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Einzelausstellung: Miriam Cahn - Lachen bei Gefahr (vorbei)

28 September 2012 bis 25 November 2012
  Miriam Cahn - Lachen bei Gefahr
Miriam Cahn, in den Bergen denken, 2001
 
  Badischer Kunstverein

Badischer Kunstverein
Waldstr. 3
76133 Karlsruhe
Deutschland (Stadtplan)

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tel +49-(0)721 - 28 226
www.badischer-kunstverein.de


Der Badische Kunstverein freut sich, die bislang umfangreichste Ausstellung der Schweizer Künstlerin Miriam Cahn in Deutschland zu zeigen. Über alle drei Ebenen des Hauses wird eine Auswahl von Arbeiten aus den späten 1970er Jahren bis heute präsentiert. Cahns Medien reichen von der Malerei über Zeichnungen bis hin zu Performances, Filmen und Fotografien. Die Themen in Cahns Bildern kreisen um Weiblichkeit, Sexualität, Liebe, Gewalt oder Zerstörung.

Geprägt durch die Performance-Kunst und feministische Bewegung der 1960er und 70er Jahre ist Miriam Cahns Zugang zur Kunst radikal und unkonventionell. Sie entzieht sich üblichen Kriterien und Kategorisierungen, vor allem in der Wahl ihrer Arbeitsmethoden, aber auch im engen Zusammenspiel ihrer unterschiedlichen Formate, die sie in den Ausstellungen häufig als „Cluster“ in dichten Konstellationen zusammenführt.

Zunächst arbeitete Cahn mit Zeichnungen, bevor sie sich Anfang der 1990er Jahre den Farben und der Ölmalerei zuwandte. Dabei betonte sie immer wieder, dass die Zeichnung in ihrem eher flüchtigen Charakter ein willkommenes Gegenbild zur herkömmlichen Vorstellung vom Ölbild als autonomes, in sich geschlossenes und vorwiegend männlich konnotiertes Kunstwerk bietet. Cahns Praxis des Zeichnens ist in diesem Sinne eine feministische, indem sie ihre großformatigen Zeichnungen mit der ganzen Kraft ihres Körpers auf dem Boden kriechend, manchmal nackt und mit geschlossenen Augen ausführte. Bewegung und Performance sind Schlüsselbegriffe ihrer Kunst und der Körper wird zum zentralen Element – nicht nur als Motiv in den Darstellungen, sondern auch als Medium ihrer Ausführung. So proklamierte die Künstlerin in einer frühen Arbeit im Innen- und Außenraum: „Mein Frausein ist mein öffentlicher Teil“ und orientierte den Rhythmus ihres Arbeitens am weiblichen Zyklus: Es entstanden Blutungs- und Eisprungarbeiten und Bildmotive wurden in männliche und weibliche Kategorien eingeteilt. Dem prozessualen Charakter der Zeichnung bleibt Cahn auch in der Malerei treu, indem sie ihre Bilder anfängt, ohne die Richtung genau festzulegen, manchmal einem imaginären Bild folgend oder der Erinnerung an einen Traum. Auch wenn sich Cahns Malerei als figurativ bezeichnen lässt, sind ihre Körper, Gesichter, Pflanzen oder Tiere niemals detailgenau ausgeführt: Während manche Körperteile realistisch nachempfunden sind, bleiben andere als Skizze bestehen oder ihre Silhouette verliert sich geisterhaft im unbestimmten Hintergrund. Oftmals sind es aber auch konkrete politische Ereignisse, die sich in verschiedenen Bildern Cahns niederschlagen, wie die Kriege in Beirut (1982), im Irak (1991) oder in Sarajevo (1992). Neben Waffen oder Kriegsschiffen als wiederkehrende (männliche) Motive in ihren Bildern, finden sich auch Luftansichten von Atomkraftwerken oder Testgeländen, Bilder sowie leuchtende Aquarelle von Atomexplosionen. Miriam Cahns Bilder sind aber nicht politisch in dem Sinne, dass sie ein Thema illustrieren, sondern sie sind politisch, indem sie als Ausdruck eines subjektiven Unbehagens gegenüber prekären gesellschaftlichen und politischen Verhältnissen gelesen werden können.

Die Ausstellung LACHEN BEI GEFAHR versammelt eine Vielzahl an Werken, die die Künstlerin in enger Anlehnung an die Räumlichkeiten des Kunstvereins ausgewählt hat. Neben den großformatigen Kreidezeichnungen treffen farbige Einzelbilder auf Serien in Öl, Aquarell, Pastell oder Wasserfarben. Ein eigener Ausstellungsbereich präsentiert die performativen und textbasierten Arbeiten der Künstlerin – Formate, die bislang eher nachrangig rezipiert wurden – sowie das filmische Werk in Super-8. LACHEN BEI GEFAHR umfasst über 30 Jahre des künstlerischen Schaffens von Miriam Cahn. Trotz zahlreicher Einladungen im In- und Ausland mit so wichtigen Stationen wie der documenta 7 in Kassel oder der 41. Venedig Biennale wurde ihren Werken in Deutschland seit langer Zeit keine institutionelle Einzelpräsentation mehr gewidmet. Das möchte die umfangreiche Ausstellung in Karlsruhe nun nachholen.

Mit freundlicher Unterstützung von Pro Helvetia, Schweizer Kulturstiftung.

www.miriamcahn.com

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