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Einzelausstellung: Nicola Schaller- "WeltWegNetzZeitLeser" (vorbei)

5 Juli 2003 bis 4 August 2003
  Nicola Schaller-
Nicola Schaller, "Zeit", 2003, Druck auf Leinwand, 120 x 210 cm
 
  Galerie Jarmuschek+Partner

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Nicola Schaller – Welt Weg Netz Zeit Leser

Komplexe Reflektionen über die Welt scheinen derzeit nur noch im Kino stattzufinden, wobei sich hier die alten Menschheitsfragen nach Zufall und Schicksal in immer tiefer zergliederten Strukturen verlieren. Aus der unglaublichen Idee, alles mit 0 und 1 beschreiben zu können, wächst eine diffuse, monströse Determiniertheit.

Anders in der Ausstellung Welt Weg Netz Zeit Leser der Künstlerin Nicola Schaller: Mit den ihr eigenen Mitteln des demokratischen 0 und 1 bringt die Künstlerin Schaller die Welt auf kleinste gemeinsame Nenner. In Endlosreihen wie Gleichungen bewegt sich „Der Mensch“, der bei Schaller wie bei Leonardo und Le Corbusier auf ein Modulfigur-Logo stilisiert und entindividualisiert ist, zum Menschen jedoch durch sein Umfeld und seine Handlungen wird. In 380 Zentimetern um die Welt!
- heißt die Devise. Statt ihre Weltbewohner herkömmlich auf Kontinente wie auf isolierte Eilande zu bannen und ihnen olympisch trivial nur fünf Ring-Farben zuzuweisen, differenziert Schaller unendlich genauer den Reichtum der Welt an Landschafts-Zonen und Farben, die diese unterschiedlichen Lebenszonen verkörpern – vom sonnendurchglühten Gelb der Wüsten bis zum Blau des kalten Polar.

Schaller erfindet hierfür eine universell verstehbare Bildsprache aus vektoriellen Hieroglyphen. Diese Bilderzählungen und graphischen Gedanken sind kein hermetisches Herrschaftswissen, sondern können und sollen von jedem gelesen werden können. Als Demiurg möchte sie, dass ihr Weltbauplan rasch verstanden wird.

Gegen Vorwurf „Keine Künstlerin, Computerspielereien“: Künstler, wer gottähnlich komplexe Welt-Entwürfe noch wagt nach dem oft ausgerufenen „Ende der Geschichte“, im utopischen Kalkül!

Um die unterschiedlichen Herkünfte und Lebensräume von Adelaide nach Wagadugu, von Puebla nach Magnitogorsk zu fassen, setzt Schaller Farbe in ihrer „Völkermalerei“ als positives Differenzierungsmerkmal ein. Ergeben diese Völkermosaike aus der Ferne betrachtet ein gemeinsames Bild, bestehen sie doch aus bis zu 1800 Einheiten, die sich wie der Leviathan zum Ganzen zusammenschließen. Was der Photograph August Sander in der Weimarer Republik unternahm – die gesamte Gesellschaft nicht nur abzubilden, sondern mit künstlerischen Mitteln ordnen zu wollen – , versucht Schaller mit den Mitteln des Computerzeitalters.

Was auf den ersten Blick nach entsetzlich blauäugigem Realitätsverlust aussieht, entpuppt sich schnell als ein graphischer Humanismus, der die Frage nach der conditio humana mit Nachdruck stellt: Ihr Konzept der „Kleinen Welt“, in der jeder von jedem abhängt, mit breitestem Wissens- und Kulturaustausch, besteht aus einem Netz, nicht aus Achsen und Hierarchien.
Kommunikationsnetze werden innerhalb der Bilder geknüpft, die sogar Aussicht auf Halt versprechen, Wege begangen, die zumindest weiterführen als die momentanen Sackgassen.

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