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Einzelausstellung: Martin Noll - Malerei (vorbei)

22 Juli 2000 bis 19 August 2000
  Martin Noll - Malerei
Martin Noll. Vier Formen-Bäume,
2000, Öl auf Leinwand,
139 x 65 cm
 
  Galerie Jarmuschek+Partner

Galerie Jarmuschek+Partner
Halle am Wasser - Invalidenstrasse 50/51
10557 Berlin
Deutschland (Stadtplan)

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www.jarmuschek.de


Martin Noll – Malerei
21. Juli - 19-August 2000


Der Traum von der Lesbarkeit der Welt

Ein Stuhl und eine Wolke, ein Megafon und eine Kerze, ein Fotoapparat und eine Treppe, ein Hirsch, ein Diagramm und Laubbäume. Scheinbar willkürlich kombiniert der Berliner Künstler Martin Noll disparate Gegenstände, stellt sie frei auf malerisch gestalteten Untergründen, in der Größe gleich und auf das Wesentliche ihrer Erscheinung reduziert, manchmal sogar nur als dunkle Schablone im Umriß erkennbar. Kein Wort, keine Schrift erklärt, öffnet irgend einen Sinnbezug. Die nüchtern-sachliche Präsentation der lexikalischen Reihung bildet einen reizvollen Kontrast zum reichen, expressiv strukturierten Untergrund, auf dem die reduktionistischen Gegenstände zu schweben scheinen. Der Künstler bedient sich verschiedener Druck- und Maltechniken, die er gattungsübergreifend verwendet - er druckt also auf Malerei oder malt auf Druck -, um die Künstlichkeit menschlicher Artefakte mit der vielfältig wuchernden Natürlichkeit des Untergrundes zu konfrontieren.

Was nicht zusammenpaßt, wird zusammen präsentiert und löst beim Betrachter zwangsläufig eine Sinnsuche aus. Formanalogien werden befragt, ebenso inhaltliche Zusammenhänge überprüft. Manchmal wird man fündig, manchmal nicht. Willkürlich scheint der Künstler hier vorgegangen zu sein, doch dabei regiert strengste Logik seine Bilder. Nach mathematischen Reihen entwickelt Martin Noll einen „Katalog der Möglichkeiten“ der Auswahl und Anordnung der Dinge bestimmt. Möglichst wenig eingreifen will der Künstler durch seine Tätigkeit, da für ihn alle Dinge gleichwertig sind. „Elemente“ nennt er sie auch folgerichtig, ein Begriff der ebenso wie die logischen Reihen der Welt der Mathematik und der Naturwissenschaft entlehnt ist. Willkür lehnt er ab, denn die Natur, so der Künstler, ist nicht willkürlich sondern folgt streng logischen Gesetzen. Logische Reihen sind in all ihren Bauplänen enthalten, so auch im jüngst entschlüsselten Genom. Doch was passiert, wenn man die Buchstaben oder Zahlen durch Bilder ersetzt? Bilder folgen ihren eigenen Gesetzen, nicht denen der Zahlen. Querverweise ergeben sich, Sinnbezüge und Formanalogien, die außerhalb logischer Begrifflichkeit stehen. Martin Noll untersucht mit seinen Bildern diesen Grenzbereich, die Zusammenhänge bzw. Unterschiede zwischen logisch-abstrakter, sprachlicher und bildlicher Begriffbildung, und stellt damit den Traum von der Lesbarkeit der Welt, von endgültiger Entschlüsselbarkeit, in frage.

Mit dieser Ausstellung setzt die Galerie Jarmuschek und Partner ihre Reihe zu Repro-Realismus fort.

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