Language and login selector start
Language and login selector end

Einzelausstellung: Marcia Hafif - “Scumble: Reds (pink) and (baby) Blues” (vorbei)

30 Mai 2009 bis 18 Juli 2009
  Marcia Hafif - “Scumble: Reds (pink) and (baby) Blues”
Ausstellungsansicht
 
  Galerie Mark Müller

Galerie Mark Müller
Hafnerstrasse 44
8005 Zürich
Schweiz (Stadtplan)

E-Mail senden
tel +41 (0)44 - 211 81 55
www.markmueller.ch


Marcia Hafif scumble: reds (pink) and (baby) blues

Als Marcia Hafif (*1929) Anfang der 70er Jahre nach New York zog, stand es schlecht um die dortige Malerei. Die Minimal Art, die Farbfeldmalerei als auch die Tendenzen der Post-Painterly Abstraction schienen, wenn nicht gescheitert, so doch an ihre Grenzen gestossen zu sein. Es galt Wege aus der Sinnkrise der Malerei zu definieren und es war gerade auch Marcia Hafif, die mit der Neuorientierung ihrer eigenen Arbeit einige besonders relevante Lösungsansätze formulierte. In ihrem programmatischen Aufsatz „Beginning Again“ von 1978 schrieb sie:
„It was necessary to turn inward, to the means of art, the materials and techniques with which art is made. Artists still interested in painting began an analysis – or deconstruction – of painting, turning to the basic question of what painting is, not so much for the purpose of defining it as to actually be able to vivify it by beginning all over again. That question led to examination of the discipline of painting, the taking apart of it as an activity; it led to a restatement of what we already knew along with an investigation of it in depth.“

Diese Worte setzten Signale zum Aufbruch und beschreiben gleichzeitig die Maximen von Hafifs eigener Arbeit. Die Künstlerin analysiert die Malerei, vom Material und ihren medialen Bedingungen her. Malerei als eine Tätigkeit mit konkreten Stofflichkeiten setzt ein hohes Bewusstsein um Entscheidungen im Bezug auf den Werkprozess voraus. Das Format, die Art des Bildträgers, die Grundierung, das Farbmaterial, das Malmittel, die Werkzeuge, die Technik des Farbauftrags, das Verhältnis zur Wand, die Hängung im Raum, etc. – alle Elemente werden im Vorfeld festgelegt und aufeinander abgestimmt. Das einzelne Werk wiederum ist stets in Relation zu anderen Arbeiten zu verstehen und ist somit Teil von Marcia Hafifs „Inventory“, dem übergeordneten Konzept des gesamten Korpus ihrer Gemälde.

Hafifs Inventar ist über die Jahre auf viele Kapitel angewachsen. Mit der Ausstellung in der Galerie Mark Müller öffnet die Künstlerin ein Weiteres.
Die Ausstellung zeigt – der Titel verrät es bereits – Leinwände in blassen Rosa- und Blautönen. Auf unterschiedlich grossen Leinwänden trägt Hafif im feinen Nebeneinander von Pinselstrichen rote oder blaue Farbe auf. Pigmente der jeweiligen Farbe werden wiederum in kleinen Mengen mit weiss gemischt und in einem zweiten Arbeitsschritt über das Rot oder Blau gelegt. Diese finale Lasur bewirkt eine pastellene Farbigkeit, die den Bildraum nach Aussen zu öffnen scheint. Die Gemälde strahlen und im Spiel mit dem Tageslicht fügt sich ein atmosphärisches Ganzes von überraschender Leichtigkeit zusammen. Pointierter Ausdruck dessen ist die Geste des “Drippings“ einiger weisser Farbtropfen auf den grösseren Arbeiten im vorderen Raum.

Das immanent Kontemplative der Gemälde findet sich in Hafifs fotografischen, filmischen und auch schriftlichen Arbeiten wieder, die Gegenstand der Inszenierung im dritten Ausstellungsraum sind. „Who is J-C?“ fragen die Lettern eingangs. J-Cs und Marcia Hafifs Wege kreuzten sich Mitte der 80er Jahre in Paris. Jean-Charles Massera, den französischen Autor und Kunstkritiker, und Marcia Hafif verbindet seit anhin eine besondere Freundschaft, deren Früchte unter anderem zahlreiche Briefe waren, die Marcia Hafif an ihn verfasste. Sie handeln von ihrem Alltag, ihren Gedanken und ihren Erlebnissen. Einige dieser Briefe verfilmte Marcia Hafif Anfang der 90er Jahre. Sie, die Briefe, Fotografien, Artikel und Essays laden in der Wohnzimmerlandschaft des dritten Raums zum verweilen, sehen, lesen und diskutieren ein. Ob man erfährt, wer J-C wirklich war, bleibt fraglich; bestimmt aber erfährt man einiges über Marcia Hafif.

  • ArtFacts.Net - Ihr erfahrener Kunst-Dienstleister

    Seit dem Start in 2001 hat ArtFacts.Net™ in Zusammenarbeit mit internationalen Kunstmessen, Galerien, Museen und Künstlern eine anspruchsvolle Künstlerdatenbank entwickelt.