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Einzelausstellung: Oliver Jordan - 2011 (vorbei)

15 Oktober 2011 bis 25 November 2011
  Oliver Jordan - 2011
Oliver Jordan: Leonard Bernstein, Öl u. Bleristift auf Pappe, 31,5 x 30,5 cm, 2011
 
  Galerie Ricarda Fox

Galerie Ricarda Fox
Liverpoolstraße 15
45470 Mülheim an der Ruhr
Deutschland (Stadtplan)

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www.galerie-fox.de


OLIVER JORDAN 2011
Malerei u. Zeichnungen

Vernissage: Samstag, 15. Oktober 2011, 15 - 18 Uhr

Ausstellungsdauer: 15. Oktober - 25. November 2011

Die Arbeiten von Oliver Jordan wenden sich an ein ästhetisches Empfinden, das sich nicht allein von schönen Erscheinungsformen blenden lässt, sondern Schönheit in umfassenderem Sinne versteht. Jordan zeigt Menschen, Orte und Unorte mit Geschichte, die jeweils reich ist an Brüchen und Narben und eine Verletzlichkeit offenlegt, die ihre Träger interessant, schön und aus einer evozierten Melancholie heraus tiefgründig macht. Diese Betrachtungsweise richtet sich über die Augen hinaus an den Verstand und die Wahrnehmungsleistung, die in der Balance zwischen Gegensätzen die mit Wahrheit gleichgesetzte Form von Schönheit zu erkennen vermag. Es ist die scheinbare Unvereinbarkeit, die, der herben Melodie des Blues gleich, tragend unter der Oberfläche hervorscheint. Nicht zuletzt Adorno hielt fest, dass es gerade die Brüche, Spannungen und Kontraste innerhalb der Schönheit seien, die eine Harmonie bewirkten. Es ist gerade die im Abbild der Schönheit zum Ausdruck kommende Vergänglichkeit, die das Geistige berührt. Über sie wird der scheinbare Widerspruch ins Bewusstsein gerufen, dass es eigentlich nur die Abbilder der Schönheit sind die verwelken, sie selbst dabei aber überdauert, da sie nach philosophischem Verständnis eigentlich nur eine Idee und damit unbegrenzt fortdauernd ist. So sind es eben vor allem auch die Abbilder, die sich mit dem Wandel der Zeiten verändern und die Schönheit in immer wieder neuem Licht erscheinen lassen.

Jordans Gemälde demonstrieren schon im malerischen Gestus das suchende Abbilden dieser Idee und wirken dabei gleichzeitig ebenso flüchtig in ihrer Existenz wie sie dank des künstlerischen Eingreifens als überdauernd betrachtet werden können. Malerische Brüche und Diskrepanzen sind in seinen Bildern Zeugen eines Gewachsenseins zwischen Suche und Zweifel und entstandene Konterfeis wirken ebenso nah an ihrer Vollendung wie ihrer Dematerialisierung. Das Material, die Farbe, der künstlerische Prozess des Einfangens und Kreiierens werden hier Thema und verbildlichen das Kreisen um den gültigen Moment. Das Gefühlte im Sichtbaren wird in pastoser malerischer Energie auf Leinwände, Papier oder Pappe gebannt und dort überdauernd festgehalten. Die künstlerische Welt Jordans zeitigt dabei keine Flucht aus der realen Welt, vielmehr vermittelt sie die poetische Kraft der Realität. Angesichts winterlich karger Landschaften, regennasser Strassenpassagen oder wolkenverhangener Strandansichten - menschenleer schwingen sich seine Darstellungen ein auf den Grundton des Blues und verbildlichen dessen Konflikte. Meer, Wasser, Wolken sind gleichermassen Chiffren der Natur für Wandel und Wiederkehr und sprechen darin unterdessen beredt von einer nicht erklärlichen Dimension, deren Existenz gleichermassen in Frage gestellt wird.

Motivisch präsentieren sich seine Referenzen im rauen Klima der Bretagne, im Jazz, in abgründigem Rock, subjektivierter Klassik oder den Schriften Camus, aber auch in Ansichten seiner von Schmissen und Schrunden geprägten Heimat. Jordan skizziert und bannt dabei die Physiognomien besonderer Menschen wie Landschaften und gestaltet damit einen Katalog vergänglicher und in ihrer Einzigartigkeit zugleich überdauernder Exempel voller Leben. In seinem romantischen Streben nach der Zusammenführung von Gegensätzen sucht er in seiner Malerei zugleich die Balance zwischen der Verwurzelung in der Geschichte der Kunst und Ästhetik und einer Malerei, die sich in revolutionärer Konsequenz ausdrucksstark über die weitgreifende moderne Absage an die schönheitsorientierte und gegenständliche Tradition hinwegsetzt.

(Dr. Nicola Schröder Plock)

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