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Gruppenausstellung: Paloma Navares - Memoria y Amapolas / Paloma Muñoz & Walter Martin - Secrets sleep in winter clothes (vorbei)

15 November 2007 bis 23 Februar 2008
  Walter Martin & Paloma Muñoz
Walter Martin & Paloma Muñoz
How strange it is to be anything at all
26x60 inches, Fotografie
2007
 
www.galerie-mam.com MAM Mario Mauroner Contemporary Art

MAM Mario Mauroner Contemporary Art
Weihburggasse 26
1010 Wien
Österreich (Stadtplan)

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tel +43-1-904 2004
www.galerie-mam.com


Paloma Navares "Memorias y Amapolas"
Paloma Muñoz & Walter Martin "Secrets sleep in winter clothes"

Ausstellungseröffnung:
15.11.2007, 18:00
Ausstellungsdauer: 15.11.2007- 12.01.2008

Paloma Navares wurde 1947 in Burgos geboren und studierte Zeichnen, Malerei und Fotografie in privaten Institutionen. Das klassische Medium der Malerei hat sie zugunsten von Fotografie, Installationen, Skulpturen, Collagen und Performances beinahe ganz aufgegeben, der Bezug zur klassischen Ikonographie der Kunstgeschichte bleibt aber in ihren Arbeiten präsent. Navares beschäftigt sich schon seit den siebziger Jahren mit dem Frauenbild in der Gesellschaft sowie in der Kunst und nimmt somit eine Vorreiterrolle in "Genderfragen" in Spanien ein. Die Erinnerung - ihr inneres Auge - spielt bei der Künstlerin eine zentrale Rolle: Navares leidet an einer seltenen Augenkrankheit, die sie schon einmal beinahe erblinden ließ. So schöpft sie aus ihrer Erinnerung, um ihre inneren Landschaften abzulichten. Ihr inneres Auge führt die Künstlerin zu den existentiellen Fragen des Meschseins, die Dualität von Leben und Tod - memento mori: sie widmete ganze Werkserien Dichtern, die den Freitod wählten, so auch die Arbeit Ariel. A Sylvia Plath. Memorias y Amapolas - Navares führt uns in der aktuellen Ausstellung durch den blühenden Garten ihrer Erinnerung. Und wieder bewegt sie sich im Formenrepertoire der klassischen Kunstgeschichte: die Blume ist Symbol der weiblichen Schönheit, Sinnbild des krönenden Abschluss, verblüht allerdings rasch in der Sonne und steht deshalb auch für die Vergänglichkeit, für das Unbeständige. Die Arbeiten laden ein durch die Gedankenwelt der Künstlerin zu streifen: man trifft auf die ständige Auseinandersetzung mit dem Leben und dem Tod, dem Künstlichen und dem Natürlichen, dem Versuch, die Schönheit, das Vergängliche im Moment zu bewahren, auf die Dualitäten, die unser Leben bestimmen: das satte Rot der Mohnblume, in voller Blüte, wird von kleinen Totenköpfen geziert, ihre Blüten und Knospen sind übersäht mit Versen des in den Freitod gegangenen Paul Celan, eine Arbeit widmet sie dem durch Franco ermordeten spanischen Lyriker Garcia Lorca. Die Cantos rodeados de sueños packen ihre Träume feinsäuberlich in eine Kiste: Kieselsteine, vom Wasser geschliffen, versinnbildlichen Verletzbarkeit und das Vergängliche bis hin zum vollständigen Verschwinden. Navares überzieht sie, in eine Kiste gepackt, mit den feinen Linien der beständigsten und vergänglichsten Gedanken zugleich - ihrer Träume - im Versuch, diese zu bewahren oder wenigstens den Moment einzufangen - ein Versuch, der unser gesamtes Leben begleitet.

Leise rieselt der Schnee: von lieblichen Kindheitserinnerungen und dem imaginären Duft von Zuckerwatte berauscht nähert man sich voller Freude den Schneekugeln von Paloma Muñoz und Walter Martin. Doch statt der frohlockenden Familie am Eiffelturm oder des im Schnee versinkenden Rathauses befördert uns das spanisch-amerikanische Künstlerpaar in einsame arktische Landschaften voller surrealer Begegnungen und grausamer Verbrechen. Vollkommen unvorbereitet scheinen sich ihre "Travelers" durch die unwirklichen Schneelandschaften zu bewegen, konfrontiert mit allerhand rätselhafter Ereignisse. Kinder, die einen Mitschüler nackt durch den Schnee jagen, ein Gefangenenpaar, das sich im Schneetreiben verirrt hat, ein Pferd, herrenlos weil sein Herr sich am Baum erhängt hat, ein Mann auf der Suche nach einem Versteck für sein getötetes neu geborenes Kind, 2 Männer, die eine nackte Frau foltern oder schwer bewaffnete Großmütter, die durch den Wald wandern: das alles sind Geschichten, die auch vor der scheinbaren Idylle nicht Halt machen. Und Material dafür gibt's genug, da müssen die beiden nicht einmal in der Märchenkiste stöbern.
(Ute Stadlbauer)

Paloma Navares "Memorias y Amapolas" / Paloma Muñoz & Walter Martin "Secrets sleep in winter clothes" Pressetext als pdf-Datei 106 KB

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office@galerie-mam.com

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