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Einzelausstellung: Michael Koch - forever more (vorbei)

23 Oktober 2009 bis 21 November 2009
  Michael Koch - forever more
Michael Koch
 
  Galerie Voss

Galerie Voss
Mühlengasse 3
40213 Düsseldorf
Deutschland (Stadtplan)

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tel +49-(0)211-13 49 82
www.galerievoss.de


"Forever More", diese beiden Worte aus dem Englischen klingen wie eine höchst vielversprechendes aber in menschlichen Dimensionen aussichtslose Hoffnung: "Für immer mehr" - kein Versprechen für die Welt der Sterblichen. Und doch gibt Michael Koch dieses Versprechen in Form einer Sammlung von Fotografien, die eine Gratwanderung darstellen zwischen Inszenierung und psychologischer Analyse der gezeigten Modelle. Besonderer Schwerpunkt dieser Ausstellung ist das Schwanken von Kontrolle und Kontrollverlust, nicht nur zwischen Modell und Künstler. Michael Koch sucht und findet artifiziell wirkende Momente, in denen die Aufnahmen dieses Wechselspiels auf eine geradezu unheimliche Weise changieren: Wo sie den Künstler enthüllen, verbergen sie das Modell, wo sie das Modell entblößen, verbergen sie den Fotografen. Das Künstliche gibt sich natürlich und umgekehrt. Ein Schlüsselbild für dieses Verfahren ist "Eldur", wo Blitzlicht sonnenverbrannte Haut und ein Feuermal des abgebildeten Mannes aus dem Dunkel der Nacht reißt.

Das Irrationale der Forderung "Forever More" spiegelt sich in den Bildern der Ekstase eines Bildes wie "Maya". Für wen oder was entäußert sich die Fotografierte mit geschlossenen Augen und geöffneten Mund? Was geschah mit "Nero", der derart entspannt mit geschundenem Rücken auf dem Terrazzo-Fußboden liegt? Und wie zeugt ein Bild mit der dem Tod aufs engste verbundenen indischen Gottheit "Kali" vom Leben, während "Phönix" der Wiedergeburt mit offenen Augen begegnet?

Koch verstört mit seinen Bildern nicht weniger als mit ihrer Inszenierung. Die Bilder stehen nicht nur für sich, sie ergeben einen erweiterten Sinn im Kontext ihrer Hängung. Koch sucht dabei keine Harmonie. Allein die Bilder sprechen von dem Zwiespalt, der von der Schönheit nur dann zu berichten erlaubt, wo sie den Mut hat, der menschlichen Unvollkommenheit zu begegnen.

Michael Koch untersucht die verletzlichen Seiten des Daseins, die er als eine Stärke erkennbar macht und gestaltet dies mit einer dem Fotografen eigenen Geste zärtlicher Entblößung.

Thomas W. Kuhn

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