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Gruppenausstellung: MALEREI DER HAMBURGISCHEN SEZESSION (vorbei)

28 April 2001 bis 17 Juni 2001
  MALEREI DER HAMBURGISCHEN SEZESSION
 
  Haus am Waldsee - Der Ort internationaler Gegenwartskunst in Berlin

Haus am Waldsee - Der Ort internationaler Gegenwartskunst in Berlin
Argentinische Allee 30
14163 Berlin
Deutschland (Stadtplan)

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tel +49-(0)30-801 89 35
www.hausamwaldsee.de


Aus der Sammlung Hermann-Josef Bunte

Die Ausstellung

„Malerei der Hamburgischen Sezession aus der Sammlung Hermann-Josef Bunte" im Haus am Waldsee umfasst ca. 160 Werke der 1919 gegründeten und 1933 unter dem Druck des Nationalsozialismus aufgelösten Künstlervereinigung, ihrer Gründungsmitglieder und ihres Umkreises sowie weitere bedeutende Gemälde des Spätimpressionismus und Expressionismus. Das Haus am Waldsee setzt damit eine Reihe früherer Ausstellungen zum Thema „Wegbereiter der Moderne" fort mit dem Ziel einer Würdigung von Künstlerpersönlichkeiten, die im Zuge der beiden Weltkriege zu Unrecht von der Kunstgeschichte des 20. Jahrhunderts „vergessen" wurden. Dies ist auch zentrales Anliegen der Hamburger Sammlung Hermann-Josef Bunte, deren Sammlungsschwerpunkt die „Hamburgische Sezession" darstellt. Mit der Vorstellung dieser in drei Jahrzehnten aufgebauten eindrucksvollen Privatsammlung von Kunst des 20. Jahrhunderts schließen wir an die seit den 1960er Jahren im Haus am Waldsee veranstaltete Reihe mit herausragenden Sammlerausstellungen an. Wir danken dem Leihgeber, Herrn Prof. Dr. Hermann-Josef Bunte, sowie der ZEIT-Stiftung Ebelin und Gerd Bucerius für die großzügige Unterstützung bei der Ermöglichung dieser Präsentation.

Barbara Straka, Leiterin des Hauses am Waldsee

Die Kunst der Hamburgischen Sezession
in der Sammlung Hermann-Josef Bunte


Der Expressionismus ist mit Sicherheit der große Beitrag der deutschen Malerei zur Kunstgeschichte des 20. Jahrhunderts. Dabei stehen zu Recht die Künstlergruppen „Die Brücke" und „Der Blaue Reiter" im Blickpunkt. Daneben gibt es aber Übergänge, Weiterentwicklungen und Verdichtungen, die im heutigen Kunstbetrieb häufig übersehen werden, die aber zum Gesamtbild gehören und erst den Gesamtzusammenhang ergeben. Ein Schwerpunkt der Sammlung widmet sich entsprechend den Lebensstationen des Sammlers den Künstlern des westfälischen Expressionismus und dem Kreis um Adolf Hölzel. Maler wie Peter August Böckstiegel, Ernst Sagewka und Victor Tuxhorn zeigen sich von der elementaren Kraft eines van Gogh erfüllt. In dieser Gruppe ist Hermann Stenner besonders gut vertreten, der das Ziel anstrebte, einen kompositorisch gebändigten, visionären Expressionismus zu scharfen. Wichtige Anregungen erhielten diese Maler neben Begegnungen mit der „Berliner Sezession" und der „Brücke" auch bei Paris-Aufenthalten, ebenso wie u.a. die Hamburger Künstler Ahlers-Hestermann und Hauptmann, die mit Maetzel-Johannsen, Wohlwill, del Banco, Ree, Flinte, Tügel und Hartmann 1919 zu den Gründungsmitgliedern der Hamburgischen Sezession gehörten - einer Künstlervereinigung, die bis zur Selbstauflösung 1933 bestand und - unter mancherlei Richtungskämpfen - vielfach ihr Gesicht veränderte.
Die große Zeit der Sezession begann mit dem Zuzug auswärtiger Künstler nach Hamburg ab 1922 (Kluth, Ballmer, Nesch, Haizmann, Kronenberg und Grimm) und mit der Aufnahme Hamburger Künstler wie Bargheer und Fiedler. Ab 1929 bildete sich ein eigener Stil der Sezession heraus, der als „Hamburger Malerei" überregionale Anerkennung fand. Hamburg wurde durch den Kreis der Sezession zu der deutschen Stadt mit der lebendigsten Künstlerschaft, auf die man überall, auch in Berlin, aufmerksam wurde.
Die 12. Ausstellung der Sezession wurde 1933 von den neuen nationalsozialistischen Machthabern gleich nach der Eröffnung geschlossen; die Künstlervereinigung löste sich in einem beispiellosen Akt der Solidarität mit den jüdischen Mitgliedern auf, die sie ausschließen sollte. Der nationalsozialistische Bannstrahl hat ihren künstlerischen Durchbruch verhindert, aber auch dos persönliche Schicksal vieler Künstler geprägt. Sie konnten nach dem Ende des 2. Weltkriegs in einer veränderten künstlerischen Welt nicht die ihnen an sich zustehende Bedeutung wiedererlangen. Vereinzelt konnten sie in Berlin ausstellen, auch im Haus am Waldsee (Friedrich Ahlers-Hestermann, 1953; Eduard Bargheer, 1956).
Für das Kulturleben in Deutschland wäre es ein großer Verlust, wenn nicht die ganze Generation der Künstler, die den Expressionismus mitgeprägt haben, eine Chance zur Anerkennung erhielt und die Kette der künstlerischen Kreativität durch die barbarische Diktatur unterbrochen bliebe.

Die Sammlung Hermann-Josef Bunte will Künstler wiederentdecken, die auf ihre Art revolutionär und visionär für ihre Zeit waren, aber später nicht die Anerkennung gefunden haben, die sie vor der Machtergreifung der Nationalsozialisten in Deutschland genossen.

Hermann-Josef Bunte

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