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 Nol Hennissen / Georg Thumbach | | |
NOL HENNISSEN
GEORG THUMBACH
Ausstellungseröffnung am Sonntag, den 31. Januar 2010, von 15 -19 Uhr.
…man sieht den Wald vor lauter Bäume nicht…dies kann uns bei dieser Ausstellung nicht passieren.
Georg Thumbach steht im bayerischen Unterholz und schwingt sein Kohlestift so weit die Arme reichen auf das zwei Meter hohe Blatt.
Nol Hennissen
Ein ausgeprägter skulpturaler Konstruktivist mit feinsinnigem Gespür für die Entmaterialisierung der Farbe und damit der Auratisierung der geometrischen Form. Eine neue Position im Zwischenfeld von Skulptur und Malerei. Nicht nur bei ihm ist der Humor zu Hause...
NOL HENNISSEN
Licht-Raum-Netze
Licht – Farbe – Raum sind die Komponenten, aus denen der niederländische Künstler NOL HENNISSEN ( geboren 1964) seine Bilder baut: Er überzieht die zu bespielenden Orte mit seinem Kunst-Netzwerk und verwebt Ort, Kunst und Betrachter ineinander. Wir stehen vor Wandarbeiten aus Aluminium oder strahlend weiß bemaltem Holz, die die dahinterliegende weiße Wand in Farbsequenzen erstrahlen lassen. Bei genauerem Hinsehen entdecken wir, dass die Rückseite des Aluminiums oder Holzes verschiedenfarbig bemalt ist und die Farben durch die Einstrahlung des Lichtes auf die weiße Wand reflektiert werden.
Hier wird bereits deutlich wie subtil NOL HENNISSEN Kunst ist. Wenn er ein aus Sand gebautes Boot fotografiert oder die von Flugzeugen für kurze Zeit am Himmel hinterlassenen Kondenzstreifen auf Fotos einfärbt, lässt er Ephemeres materiell werden. Seit einigen Jahren beschäftigen ihn zudem konkrete urbane Strukturen wie Straßengeflechte, die er beispielsweise zu einem Netzwerk linearer Strukturen abstrahiert, um sie dann auf Dachflächen, Fassaden und dem Pflaster zu entfalten. Dieses Kunst-Netzwerk übersetzt NOL HENNISSEN auch verkleinert in das Medium der Zeichnung.
Der niederbayerische Künstler GEORG THUMBACH (geboren 1972) beschäftigt sich ebenfalls gattungsübergreifend mit den Themen Licht, Raum, Natur, v.a. Wald, wobei er konsequent mit dem Medium Holz arbeitet. Oft steht er mit großformatigen Papierstücken und Kohle ausgestattet mitten im Wald und zeichnet konzentriert und schnell, um die momentane Lichtsituation, die ihn diesen Ort und keinen anderen aussuchen ließ, einfangen zu können. Dabei entstehen dichte Liniengewebe aus Zweigen, Ästen, Stämmen. Der Betrachter dieser Labyrinthe glaubt sich mitten im Geäst. Je länger man sich in die Zeichnung vertieft, desto räumlicher, tiefenwirksamer und vielschichtiger wird sie: eine Ahnung des Variationsreichtums der Natur, konzentriert auf deren Struktur. Während diese oft ausladenden Zeichnungen sehr schnell entstehen müssen, kann GEORG THUMBACH seinen Holzobjekten sehr viel Zeit widmen. Er höhlt beispielsweise alte Baumstämme aus, Jahresring um Jahresring, bis nur noch eine Art dünner Holz-Membrane übrig ist. Sobald der Betrachter durch diese ausgehöhlten Äste oder Stämme blickt, eröffnet sich eine ausschnitthafte Welt von Licht, Schatten, Formen und Räumen. „Alle Arbeiten finden das Licht. Es bildet die Stämme, scheidet die Zweige, formt die Raumhöhle, schimmert durch die Grasnarbe – es ist real vorhanden, nicht nur in den skulpturalen Arbeiten. Die Kohle der Zeichnungen absorbiert es, und nur der helle Zeichengrund gibt es weiter an unsere Augen.“ (Joachim Meister)
Licht – Farbe – Raum; Zustandswechsel – Veränderung – Bewegung, das sind Grundlagen des Oeuvres beider Künstler und Vorstellungen, mit denen wir uns dem Werk sowohl von NOL HENNISSEN als auch GEORG THUMBACH annähern können.
Bettina Bauer-Spandl, Januar 2010
GLEICHZEITIG:
HOCH TIEF NOL HENNISSEN und GEORG THUMBACH in den Kunstarkaden, Sparkassenstr. 3, 80331 München
Finissage am 27.2.2010, 19.00 Uhr mit Katalog |