Language and login selector start
Language and login selector end

Gruppenausstellung: Minimalism and After II (vorbei)

14 Februar 2003 bis 18 Mai 2003
  Minimalism and After II
Katja Strunz, o.T., 2002, Holz, schwarz lackiert, 210 x 65 x 34 cm
Foto: Martin Eberle, Berlin
 
  Daimler Contemporary

Daimler Contemporary
Alte Potsdamer Str. 5
10785 Berlin
Deutschland (Stadtplan)

E-Mail senden
tel +49-(0)30-259 41 420
www.sammlung.daimler.com


Die zweite Ausstellung zum Thema "Minimalism and After" wird wiederum repräsentative Positionen der frühen Minimal Art sowie deren Rezeption und Weiterentwicklung in der zeitgenössischen Kunst vorstellen.

Die Ausstellung zeigt Neuerwerbungen, welche die Ausrichtung der Sammlung DaimlerChrysler in den Bereichen Minimalismus Europa / USA, Konstruktivismus und konzeptuelle Tendenzen erweitern und qualifizieren.

Der Begriff der Minimal Art ist, wie viele Termini der jüngeren Kunstgeschichte, einigen New Yorker Künstlern um 1965 zufällig zugewachsen. Der Kunstphilosoph Richard Wollheim versuchte in seinem Essay »Minimal Art« als allgemeines Phänomen der amerikanischen Kunst des 20. Jahrhunderts den »minimalen Kunstgehalt« einiger Objekte zu charakterisieren.
Zeitgleich prägen sich in der amerikanischen Kunstkritik und Ausstellungspraxis synonyme Begrifflichkeiten aus, die das schwer fassbare Phänomen literarisch zu umschreiben suchen: »ABC ART«, »Primary Structures«, »Rejective Art«, »Cool Art« oder »Reductive Art«.

Fünf Künstlernamen stehen im Zentrum der Aufmerksamkeit - Carl Andre, Dan Flavin, Donald Judd, Sol LeWitt, Robert Morris - und prägen den »Look« der frühen Ausstellungen: geometrisch-serielle Skulpturen und Wandobjekte, die ihre schieren Dimensionen und ihre konkrete Materialität machtvoll gegen den umgebenden Raum herausstreichen.

Auf diese Künstler bezieht sich der historische Begriff der »Minimal Art«, der in Europa 1968 mit der gleichnamigen Den Haager Schau eingeführt wird. Konsequente Malereipositionen treten zunächst zurück, da das Bild als Objekt und Fokus einer jahrhundertealten Kunstauffassung diskreditiert schien.
Aber schon für die zweite Hälfte der sechziger Jahre wird neu der Begriff eines »Minimalismus« geprägt, der nun ein erweitertes Feld künstlerischer Medien umfasst. An diesem erweiterten - Skulptur, Wandrelief, Malerei und Zeichnung umfassenden - Spektrum setzt unsere 2002 begonnene Ausstellungsserie »Minimalism and After« ein.

Unsere Neuerwerbungen von Künstler/innen dreier Generationen beginnen zeitlich mit zwei Außenseitern des Kunstgeschehens, John McLaughlin (1898-1976, USA) und Hermann Glöckner (1889-1987, D), die gleichwohl ein je individuell hochrangiges Werk hinterlassen haben.

In Auseinandersetzung mit McLaughlins auf Schwarz, Weiß und wenige Farben konzentrierte, reduktionistische Malerei prägte Jules Langsner 1959 den Begriff des »Hard Edge«.
Kriterien von Hard Edge wie die geometrische Formung der Farbfelder und Farbreihungen, formale Ökonomie und Perfektion des Farbauftrags, schließlich die betonte Objekthaftigkeit und Visualität der Bilder bereiten den Minimalismus vor.

Während McLaughlin in Los Angeles an einer »absolut abstrakten« und referenzlosen Malerei-als-Malerei arbeitete, entwickelte der knapp achtzigjährige Hermann Glöckner in Dresden in völliger Isolierung von der gängigen DDR-Kunst seine Faltungen, die eine überraschende Nähe zu Robert Smithsons gefalteten Wandreliefs der Jahre 1963-65 zeigen.

Ein spätes Echo finden beide Positionen, die ohne Kenntnis voneinander sich entwickelt haben, in den Wandreliefs von Katja Strunz (*1970, D). Unberührt vom westlichen Kunstbetrieb formte sich auch das Werk des Polen Henryk Stazewski (1884-1988), dessen weiße Tableau-Reliefs der sechziger Jahre und spätere Bilder in unserem Zusammenhang als eine europäisch-konstruktive Spielart minimalistischer Bildkunst interpretiert werden.

Ein Bewunderer McLaughlins war David Novros, der zu den wichtigen frühen minimalistischen Malern gezählt wurde. Auch die 1959 einsetzende Serie der Streifenbilder von Gene Davis - der in Europa ebenso unbekannt geblieben ist wie Novros - könnte, neben dem Einfluss Barnett Newmans, eine Reaktion auf McLaughlin beinhalten.

1966 trifft Hanne Darboven (wie Novros 1941 geboren) in New York ein und formt in der Begegnung mit der Minimal Art, vor allem mit Sol LeWitt, die Grundkonstanten ihres Werkes. Ihre seriellen Abläufe von Zahlen und geometrischen Figuren zählen neben den Skulpturen der Frankfurter Künstlerin Charlotte Posenenske zu den wichtigsten europäischen Beiträgen zum Minimalismus.

Einem durchgehenden Schwerpunkt der Sammlung DaimlerChrysler folgend, versucht die Auswahl der Neuerwerbungen die Diskussion in der zeitgenössischen Kunst zu spiegeln. Wolfgang Berkowski (*1960, D), Stephen Bram (*1961, AUS), Benoit Gollety (*1974, F), Esther Hiepler (*1966, D), Michael Zahn (*1963, USA) haben in den neunziger Jahren ganz eigenständige Werkgruppen entwickelt, die mit verschiedenen Aspekten des Minimalismus kommunizieren und diese weiter- und ausformulieren: Ihre Werke prägt ein verknapptes Formenvokabular, die Betonung von Objekthaftigkeit, Materialität und Visualität des Bildes sowie eine Reduktion auf einfache Grundstrukturen.

  • ArtFacts.Net - Ihr erfahrener Kunst-Dienstleister

    Seit dem Start in 2001 hat ArtFacts.Net™ in Zusammenarbeit mit internationalen Kunstmessen, Galerien, Museen und Künstlern eine anspruchsvolle Künstlerdatenbank entwickelt.