Language and login selector start
Language and login selector end

Einzelausstellung: Moritz Götze - Eden (vorbei)

6 Dezember 2008 bis 3 Januar 2009
  Moritz Götze - Eden
Moritz Götze, Blaue Wand und rosa Kleid, 2008, Öl auf Leinwand, 100 x 140 cm
 
www.rothamel.de GALERIE ROTHAMEL

GALERIE ROTHAMEL
Kleine Arche 1A
99084 Erfurt
Deutschland (Stadtplan)

E-Mail senden
tel +49 36 156 233 96
www.rothamel.de


MORITZ GÖTZE - EDEN

6. Dezember 2008 bis 3. Januar 2009

Preview am Samstag, 6. Dezember um 11 Uhr

Eröffnung mit dem Künstler am Samstag, 6. Dezember um 21 Uhr

Anläßlich der Ausstellung erscheint beim DuMont Verlag ein Katalog mit Texten von Rüdiger Giebler, Paul Kaiser, Peter Lang, Ralf Niebergall, Brigitte Rieger-Jähner, Christoph Tannert u.a.

Erinnerte Geschichte entfaltet subversive Kräft. Moritz Götze, Jahrgang 1964, aufgewachsen in Halle, hat diese Lektion früh erahnen und erleben müssen. Das Faible für „historischen Sondermüll“ machte den neben seiner Tischlerlehre als Punkmusiker wirkenden Moritz Götze in den Augen des omnipotenten Staates zum suspekten Element. Die Stasi unterstellte, er beabsichtige „die DDR ungesetzlich zu verlassen und zu diesem Zweck ein Fluggerät zu bauen.“

Es brauchte keinen Heißluftballon, damit Moritz Götze schließlich als Maler und Grafiker im „anderen Deutschland“ ankam und zu einem der bemerkenswertesten Künstler seiner gesamtdeutschen Generation wurde. Moritz Götze erlebte die deutsche Wiedervereinigung, indem er einfach blieb, wo er war – in Halle/Saale, Ortsteil Kröllwitz, mittendrin im Kunstquartier um die Burg Giebichenstein. Das Leben als professioneller Künstler begann mit allen Glücksmomenten entfesselter Freiheit – mit weitgesteckten Reisen, einer Gastprofessur in Paris und ersten Erfolgen auf Kunstmessen.

Nach 1990 war Deutschland, wenn schon als nationale Größe wiedererwacht, als historischer Tiefenstoff nach 1990 nicht wirklich ein Thema der political correctness. Moritz Götze spürte überall die Kontinuität in den Brüchen deutscher Historie – Verhängnisvolles kam da zum Vorschein, aber auch Stolz auf das spezifische Leistungsprofil einer Kulturnation, dass sich etwa im jüngsten internationalen Erfolg einer auf das Deutsche in der Kunst fixierten Malerei zeigte. Anfang der 90er Jahre setzte er deutsche Mythen und Sagen in graphische Serien um – wie „Tristan und Isolde“ (1994) oder „Nibelungenlied“ (1991). Seine Gemälde,machten die jüngere Kriegs- und Besatzungsgeschichte zum Thema – von den Acrylbildern des „Panzerkreuzer Scharnhorst“ (1989) bis hin zum großformatigen Gemälde „Bjelomorkanal“ (1994). Nicht zuletzt manifestierte sich dieses Prinzip des Zugriffs auf die deutsche Geschichte in den Bild-Adaptionen von populären Werken sozialistischer Staatskünstler. So hat Moritz Götze Willi Sittes Schlüsselbild „Chemierarbeiter am Schaltpult“ (1968) 2002 zu einem hintersinnige Remake verarbeitet, in dem die Hybris des DDR-Projektes in feinsinniger, an den Mitteln der englischen Pop art geschulten Denk- und Malweise ihre personale Verkörperung findet.

Wenn Moritz Götze sich ab 6. Dezember in der Galerie Rothamel mit historischem Bildpersonal auseinandersetzt, schafft er einen spezifischen deutscher Pop, der weder die Ambivalenzen nationaler Realgeschichte leugnet noch in der alles homogenisierenden Globalisierungsfalle zappelt.

Nach einem Text von Paul Kaiser

  • ArtFacts.Net - Ihr erfahrener Kunst-Dienstleister

    Seit dem Start in 2001 hat ArtFacts.Net™ in Zusammenarbeit mit internationalen Kunstmessen, Galerien, Museen und Künstlern eine anspruchsvolle Künstlerdatenbank entwickelt.