Language and login selector start
Language and login selector end

Einzelausstellung: Marc Volk - "Ränder | Rauschen" (vorbei)

10 Mai 2003 bis 21 Juni 2003
  Marc Volk -
Raender #5
 
  Galerie Jarmuschek+Partner

Galerie Jarmuschek+Partner
Halle am Wasser - Invalidenstrasse 50/51
10557 Berlin
Deutschland (Stadtplan)

E-Mail senden
tel +49 (0)30 - 28 59 90 70
www.jarmuschek.de


Marc
Ränder|Rauschen Volk

Für Ränder|Rauschen ist der spätestens seit seinem vielbeachteten Buch „Aus der Dunkelheit“ und anderen einschlägigen Publikationen bekannte Künstler Marc Volk sehr weit gegangen: bis an die äußersten Ränder der Photographie. An diesen Rändern der Filmrolle verlaufen die gewohnten Photographie-Gebilde wie Gebäude am Stadtrand im Nichts. Volk findet in dieser visuellen Wüste am Rande den Ur-Grund aller Bilder: das Korn.

Aus dem scheinbar grauen Nichts beginnt sich langsam etwas abzuzeichnen und zu konkretisieren. Nach Helligkeit abgestuft, entwickeln sich dabei Strukturen wie zu unterschiedlichen Tages- und Nachtzeiten. Nur allzu gern möchte das Auge in diesem grauen Rauschen Gebirgsformationen oder Wegesysteme erkennen.

Gleichzeitig verdichtet sich das vielfach vergrößerte Korn aber auch, scheint auszukristallisieren, wirkt wie Granit in unterschiedlichen Färbungen und erlangt so etwas Monumentales. Wie unendlich vergrößerte Pigmente eines Rothko-Gemäldes gewinnen die Tafeln etwas Meditatives. Denn Farbe erkennt man auch in dem satten Grau sehr bald – und es handelt sich um keine Fata Morgana.

Am schnellsten stellt sich diese Assoziations- und Fabulierlust unseres Auges aber bei den Tafeln mit den Film-Rändern ein. Farbverwehungen werden zu malerischen Savannen-Landschaften bei untergehender Sonne. Eine Wolke schiebt sich derart selbstsicher über den blendend hellen Horizont des türkisblauen Ozean, das die Frage, seit wann es denn blaue Wolken gäbe, nurmehr unstatthaft wirkt.

In einer zweiten Gruppe werden Transportlöcher des Films zu Löchern in Transportmitteln. Aus der Dunkelheit hinterleuchtete Filmstreifen erscheinen wie die durch Fenster rhythmisierten Außenhüllen von Flugzeugen oder Zügen. Das oberflächliche Farbspiel erscheint an den Rändern wie Licht, dass auf unterschiedlichen Materialien oszilliert.

Schließlich findet sich in einer weiteren Gruppe an den Rändern der Photographie zusammengestaucht ein Schnelldurchlauf durch die Malerei-Geschichte: Fragmente von Roman Opalkas Zahlen-Reihen, Schrift-Bilder zeigen dadaistische Buchstaben-Ketten, vier rote Quadrate auf unterschiedlich schwarzen Hintergründen erinnern an die suprematistischen Konstruktionen eines Kasimir Malevitsch oder Josef Albers.

Volk befragt dabei die Photographie mit Photographie, stellt er doch mit seinen Arbeiten eines sehr deutlich heraus: Nichts ist – schon von seinen alchemistisch-chemischen Grundlagen – so illusionistisch, und damit malerisch, wie die Photographie. Die vorgeblich reale, abgebildete Welt besteht „nur“ aus Korn, das vom Photographen angeregt wird, sich zusammenzuschließen, Form zu bilden, uns etwas vorzugaukeln.

  • ArtFacts.Net - Ihr erfahrener Kunst-Dienstleister

    Seit dem Start in 2001 hat ArtFacts.Net™ in Zusammenarbeit mit internationalen Kunstmessen, Galerien, Museen und Künstlern eine anspruchsvolle Künstlerdatenbank entwickelt.