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Gruppenausstellung: Martina Sauter / Michel Sauer (vorbei)

29 Mai 2008 bis 5 Juli 2008
  Martina Sauter / Michel Sauer
 
  annex14 - Raum für aktuelle Kunst

annex14
Junkerngasse 14
3000 Bern
Schweiz (Stadtplan)

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annex14.com


Martina Sauter - Michel Sauer
Tür & Bär

Vernissage: 30.5.2008, ab 18 Uhr
Ausstellung: 31.5.-5.7.2008

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Was braucht es, damit das Erzählen beginnen kann, ein Wort, ein Bild, ein Duft? Martina Sauter (1974/DE), Foto­grafie, und Michel Sauer (*1949/DE), Objekte, legen mit ihren Arbeiten widersprüchliche Fährten aus. Sie irritieren die Wahrnehmung und initiieren auf diese Weise überra­schende Geschichten, auch über das Verhältnis von Realität und Fiktion, über die Beziehungen zwischen Form, Oberfläche und Inhalt und über die Uneindeutigkeit scheinbar gesicherter Vorstellungen.

In Ihren fotografischen Bildwelten arbeitet die Künstlerin mit filmischen Mitteln wie Schnitt, Montage, Lichtführung und Suspens. Zudem verwendet sie Filmstills, Aufnahmen von Sets aus Filmstudios, von eigens im Atelier gebauten Sets sowie Aufnahmen von realen Orten. Durch die kaum wahrnehmbaren Montagen von zwei Realitätsebenen oder durch einzelne, sorgfältig gewählte Ausschnitte entste­hen bühnenartige Räume für noch zu imaginierende Ge­schichten. Gleichzeitig involviert die Künstlerin ihr Publikum in ein abgründiges Wechselspiel zwischen Fik­tion und Realität.

Die Arbeiten in der Ausstellung beziehen sich auf den Film "Short cuts" von Robert Altmann, auf die TV-Serie "Twin Peaks" von David Lynch und auf die Tucson Filmstu­dios in Arizona. Martina Sauter's "Poolhouse, 2007", eine Art Close up Fotografie eines realen Hauses, das Altmann als Drehort diente, wird durch die raffinierte räumliche Staffelung sowie die dramatischen Licht-Schatten Kontraste zu mehr als einem Dokument. Neue, überraschende Bildwelten entstehen auch mit der Montage von Stills aus "Twinpeaks" ("Flur, 2008" und "Schatten, 2008") mit Aufnahmen realer Orte, erkennbar an der unter­schiedlichen Bildqualität sowie am reliefartig versetzten Bildträger. Die Künstlerin macht sich hier die Parallelen und Differenzen fotografischer und filmischer Erzählweisen zu Nutze, wobei das Inszenieren als solches mit zum Thema wird.

Michel Sauer's "Ferne 03, 2006", "Insel Zwe, 2006" oder "Votiv 2, 2008" sind zuallererst einmal dreidimensionale Dinge, die durch ihre sorgfältig gearbeiteten Formen und sinnlichen Oberflächen bestechen und berühren. Die Titel lassen mit den oft beigefügten Ziffern zudem darauf schliessen, dass es mehrere Varianten davon gibt und es deshalb nicht nur um das Ding, die Form, die Bedeutung als solches geht. Kompositorische Anordnungen oder Reihungen unterschiedlicher Elemente oder von Varianten einer Gruppe lassen die subversiven Strategien erahnen, mit denen der Künstler festgeschriebene Vorstellungen untersucht, auffächert, dissoziert.

Seit den 70er Jahren betreibt Michel Sauer seine spielerisch-poetischen Untersuchungen zum Wesen­haften von Dingen, etwa einer Koralle, einem Berg, einem Bein. Dazu verwendet er meist Materialien aus dem Baumarkt und arbeitet bevorzugt mit hand­werklichen Techniken. "Ferne 03, 2006", ist ein ca. 20 cm

hohes, kegelförmiges Ding mit einer steinig wirkenden Ober­fläche. Handelt es sich dabei um einen aus der Distanz wahrge­nommenen Berg? Mit solchen und anderen Arbeiten verweist

Michel Sauer auch auf grundlegende Überlegungen zum Phänomen der Wahrnehmung. Sein bevorzugtes Spielfeld sind dabei die Passagen, in denen die Beziehungen zwi­schen Form und Begriff so gestaltet sind, dass stets ein vielschichtiges, auch individuelles Verweis- und Assoziationssystem entsteht. Seine Dinge nutzen das Potential des Übergangs. Sie sind stumm und geheimnisvoll und reden doch, wie etwa "Autonom 2, 2007" von den Widersprüchen modernistischer Skulptur. Oder sie stellen Fragen zum Alltagsgegenstand in der Kunst nach Marcel Duchamp oder auch zum Fetischcharakter von Objekten.

Für weitere Informationen und Bildmaterial wenden Sie sich bitte an Susanne Friedli(079 248 98 94) oder Elisabeth Gerber (079 574 55 36)

annex14 is a member of Port de Suisse, The Young Swiss Art Gal­leries

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