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Einzelausstellung: Michaela Melián - Panorama (vorbei)

1 Februar 2003 bis 23 März 2003
  Michaela Melián - <i>Panorama</i>
Michaela Melián, Panorama, 2002
 
  Galerie im Taxispalais

Galerie im Taxispalais
Maria Theresien Straße 45
6020 Innsbruck
Österreich (Stadtplan)

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tel +43-(0)512-508 3171
www.galerieimtaxispalais.at


Michaela Melián hat ihre Arbeit Panorama speziell für die Halle im Untergeschoss der Galerie im Taxispalais konzipiert. Den Ausgangspunkt dafür bildet das so genannte Riesenrundgemälde in Innsbruck, eines der letzten existierenden Panoramabilder des 19. Jahrhunderts. Gemalt wurde es 1896 von dem Münchner Panoramamaler Michael Zeno Diemer. In einem frappanten Landschaftsillusionismus stellt es die am 13. August 1809 von den Tirolern gegen die Franzosen und Bayern geführte Schlacht am Bergisel dar, die sich vor der Kulisse des Inntales und der Stadt Innsbruck abspielte. Das Riesenrundgemälde ist seit seiner Eröffnung eine der am meisten besuchten Sehenswürdigkeiten von Innsbruck. "Panoramen haben ihren Reiz. Er liegt in der Mischung von Starrheit und vorgetäuschter Bewegung, von illusionärer Weite und tatsächlicher Enge." (Alfred Polgar, Panorama, in:
Die Weltbühne, 1918).

Melián nimmt die Idee des Rundbildes für ihre Installation auf; die Bilder, die sie in ihrem Panorama zeigt, stammen jedoch aus der Gegenwart. Die Künstlerin hatte die Motive im Laufe einer Autofahrt von Bayern nach Innsbruck und in Innsbruck selbst mit der Kamera aufgenommen, um diese fotografischen Bilder dann in weiteren Schritten zu transformieren. Ihr Thema sind im weitesten Sinn die Geschichte und die Geschichtsschreibung der Landschaft, der Berge, der Straßen, der Gebäude und deren BewohnerInnen.

Meliáns Panorama besteht aus einer mit Leinwand bespannten zylindrischen Form von sechs Metern Durchmesser, gleichsam die abstrahierte Abwandlung eines Rundbildes, welche Melián in der mit Glas überdachten Halle der Galerie platziert. Vom Mittelpunkt dieses an ein Stroboskop (eine Vorform des Films) erinnernden "Panoramas" aus werden in einer fortlaufenden, der Kreisform folgenden Bewegung Diapositive von Zeichnungen projiziert. Die auf Dias übertragenen Zeichnungen wurden nach den Fotovorlagen angefertigt, sind jedoch nicht konventionell ausgeführt, sondern maschinell genäht. Ein durchgehender Faden umläuft die Silhouetten von Bergen, Straßen, Bäumen, Gebäuden und Möbeln. Mittels Überblendungstechnik folgt ein projiziertes Bild auf das nächste, wodurch das Publikum selbst - innerhalb wie außerhalb des Zylinders - in die Bewegung miteinbezogen wird. Meliáns Panorama ist somit dynamisch. Es bietet dem Publikum keine perspektivische Rundschau, sondern bewirkt durch die wandernden Projektionen eine Vernetzung von Geschichte und Topografie.

"Aus der Perspektive eines popkulturellen Selbstverständnisses, das Musik, Bildkultur und Kunst in einer Praxis verbindet, konstruiert Michaela Melián mit alltäglichen und allgemein bekannten Materialien ein haptisches wie konzeptuell analytisches Werk. ›Weiche‹ oder ›flüssige‹ Bilder mit Claes Oldenburgschen Formprinzipien werden mit aktuellen kritischen Methoden der Ortsspezifik und Kontextanalyse kombiniert, festgeschriebene Lesbarkeiten von Gegenständen, Symbolen und Geschichte unterlaufen." (Dirk Snauwaert in: Ausst.-Kat., Kunsthalle Bremen 2001)

Michaela Melián lebt in Bayern und ist Mitglied der Band FSK.

Katalog Michaela Melián
TRIANGEL

Hg./ed. Galerie im Taxispalais / Kunstverein Springhornhof, Neuenkirchen, Beiträge von Jochen Bonz, Silvia Eiblmayr, Dirk Snauwaert, Frank Wagner (dt./engl.)
Verlag Lukas & Sternberg, Berlin / New York

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