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Einzelausstellung: Matts Leiderstam - Seen From Here (vorbei)

20 März 2010 bis 24 Mai 2010
  Matts Leiderstam - Seen From Here
Matts Leiderstam
 
  Kunsthalle Düsseldorf

Kunsthalle Düsseldorf
Grabbeplatz 4
40213 Düsseldorf
Deutschland (Stadtplan)

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tel +49 (0)211 - 899 62 43
www.kunsthalle-duesseldorf.de


Das Interesse des schwedischen Installationskünstler Matts Leiderstam (*1956 in Göteborg) gilt der Porträt- und Landschaftsmalerei des 18. und 19. Jahrhunderts. Nach intensiven kunst- und kulturhistorischen Recherchen löst Leiderstam Gemälde und Grafiken aus ihrem ursprünglichen Sammlungs- und Präsentationskontext und positioniert sie innerhalb institutioneller Ausstellungen neu. Mithilfe von Diaprojektionen, Computeranimationen, optischen Instrumenten (Farbfilter, Lupen, Feldstecher etc.) sowie eigenen Reproduktionen nach Originalen eignet sich der Künstler das Material an und ermöglicht dem Betrachter alternative Sichtweisen auf traditionelle Bildmotive und -kompositionen. Beiläufige Details und subtile Codes, die durch eingefahrene Betrachtungs- und Interpretationsmuster normalerweise kaum wahrgenommen werden, geraten so ins Zentrum der Aufmerksamkeit. Durch seine wissenschaftliche Vorgehensweise ist Leiderstam einer der wenigen bildenden Künstler, die mit ihrer künstlerischen Arbeit die Promotion erlangten. Seine Ausstellungen, die häufig den Charakter von Archiven oder historischen Gemäldesammlungen haben, konzipiert er meist ortsspezifisch.

In der Kunsthalle Düsseldorf präsentiert Matts Leiderstam im Seitenlichtsaal und im Foyer ältere Arbeiten aus den Jahren 1997 bis 2008. Im Rahmen seiner neuen Installation Neanderthal Landscape schafft er für den Emporensaal eine Archivsituation, in welcher der Besucher Entwicklungen und Ergebnisse seiner Recherchen zur Düsseldorfer Malerschule des 19. Jahrhunderts verfolgen kann. Durch Feldstecher auf der Empore kann der Besucher historische Landschaftsgemälde, die in unkonventioneller Anordnung auf der großen Wand des Kinosaals installiert sind, in ihren kleinsten Details betrachten. Gezeigt werden Gemälde aus den Sammlungen des museum kunst palast, Düsseldorf, des Stadtmuseum Düsseldorf, des Neanderthal Museum in Mettmann und des Kunstmuseum Malmö, die in direkter und indirekter Verbindung zur Lehre des Landschaftsmalers Johann Wilhelm Schirmer (1807-1863) stehen. Als Gründer der ersten Landschaftsklasse an der Kunstakademie Düsseldorf kamen Schirmer und seine Studenten in das nahe gelegene Neandertal im Niederbergischen Land, um dort ihre Freilichtstudien anzufertigen. Der Einfluss der Düsseldorfer Malerschule lässt sich interessanterweise noch heute bis nach Skandinavien zurückverfolgen.

Matts Leiderstam hat sich für seine Einzelausstellung Matts Leidertsam - Seen From Here auf die Spuren J.W. Schirmers begeben und in den hiesigen Sammlungen und Archiven recherchiert. Die Schau in der Kunsthalle läuft parallel zum Schirmer Projekt 2010, das sich dem Schaffen und der Zeit des Landschaftsmalers widmet und an dem neben dem museum kunst palast fünf weitere Institutionen der Region beteiligt sein werden. Die von Ulrike Groos und Christoph Benjamin Schulz kuratierte Ausstellung wandert im Anschluss an das Kunstmuseum Malmö (Juni bis September 2010) an das Kunstmuseum Turku (Oktober 2010 bis Januar 2011) sowie an das Kunstmuseum Vaasa in Finnland (voraussichtlich ab Februar 2011).

Begleitend zur Ausstellung erscheint ein Katalog in Deutsch/Englisch. Neben einem Vorwort von Ulrike Groos (Direktorin Kunstmuseum Stuttgart) und Gregor Jansen (Künstlerischer Leiter Kunsthalle Düsseldorf) ist ein Essay von Bettina Baumgärtel (Leiterin der Gemäldesammlung museum kunst palast, Düsseldorf) über die Rezeption von Landschaftsmalerei enthalten. Dazu kommen Texte von Maria Lind (Kuratorin und Kunstkritikerin, Bard College, New York), Friedemann Malsch (Direktor Kunstmuseum Liechtenstein) und Dieter Roelstraete (Kurator MuHKA, Antwerpen) zu verschiedenen Werkgruppen des Künstlers. Zudem enthält die Publikation ein Interview von Christoph Benjamin Schulz (Kurator) und Jari Ortwig (Wissenschaftliche Mitarbeiterin Kunsthalle Düsseldorf) mit dem Künstler über seine jüngste, für die Kunsthalle entwickelte Installation. Die zahlreichen Farbabbildungen werden von Kurztexten begleitet.

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