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Einzelausstellung: Oliver van den Berg - So oder anders / One way or another (vorbei)

9 März 2013 bis 20 April 2013
  Oliver van den Berg - So oder anders / One way or another
“Vasen Oma M.”, 2012
1 von 2 zusammengehörenden Fotos
Fotobelichtung, gerahmt
31,1 x 36,6 cm
 
  Kuckei + Kuckei

Kuckei + Kuckei
Linienstraße (backyard) 158
10115 Berlin
Deutschland (Stadtplan)

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tel +49-(0)30-883 43 54
www.kuckei-kuckei.de


Oliver van den Berg lässt einen Blick durch sein Atelier schweifen. Der hintere hohe Raum wird erleuchtet von kaltem weißen Neonlicht, das sich an den scharfen Kanten der Hochregale bricht und den dunklen Steinfußboden matt glänzen lässt. Verteilt in den Regalen lagern Vergangenheit und Zukunft seiner Arbeit, Einzelteile von Werkstücken, Fragmente von älteren Arbeiten, Hohlkörper zukünftiger Projekte. Auf langen Tischen liegen einige Fotoarbeiten, die auf ihren Platz an der Wand warten. Van den Berg greift bei seinem Rundgang durch die Räume in Winkel und Ecken, um immer neue Arbeiten hervorzuziehen. Es sind lose Enden einer Suche nach dem Unerwartetem, dem Erstaunlichem, dem Alltäglichen. Doch Oliver van den Berg ist gerne unentschieden und so zieht er für seine Ausstellung an all jenen Fäden, die schon lange auf ihn warten.

Einer zentralen Fragestellung verweigert sich Oliver van den Berg ganz bewusst. Die entstandenen Arbeiten decken eine große Bandbreite von Themen ab. Es sind die Detailqualitäten, die ihn vor allem reizen. Auch die Materialität wechselt von Arbeit zu Arbeit. Fotoarbeiten, Video, Plastik, Objekt und Installation vereint er in seiner Ausstellung unter dem Titel „So oder anders // One way or another“. Zwischen den einzelnen Arbeiten finden sich Anknüpfungspunkte aber auch harte Brüche.

Mit seiner Installation eines von der Decke hängenden, rotierenden Knethakens greift Oliver van den Berg nach fast metaphysischen Ebenen. Das sonore Brummen des Motors füllt den Raum und irritiert oder entspannt auf verstörende Weise. Begleitet wird die Arbeit von einem Video in dem Knetarme über einer Schüssel eine große Teigmasse unablässig vermengen. Erstaunlich ist auch die Dualität seiner Arbeiten aus Weltkarten. Zusammengeknüllt und mit einer Fixierung getränkt imitieren die einst flachen Karten eine runde Welt, die von Menschenhand wieder in eine ähnliche Form gezwungen wird. Durch die willkürlichen Falten und Knicke ergeben sich neue Nachbarschaften, hier grenzt Brasilien an den Sudan. Zerstörung und Wiederherstellung gehen, anders als üblich, Hand in Hand. Hilflos mag ein Betrachter vor Oliver van den Bergs Wäscheständer stehen, denn ein kleines Detail hat er einfach weggelassen. Seine Fotoarbeit Silolandschaft ist nur ein Ausdruck ständiger Beobachtung und Suche im öffentlichen Raum. Der wiederholte Blick auf Anordnungen von Vasen reicht in den privaten Raum und spielt mit den Formalien der Formen. Ablesbaren Zusammenhänge einiger Fotoarbeiten werden durch Gegenüberstellungen gebrochen.

Auch wenn Oliver van den Berg an losen Enden arbeitet, so gibt es doch auch einige Überschneidungen. Typologien, Absurditäten, Stimmungsbilder, Serialität in zwei Richtungen und die Abwesenheit der Anwesenden sind Eckpunkte dieser Suche. Doch gerade die Abwesenheit von Produzenten und Verursachern seiner Beobachtungen knüpft die losen Fäden wieder zusammen.

Oliver van den Berg wird 1967 in Essen geboren. Von 1988-94 Studium an der HdK Berlin bis zum Meisterschüler, 1999 Lehrtätigkeit an der TU-Berlin für plastisches Gestalten. Er erhält ein Stipendium des Else-Heiliger-Fonds durch die Konrad-Adenauer-Stiftung, Berlin und ein Senatsstipendium für bildende Kunst, Berlin. Teilnahme an den Ausstellungen „Rückkehr ins All“, Hamburger Kunsthalle, Galerie der Gegenwart, Hamburg (2005), „made in germany“, Sprengel Museum, Kestnergesellschaft und Kunstverein Hannover (2007) „Bilderschlachten – 2000 Jahre Nachrichten aus dem Krieg“, European Media Art Festival, Osnabrück (2009), „Serious Games. Krieg-Medien-Kunst“, UMMA Projects, University of Michigan Museum of Art, Ann Arbour, Michigan, USA (2010), Museum Mathildenhöhe Darmstadt, Darmstadt „Sculpture by the Sea“, Aarhus, Denmark (2011). Er lebt und arbeitet in Berlin.

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