häufig politische, bisweilen Anstoß erregende Inhalte, die er in irritierende und polarisierende Zusammenhänge stellt.

In einem Versuch, "tabula rasa zu machen", fordert Dragan Lovrinovic, "synthetischen Kontext zu diffamieren und eine reine Oberflächlichkeit als globalen Prozess kultureller Übersetzung zu beenden. Ethische Komponente der sehr sensiblen Arbeit REMEMBER DEATH ist die Projektion eines Gesellschaftskörpers im Sinne einer Gemeinschaft der Gleichen."

Es erscheint ein reich bebilderter Katalog, ca. 100 S., mit Beiträgen von Georg Mallitz, Vanessa Joan Müller, Fritz Schwegler und Tankred Stachelhaus, zum Preis von 14,80 €.

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