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Einzelausstellung: Miguel Rothschild - Happy Believers (vorbei)

16 Juni 2012 bis 28 Juli 2012
  Miguel Rothschild - Happy Believers
Miguel Rothschild, “Jesus Saves”, 2010
Perforated C-print, confetti, frame
66 x 100 cm
Edition 5
 
  Kuckei + Kuckei

Kuckei + Kuckei
Linienstraße (backyard) 158
10115 Berlin
Deutschland (Stadtplan)

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tel +49-(0)30-883 43 54
www.kuckei-kuckei.de


Kuckei + Kuckei freut sich die erste Einzelausstellung von Miguel Rothschild in ihren Räumen in Berlin ankündigen zu können.

Miguel Rothschild entlehnt seine Motive aus einem christlichen bzw. kunsthistorischen Kontext. Gotische Kirchenfenster greift er ebenso auf, wie Beichtstühle und Darstellungen des Heiligen Geistes oder des auferstandenen Christus. Religion und Kunst sind dabei Quelle und Inspiration mit dem Ziel, die Gravitas des gesamten Bedeutungskosmos auszuschöpfen und Pathos zu inszenieren bzw. in Frage zu stellen. Der Katholizismus und seine Bilderwelten werden durch seinen Eingriff verwandelt und umgeformt. Viele seiner Arbeiten werden von einem Clair-obscur-Kontrast begleitet, der ihm zur Steigerung des Räumlichen und als Bildmotiv der Romantik dient. Miguel Rothschilds Arbeiten lassen sich einem erweiterten Fotografie-Begriff zuordnen. Die Fotografien werden zur Folie oder Inspiration und damit zu einer ersten Ebene und Polarisationspunkt.

Offenbarung, eine Serie von 14 Arbeiten, zeigt Rosetten aus gotischen Kirchen und Kathedralen. Die Motive reichen von figürlichen Auferstehungsszenen bis zu stilisierten, floralen Mustern. Am Boden des Rahmens sammelt sich das bei dem Lochungsprozess entstandene Konfetti - ein Element der Leichtigkeit, welches Rothschild dem Pathos der Religion entgegensetzt. Durch die Lochung der Vorlagen eröffnet Rothschild eine neue Ebene - eine plastische Einladung, hinter die Dinge zu schauen. Ein bis dahin verborgen gebliebener Raum kann erkundet werden. Es ist nicht in Rothschilds Interesse abzubilden, sondern durch die Transformation der Bildinformation neue Bildinhalte zu generieren.

In The Birds II verwendet Miguel Rothschild die zwei gegensätzlichen Bilderwelten von Religion und Film. Basis ist ein Filmstill aus Hitchcocks Klassiker Die Vögel. Rothschilds Vögel sind allerdings Darstellungen des Heiligen Geistes aus Kunstwerken des 13. bis 19. Jahrhunderts. Als zusätzliche Ebene entsteht in einem zweiten Bildteil, das die Arbeit zum Diptychon ergänzt, eine graphische Darstellung der Szene mit Angaben zur Herkunft der Heiligen Geister. Das Diptychon zeigt damit einen doppelten Bruch von Fiktion und Mythos.

Die Arbeiten der Serie Absolution fallen sofort durch ihre spielerische Qualität auf. Als Bildgrund dienen Fotografien der Gitter italienischer Beichtstühle aus dem 16. bis 18. Jahrhundert. Die Fotografien erhalten Lochungen an den Stellen der Gitter und werden mit einer Anzahl an kleinen Metallkugeln bestückt, die der Lochungen des Gitters entsprechen. Der Besucher ist aufgefordert, sich in diesem Spiel zu versuchen und die Kugeln in die vorgesehenen Löcher zu platzieren. So entsteht der Eindruck eines Geschicklichkeitsspiels auf der Folie von unzähligen größeren und kleineren Vergehen, die über die Jahrhunderte durch diese Gitter geflüstert wurden.

In den ausgestellten Werken entsteht eine Balance aus religiös überhöhten Bildthemen gepaart mit alltäglichen Elementen. Dieser Gegensatz ist für Miguel Rothschild das Kernelement seiner Arbeiten. Die Werke der Ausstellung bewegen sich zusätzlich in verschiedenen Kunstgattungen. Die Bandbreite reicht von Fotografien über Mixed- Material-Objekte bis hin zu installativen' Arbeiten. Für Happy Believers spielt er einmal mehr mit dem Spannungsbogen aus Tradition und Revolte und beweist, dass man manchmal auch beides leben kann.

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