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Gruppenausstellung: Martin Disler - Alberto Giacometti (vorbei)

8 Mai 2001 bis 13 Juni 2001
  Martin Disler - Alberto Giacometti
Martin Disler, o.T., 1991,
Bronze, 220 x 70 x 85 cm, Unikat
 
  Galerie Karl Pfefferle

Galerie Karl Pfefferle
Reichenbachstr. 47-49 /Rgb.
80469 München
Deutschland (Stadtplan)

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tel +49-(0)89 29 79 69
www.galeriekarlpfefferle.de


Skulpturen und Arbeiten auf Papier

Wir freuen uns, die beiden schweizer Künstler Alberto Giacometti (1901 - 1966) und Martin Disler (1949 - 1996) in einer Gegenüberstellung - in Zusammenarbeit mit der Sammlung Klewan - zeigen zu können. Seit 1998 stellen wir in loser Folge jeweils zwei künstlerische Positionen zueinander in Dialog. Von Alberto Giacometti zeigen wir zahlreiche Lithographien und eine Bronzeplastik aus dem Jahre 1940/41. Diesen Arbeiten stehen eine 50 Jahre später entstandene Bronzeplastik Martin Dislers aus der Serie Häutung und Tanz sowie Zeichnungen und Druckgraphik gegenüber. Martin Disler produzierte die Skulptur in einem kräftezehrenden Arbeitsgang mit insgesamt 66 lebensgroßen Gestalten, die 1991 in der Londoner Whitechapel Gallery, der Kunsthalle Basel und im Kunstforum des Lenbachhauses in München gezeigt wurden.

Beide Künstler verbindet, neben einer deutlicheren formalen Nähe als man vielleicht vermuten würde, die ungeheure psychische, menschliche Dichte ihrer Werke. In anderen Aspekten, wie Fülle und Leere, verhalten sich ihre Arbeiten regelrecht antagonistisch zueinander.

Giacomettis Bilder und Skulpturen zeigen meist eine Person aus dem nahen Umfeld des Künstlers als ein Gegenüber. Es gelingt ihm, die körperliche Präsenz des Menschen wiederzugeben und gleichzeitig seine körperliche Abwesenheit zu evozieren.
Giacometti führt uns auf eine abstraktere, eher geistige Ebene der Wahrnehmung, jenseits der gegenständlichen Materialität. Es ist der Betrachter, der die Offenheit der Werke mit seinen persönlichen Empfindungen füllt.

Anders die Kunst Martin Dislers. Sie ist stark fabulierend. Wo Giacometti die Erzählung bewusst verweigert, ist Disler ein famoser Erzähler. Aufs engste mit der Literatur verbunden schrieb er selbst zeitlebens Geschichten. Über einer Serie von 999 Aquarellen zu Fernande Pessoa starb er beim 388. Blatt an einem Hirnschlag.

Im Gegensatz zur entmaterialisierenden Kunst Giacomettis, den Disler sehr verehrte, entspringen seine Gestalten nicht der äußeren Realität, sondern seinem überbordenden Inneren. "War er überhaupt Urheber dieser Phantome?" schrieb Martin Disler in Häutung und Tanz, einer Kurzgeschichte zur gleichnamigen Ausstellung. "Er sah seine Hände noch emsig die Schenkel glattstreichen, die Schulterblätter ausbrechen, den Fuß verankern, das Tau kappen, das ihn von der Uferlosigkeit trennte..."

Kai Middendorff

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