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 Yoichiro Kawaguchi, aus: Festival, 1991 | | |
Zur Ausstellung
Das Projekt kam auf Initiative der Künstler Gerhard Mantz und Gero Gries zustande und wurde in Zusammenarbeit mit der Kunsthalle Rostock, dem Kunstverein Mannheim und dem Haus am Waldsee realisiert. Wir setzen damit eine Reihe von Ausstellungen fort, die sich auf das Thema „Neue Formen des Bildes" richten und mit der Untersuchung der Fotomontage (Hajek-Halke, 1997) sowie Foto- und Kunstmanipulation (Stalins Retuschen, 1998) begonnen wurde. Die in der Ausstellung gezeigten Arbeiten sind in ihrer Erscheinungsform fotorealistischen Gemälden und Fotoarbeiten ähnlich, jedoch ausschließlich computergeneriert und wurden mittels 3-D-Programmen entwickelt.
Kameralose Digitalbilder
Bilder überfluten unseren Alltag. Das festzustellen, gleicht einem Gemeinplatz. Doch dieses Mehr an Bildern wird von einer neuen Qualität geprägt, dem Hybriden. Ob die Primärbilder gemalt, fotografiert oder gefilmt wurden, auf dem Weg zu den Bildern, die uns begegnen, greifen inzwischen mit immer dominanteren Anteilen digitale Techniken. Wir treffen auf analoge Fotografien, die digital bearbeitet und dann digital ausgedruckt werden, ebenso wie auf solche, die mit Digitalkameras aufgenommen, dann elektronisch bearbeitet und dann mit traditionellen fotografischen Prozessen fertiggestellt werden, um nur zwei der häufig anzutreffenden Varianten zu benennen.
Die Gemeinsamkeit der Künstler dieser Ausstellung ist das Arbeiten am Computer ohne Zuhilfenahme von bereits physisch existierenden Bildern. Im Unterschied zur unübersehbaren Zahl der Bildproduzenten, die heute digitale Arbeitsmittel, insbesondere PhotoShop, einsetzen und von kameratechnisch erzeugten Primärbildern ausgehen, beginnt ihre künstlerische Bildgebung am leeren Monitor.
Die neuen Medien übernahmen in ihren Anfängen immer die Ausdrucksformen der Medien, an deren Stelle sie traten - nur eben mit anderen Mitteln und effektiver. Dabei waren es die Künstler, die mit mehr Sensibilität auf die Spezifika, also die jedem Medium eigenen Gesetze, wie auf die Fehler und Schwächen der Medien geachtet und - wichtiger noch - die öffentliche Aufmerksamkeit auf die medialen Eigenheiten gelenkt haben. Gerade deshalb ist es sinnvoll, den Einsatz der neuen digitalen Technik durch Künstler unter dem Gesichtspunkt der Medienspezifik zu betrachten.
Enno Kaufhold
Vom Byte zum Bild
Was ist 3-D-Rendering?
Das englische „to render" bedeutet „machen, erstellen".
Wie die Camera obscura einen wirklichen, dreidimensionalen Raum zweidimensional abbildet, erstellt der Computer Pixel für Pixel (Bildpunkt) ein zweidimensionales Bild aus einer dreidimensionalen Raumbeschreibung.
Diese 3-D-Raumdefinition ist eine mathematische Beschreibung von Gegenständen, Oberflächen und Lichtquellen in einem Koordinatenraum. Während des Renderings tastet der Computer die Bildpunkte zeilenweise ab und ordnet jedem Pixel einen bestimmten Farbwert zu.
Der Farbwert wird anhand der Informationen der 3-D-Raumdefinition festgelegt: Wie ist der Körper beschaffen, welche Oberfläche hat er, woher kommt das Licht? Obwohl der Vorgang der eigentlichen Bildgenerierung abstrakt und mechanisch ist, hat das Arbeiten am Computer Ähnlichkeit mit herkömmlichen Verfahren wie Modellbau, Bühnenbild oder Setdesign beim Film. (...) Im virtuellen Raum des Computers sind jedoch endlose Optimierungen möglich. Eine Szene kann hundertmal umgebaut werden und ist doch immer neu - Daten altern nicht. Die Programme, die heute für die Bildgenerierung zur Verfügung stehen, sind Nachfolger der z.B. in Architektur, Industrie- und Produktdesign verwendeten CAD (Computer AidedDesign)-Programme, mit denen Gegenstände entworfen und simuliert werden können.
Johanna Jakob |