Mezzanin
„... Sich und sein Werk stets selbst reflektierend sucht Tuchnowski zunächst seine Umgebung in vielen Richtungen, - kunsthistorisch, literarisch, architektonisch, auch naturwissenschaftlich und dabei künstlerisch durchaus kompetitiv – ab, bevor er sich auf sensible und kenntnisreiche Weise einem neuen Thema seines Schaffens oder einem neuen Material zuwendet. ... So entstanden während zweieinhalb Jahren eine Serie von rund dreissig Skulpturen aus dunkelgrau patiniertem Zink im Kleinformat (Höhe 35 cm, Dm max. 45 cm) sowie zwei, das Format sprengende größere (80 cm hoch, 150 cm hoch). Tuchnowski schuf sie in der Reflexion auf den 1975 erstveröffentlichten Roman „Korrektur“ des österreichischen Schriftstellers, Bühnenautors und Theaterregisseurs Thomas Bernhard, in dem er das in der Literatur als „Roithamers Wohnkegel“ eingegangene, nie realisierte Wohnhaus für Roithamers Schwester im Kobernaußer Wald bei Wien mannigfach skulptural variiert und als Kleinarchitekturen modellhaft vorführt und interpretiert. Dabei werden architektonische Raumabwicklungsvorschläge Roithamers, die im übrigen eine direkte Parallele zum radikalen Wohnhausbau Ludwig Wittgensteins für seine Schwester Hermine in der Wiener Kundmanngasse aus dem Jahr 1927 aufweisen, von Tuchnowski hinterfragt, intelligent korrigiert und weiterentwickelt. ...“ (C. Sylvia Weber, Lun Tuchnowski, in: Lun Tuchnowski, Le projet roithamer, Paris, 2002) |