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Einzelausstellung: Meret Oppenheim - Originale 1932 - 1985 / Teil 2 (vorbei)

6 März 2013 bis 5 April 2013
  Meret Oppenheim - Originale 1932 - 1985 / Teil 2
 
www.galerie-krinzinger.at Galerie Krinzinger

Galerie Krinzinger
Seilerstätte 16
1010 Wien
Österreich (Stadtplan)

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tel +43-(0)1 - 513 30 06
www.galerie-krinzinger.at


Nach Teil I, der den Editionen im Werk von Meret Oppenheim gewidmet war, zeigt die Galerie Krinzinger Originale Zeichnungen von Meret Oppenheim und fotografische Aufnahmen der Künstlerin AnnA BlaU von Meret Oppenheim. Die Zeichnung ist das entscheidende Ausdrucksmittel im Werk dieser Künstlerin. Sie ist kontinuierlich von den früheren Bleistiftszeichnungen und Aquarellen der Jugendzeit bis zu den letzten großartigen Gouachen aus dem Todesjahr 1985 Grundlage ihres Schaffens. Ein Schwerpunkt liegt in den 30er Jahren, in denen der Faktor der unproblematischen Verfügbarkeit des Mediums und seine geringen Kosten eine bedeutendere Rolle gespielt haben und Meret Oppenheim die (Feder-) Zeichnung zum Notieren ihrer Ideen benutzte. Nach dem Krieg entstehen vor allem in den 60er und 70er Jahren vermehrt Farbstift- und Ölkreidezeichnungen.

Bei Meret Oppenheim bestätigt sich aufgrund der sparsamen, oft kargen Bildsprache, dass für die Qualität einer Zeichnung weniger Virtuosität als Unmittelbarkeit ausschlaggebend ist. Diese Eigenschaften der Zeichnung kommen in hohem Maße der künstlerischen Haltung Meret Oppenheims entgegen, die gekennzeichnet ist durch Offenheit, Direktheit und Intuition.
Die Natur, das heißt die Veränderungsprozesse des Lebendigen, die elementaren Kräfte und Polaritäten (auch der Geschlechter) sowie das zeitliche und kosmische Eingebundensein sind zentrale Themen im Werk der Künstlerin.
Es überwiegt ein abstrahierender linearer Zeichenstil, der Figuren und Dinge mit wenigen, knappen Konturen erfasst. Das Dargestellte ist selten erzählerisch und sein Thema nicht eindeutig festlegbar. Auch die Titel treiben eher ein Verwirrspiel. Groteske oder auch poetische Titel können Assoziationen wecken oder provozieren aufgrund ihrer scheinbaren Willkürlichkeit. Viele Zeichnungen stehen Werken surrealistischer Künstler nahe, due analog zu Bretons literarischer Technik, der sogenannten „ecriture automatique", versuchen, im Bildnerischen Möglichkeiten des psychischen Automatismus zu entwickeln. Auch Meret Oppenheim findet aus den Erfahrungen im Grenzbereich zwischen Wachen und Träumen oder erst im Zeichenprozess entstehenden Vorstellungen zu unbekannten Bildformen, in denen Unbewusstes aufscheinen kann.

Bei den Gouachen sind im Vergleich breite, dichte Pinselstriche kontrastreich auf die Fläche gesetzt. Gerade für die Darstellung scher faßbarer, bewegter Dinge, wie Himmelskörper entwickelt Meret Oppenheim eine stark geometrische Abstraktion. Diese abstrakten „Landschaften" Meret Oppenheims - ob auf Naturimpressionen beruhend oder Ausdruck freier Schöpfung - zählen sicherlich zu den Höhepunkten ihres Schaffens.

Extrakt aus dem Text „Die Zeichnung im Werk von Meret Oppenheim" von Isabel Schulz
(Publikation: Meret Oppenheim - Galerie Krinzinger. Wien, 1997)

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