Language and login selector start
Language and login selector end

Gruppenausstellung: New Territories (vorbei)

11 Januar 2007 bis 24 Februar 2007
  Peter Bialobrzeski
Peter Bialobrzeski
Heimat 33
"Heimat 33", (Eibsee, 2003), C-Print, ca. 120 x 160 cm, Ed. 5
 
www.lagalerie.de L.A. Galerie – Lothar Albrecht

L.A. Galerie – Lothar Albrecht
Domstraße 6
60311 Frankfurt/Main
Deutschland (Stadtplan)

E-Mail senden
tel +49-(0)69-28 86 87
www.lagalerie.de


New Territories

Peter Bialobrzeski, Oliver Boberg, Naoya Hatakeyama, Taiji Matsue, Javier Vallhonrat, Christian Wolter


11. Januar bis 24. Februar 2007

Wir laden Sie und Ihre Freunde herzlich zur Eröffnung am Donnerstag, den 11. Januar 2007 um 19.00 Uhr ein.

Im Januar und Februar 2007 zeigt die L. A. Galerie in einer Gruppenausstellung Arbeiten von Künstlern der Galerie, die sich mit dem Thema Landschaft beschäftigen. Der Titel der Ausstellung, "New Territories" soll auf unterschiedlichen Ebenen lesbar sein; die Assoziation an Entdeckung und Erschließung meint formale wie inhaltlichen Aspekte der gezeigten Arbeiten. Ein für uns selbst überraschendes Ergebnis dieser Zusammenschau ist der - mit einer Ausnahme - überaus ästhetische Zuriff der in der Ausstellung vertretenen Künstler auf das Thema der Landschaft. Die Bilder, entstanden von der Mitte der 80er Jahre bis heute, teilen einen respektvollen, manchmal sogar überhöhenden Blick auf ihren Gegenstand, als wollten sie wie in einem Stilleben etwas Wertvolles, Vergängliches festhalten.

Der japanische Künstler Taiji Matsue (* 1963) begann Ende der 80er Jahre ein Projekt der Beschreibung der Erdoberfläche durch Schwarzweißphotos. Er suchte nach Landschaften, die eine charakteristische, homogene Struktur besitzen, die er von einem erhöhten Punkt aus festhalten konnte. Diese Bilder in unendlich vielen, fein differenzierten Grautönen erscheinen mit ihrem morphologischen Blick auf Landschaften zugleich objektiv und romantisch: Die Landschaften, die Matsue für seine Bilder wählt, sind solche, deren archaische Gestalt nur von der Witterung geformt wurde, und die über lange Zeit unverändert bleiben.

Naoya Hatakeyama (* 1958) zeigt in seiner Serie "Lime Hills" (1986-91) hingegen die Veränderung der Landschaft durch den Abbau von Kalkstein für die Betongewinnung, dem Material, aus dem Japans schnell wachsende Städte gebaut werden. Die Form der Landschaft verändert sich; auf konzentrisch um die Berge geführten Straßen wird der Stein abtransportiert; die Steinbrüche dringen immer weiter ins Innere der Berge vor. In den Farbphotographien Naoya Hatakeyamas erinnert dieser Prozeß ein wenig an Breughels berühmtes Bild des Turmbaus zu Babel, der als gigantisches, phantastisches Bauwerk aus der Landschaft herauswächst.

In der Serie "ETH 2000" von Javier Vallhonrat (* 1953) sind Brückenkonstruktionen in den Schweizer Bergen Thema der großformatigen Fotografien. Aufnahmen, die im Kanton Graubünden entstanden sind, stehen Fotografien von Modellen, gegenüber. Beide sind auf den ersten Blick kaum zu unterscheiden. Die Machart der Bilder ruft die Erinnerung an historische Landschaftsfotografie wach. Sie erzeugt auf den ersten Blick die Illusion, daß es sich um die Dokumentation von Pionierleistungen des Straßen- und Brückenbaus handelt, wie sie für die Anfänge der Fotografie typisch sind. Die Unzugänglichkeit der Brücken und das Dämmerlicht, in das die Landschaften getaucht sind, eröffnen in den Bildern eine weitere Dimension. Sehr allgemein lassen sie sich als Metaphern für Erinnerung lesen: unerreichbare Landschaften, in verblassten Farben und ins Halbdunkel getaucht, nicht auszuloten, aber doch scharf sich abzeichnend.

In Oliver Bobergs (* 1965) Werk spielt Landschaft keine zentrale Rolle; seine gebauten Orte zeigen meist Architektur. Dennoch hat er sich in einzelnen Arbeiten, in Filmen wie in Photgraphien, immer wieder mit dem Thema auseinandergesetzt. Für einen Modellbauer stellt Landschaft eine große Herausforderung dar: Vegetation so nachzubauen, daß sie den Betrachter zumindest beim ersten Hinsehen überzeugt, ist schwierig. Boberg ist unter den in dieser Ausstellung gezeigten Künstlern der einzige, der Landschaft nicht in gewisser Weise idealisiert; er ist auf der Suche nach dem paradigmatischen Un-Ort, den Plätzen, die wir täglich streifen, aber aus unserer bewußten Wahrnehmung bannen.

Die Landschaften in Peter Bialobrzeskis (* 1961) Serie "Heimat" existieren in Wirklichkeit; es sind deutsche Landschaften, Orte die beim Betrachten Erinnerungen wachrufen, die aber als Kompositionen und mit ihrer Aufmerksamkeit für landschaftliche Details und Stimmungen zugleich an das Landschaftsbild der Romantik erinnern. Der Blick des Photographen auf diese Landschaften ist programmatisch ungebrochen, ihre Ausstrahlung fast übermäßig schön.

In seiner Serie "Blühende Landschaften" (200# - 200#) setzt sich Christian Wolter (* 1968) mit Bau- und Industrieprojekten auseinander, die aufgrund von Fehlplanungen in einer Phase vor ihrer Inbetriebnahme nicht weiter verfolgt wurden. Wenn Christian Wolter sie photographiert, stehen diese Bauten seltsam still und zwecklos in der Landschaft, oft umgeben von einer Vegetation aus Pionierpflanzen, die das einmal erschlossene Terrain zurückgewinnen. Die Serie "Blühende Landschaften" besitzt als Dokumentation immenser Fehlplanungen in sogenannten strukturschwachen Gebieten neben ihrer ästhetischen auch eine politische Dimension; mit jeder einzelnen Photographie verbindet sich eine beinah unglaubliche Geschichte des Scheiterns.

Pressetext als pdf-Datei 259 KB



Preview

MESSEN
Arco Madrid, 14 - 19. Februar 2007

AUSSTELLUNG Huang Min und Ma Jun, 1. März - 28. April 2007

  • ArtFacts.Net - Ihr erfahrener Kunst-Dienstleister

    Seit dem Start in 2001 hat ArtFacts.Net™ in Zusammenarbeit mit internationalen Kunstmessen, Galerien, Museen und Künstlern eine anspruchsvolle Künstlerdatenbank entwickelt.