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Gruppenausstellung: Pamela Rosenkranz, Jean-Claude Freymond-Guth (vorbei)

4 März 2006 bis 8 April 2006
  Pamela Rosenkranz, Jean-Claude Freymond-Guth
 
  annex14 - Raum für aktuelle Kunst

annex14
Junkerngasse 14
3000 Bern
Schweiz (Stadtplan)

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Pamela Rosenkranz/Jean-Claude Freymont-Guth
On Paper

Ausstellung: 4.3. – 8.4.2006
Vernissage: 3.3.2006 ab 16h

Der Titel der Ausstellung „On Paper“ ist pragmatisch gewählt. Er benennt ein Arbeitsmaterial und er spielt an auf das Zeichnen als künstlerische Praxis. Gezeigt werden mit Jean-Claude Freymond-Guth (*1979) und Pamela Rosenkranz (*1979) zwei junge Schweizer Kunstschaffende, die in Bezug auf das Medium Zeichnen von unterschiedlichen konzeptuellen Ansätzen ausgehen.

„Ich gehe“, so Jean-Claude Freymond-Guth, „im Verlauf meiner Übertragungen von Gedanken in zweidimensionale Wirklichkeiten im Kopf jeweils genau der Spitze meines Bleistifts nach, als wäre die mein Auge, das sich bei jedem Strich vergewissern muss, dass das bereits gezeichnete “. Bilder aus den Medien, Fotografien, imaginäre wie reale Alltagsräume sind das Material von Jean-Claude Freymond-Guth. Dieses dient ihm dazu, zu fragen, welche Form von Sicherheit wir in Bezug auf unsere Wahrnehmung der Dinge und Ereignisse, welche Gewissheiten wir in Bezug auf Erinnerungen und Erinnertes haben können. Die Geste des Zeichnens - auf Papier, auf Glas oder direkt im Raum - wird zum Reflexionsprozess, die Zeichnung als solche wird zur Niederschrift potenzieller Gewissheiten.

Das „Ich“ im Titel der in der Ausstellung gezeigten Arbeit „I was here, 1979-2004“ (2005) evoziert vordergründig eine gesicherte Perspektive, die sich aber als widersprüchlich erweist. Die über die Jahre hinweg suggerierte Augenzeugenschaft ist mehrfach medial gebrochen. Die Arbeit basiert auf World Press Fotografien, die sich der Künstler zeichnend angeeignet hat sowie auf in Glas geritzten Titeln von Pop Chart Hits, die jahrweise übereinandergelegt wurden. Von 1979, dem Geburtsjahr des Künstlers, bis 2004 ist so eine Chronologie der Ereignisse entstanden, welche die „Leichtigkeit des Seins“, unsere Existenz als Zuschauende und (An-)Teilnehmende sowie persönliche und „offizielle“ Erinnerungsstrategien spannungsvoll zueinander in Beziehung setzt.

Bei Pamela Rosenkranz sind die thematischen Referenzen weniger oder wenn, dann nur indirekt an den unmittelbaren Alltag gebunden. Das Zeichnen ist, neben den fotografischen Arbeiten und Diaprojektionen sowie den in kleinen Auflagen vervielfältigten „Heften“, ein Medium unter anderen.

In ihren bisherigen Untersuchungen sowie bei den neuen Zeichnungen und Fotografien in der Ausstellung zeigen sich interessante Parallelen zu aktuellen (sprach-)philosophischen Fragestellungen. Etwa in Bezug auf die komplexen Beziehungen zwischen Zeichen und Bedeutung, zwischen Wahrnehmung und Begriff. Der Punkt, der weiss aus dem tiefschwarz überbelichteten Fotopapier leuchtet, bleibt in seiner Bedeutung offen. Er könnte ebenso ein Abbild des im Titel genannten Aspirin („ASPIRIN“, 2006) sein wie eine Leerstelle, die zum Ausgangspunkt für semantische Spekulationen wird. Auch die Zeichnungen, die „Illustration“ (2006), oszillieren zwischen Referenzialität und Nicht- Referenzialität. Sie lassen sich nicht eindeutig in Sprache überführen, mehr noch, sie ziehen sich für die Betrachtenden immer wieder in die reine Visualität zurück. Zeichnungen wie Fotogramme sind als Serien konzipiert und als offene Verweissysteme angelegt. Ihn ihnen visualisiert sich ein vagbundierendes Denken, das einen vorgegebenen Sinn negiert, ein Denken, das verstanden werden kann als ein Spiel auf einem offenen Feld von Möglichkeiten. In einem weiteren Sinne gehört auch die Fotoarbeit „GARANT“ (2006), eine spiegelverkehrte Verdoppelung eines Porträts des Philosophen Jmmanuel Kant, in diesen Kontext. Über die Person und ihr Werk hinaus wirft die Arbeit mit ihrem indirekten Hinweis auf den Spiegel weiterführende Fragen auf zur Bedeutung der Medien für die Wahrnehmung.

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