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Einzelausstellung: Martina Sauter - Räume auf Zeit (vorbei)

15 Januar 2010 bis 13 Februar 2010
  Martina Sauter - Räume auf Zeit
Kantine, 2009
C-Print, collagiert, 50 x 86 cm
gerahmt. Ed. 3
 
  annex14 - Raum für aktuelle Kunst

annex14
Junkerngasse 14
3000 Bern
Schweiz (Stadtplan)

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tel +41 (0)44 - 202 44 22
annex14.com


Räume auf Zeit

Ausstellung: 15.1.-14.2.2010
Vernissage: Do. 14.1.2010, 18 Uhr

In ihrer dritten Ausstellung bei annex14 greift Martina Sauter (*1974/DE), die sich seit ihren künstlerischen Anfängen mit der Grenzerweiterung der Fotografie und deren Übergänge in andere Medien beschäftigt hat, in den realen Raum ein. Die Geste ist unspektakulär. Der Tapetenstreifen an der Wand ist ein vertrautes Mittel, um Innenräume zu gestalten und Atmosphären zu kreieren. Zusammen mit den gezeigten Fotografien entsteht aber eine filmisch anmutende Szenerie, die den realen Raum gleichzeitig zur Bühne werden lässt.

In diesem Spannungsfeld von Fotografie, Film und Realität agiert eine jüngere Generation von Künstlern und Künstlerinnen, zu der auch Martina Sauter zählt. Sie sind von den Möglichkeiten des Films, Geschichten erzählen zu können, fasziniert und verwenden für ihre fotografischen Arbeiten unterschiedlichste Genres als inhaltliche wie formale Ausgangspunkte.

Spezifisch für Martina Sauters Arbeitsweise sind die - analog zur filmischen Technik des Schnittes - collagierten Ausschnitte von Filmszenen mit eigenen Fotos realer Raumausschnitte oder inszenierter Situationen. Realität und Fiktion verschmelzen beinahe unsichtbar zu spannungsgeladenen Bildern, die oft Déjà-vu-Erinnerungen an Filme und Kult-Fernsehserien, wie etwa „Twin Peaks“, auslösen. Subtil nutzt die Künstlerin Einstellungen,Beleuchtungen oder Bildschnitte von bekannten Filmemachern wie David Lynch oder Gus Van Sant für ihre Fotografie und die damit einhergehende Medienreflexion.

Vermehrt untersucht Martina Sauter auch filmische Settings und kulissenartige Räume. Sie baut in ihrem Studio architektonische Szenerien mit verwirrenden Perspektiven auf, in denen sich verschiedene Realitätsebenen vermischen. Aus Holz, Vorhängen, Teppichen und Requisiten konstruierte Architekturen treffen unvermittelt auf illusionistische Landschaftstapeten-Räume. Erst die Fotografie, der gezielt gewählte Ausschnitt verbindet sie zu einer Einheit, zu einem Dokument einer Realität, die so allerdings nie existiert hat. Der Blick auf die Fotografie wird zum Blick auf eine Bühne. Das Stück, das gespielt wird handelt von den Medien, ihrem Verhältnis zur Wirklichkeit und ihrem Umgang mit der Wirklichkeit.

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