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Einzelausstellung: Martin Flemming - Measure, Leisure, Puke & Pleasure / Raum I (vorbei)

23 Februar 2013 bis 13 April 2013
  Martin Flemming - Measure, Leisure, Puke & Pleasure / Raum I
Martin Flemming / 45 Aquarelle / 2013 / je 29,1 x 29,1 x 1,5 cm / Courtesy Galerie koal
 
  Galerie Koal

Galerie Koal
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10119 Berlin
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www.galeriekoal.com


Martin Flemming (*1982) interessiert sich für die mathematischen Systeme, die der Formensprache des Bauhauses, brutalistischer Architektur und dem Minimalismus zugrunde liegen. In seiner dritten Einzelausstellung in der Galerie koal zeigt Flemming Measure, Leisure, Puke & Pleasure - eine Serie von 45 Aquarellen, die auf einem Filmstreifen aus seinem Film Komposition in Grau (Rue de Beton) / 2010 basieren.

Flemming versteht das Dreieck als Ausgangspunkt für eine reine, modulare Form, die das Potential in sich trägt, unendlich transformiert zu werden. In einer quadratischen Anordnung gehangen, steht jedes seiner dreieckig zusammengefügten Aquarelle für eine mögliche mathematische Kombination von Linie innerhalb der Form, wie es der kaleidoskopische Effekt des Films vorgibt - und entfaltet sich mit jedem Durchlaufen des Systems komplexer. Der methodische, lineare Malereiansatz wird weiterhin durch die Namensgebung und Nummerierung der Serie offenbar, welche einzelne Frames aus der zeitlichen Sequenz von Komposition in Grau hervorhebt.

Und doch sprengt Flemming die ansonsten geordnete Herangehensweise an reine Abstraktion auch durch eine Reihe von störenden, spielerischen Maßnahmen. So wie sich brutalistische Betonformen überraschend Ornamenten annähern, wenn sie durch die Linse eines Kaleidoskops gesehen werden, so werden die kontrollierten Bedingungen von Flemmings Bildern durch die nicht zu bändigende Natur des Aquarells herausgefordert.

Reine Abstraktion, die schwelende Suche nach nicht weiter reduzierbarer Form, ist oft mit Vorstellungen von Katharsis verbunden. Flemmings Formensprache spielt sicherlich hierauf an, aber seine Entscheidung, Measure, Leisure, Puke & Pleasure auf eine endliche Anzahl von Arbeiten zu begrenzen - im Gegensatz zum Schaffen eines Rahmens für ein der Abstraktion und Reduktion gewidmetes Lebenswerk - ist ein weiterer spielerischer Schlag gegen eine ansonsten strenge Struktur. Martin Flemmings Interesse liegt letztlich vielleicht mehr im Errichten aber nicht notwendig im Erhalten oder Verehren der von ihm erschaffenen Systeme.

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